Bild folgtKI-generierte IllustrationTrentepohlia abietina
Auch bekannt als: Trentepohlia abietina
Du erkennst die Tannen-Trentepohlia (Trentepohlia abietina) an ihrem auffälligen, orange- bis rostrot leuchtenden Überzug, der wie ein feiner Samtteppich auf der Baumrinde haftet. Es handelt sich hierbei nicht um einen Pilz oder ein Moos, sondern um eine spezialisierte Grünalge, die an der Luft lebt. In deinem Naturgarten ist sie ein wunderbares Zeichen für ein intaktes Mikroklima und saubere Luft, da sie sehr empfindlich auf Schadstoffe reagiert. Da sie bevorzugt vertikale Flächen wie Baumstämme besiedelt, nutzt sie Nischen, die sonst oft kahl bleiben. Wenn du diesen Farbtupfer an deinen Bäumen entdeckst, hast du alles richtig gemacht und ein Stück unberührte Natur direkt vor der Terrassentür.
Leuchtender Samt auf Baumrinde: Ein natürliches Farbwunder für saubere Luft.
Da für diese Art keine spezifischen Daten zu Bestäubern oder Schmetterlingsraupen vorliegen, lässt sich ihr direkter Nutzen für größere Tiere schwer beziffern. Fest steht jedoch, dass solche Algenüberzüge wichtige Pioniergesellschaften (erste Besiedler neuer Lebensräume) darstellen. Sie bieten kleinsten Organismen wie Milben oder Springschwänzen wichtigen Schutz und Nahrung innerhalb der Rindenstruktur. In einem ökologisch geführten Garten trägt die Tannen-Trentepohlia maßgeblich zur strukturellen Vielfalt bei, indem sie ökologische Nischen an vertikalen Standorten besetzt. Zudem dient sie dir als biologischer Indikator für eine geringe Schadstoffbelastung der Luft in deiner direkten Umgebung.
Es besteht keine Verwechslungsgefahr mit giftigen Gefäßpflanzen, allerdings ist die Tannen-Trentepohlia laut Datenbankeintrag nicht als kindersicher eingestuft. Auch wenn keine akute Giftwirkung bekannt ist, sollten Eltern darauf achten, dass Kinder die Algenkrusten nicht von der Rinde kratzen und in den Mund nehmen.
Licht
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Feuchtigkeit
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Blütezeit
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Diese Alge lässt sich nicht im klassischen Sinne im Fachhandel kaufen oder pflanzen; sie siedelt sich von selbst an, wenn die Bedingungen im Garten stimmen. Sie bevorzugt schattige bis halbschattige Standorte mit hoher Luftfeuchtigkeit, wie man sie oft an der Wetterseite von Baumstämmen findet.
Der ideale Untergrund ist die Borke älterer Bäume, besonders der Tanne (Abies alba) oder Fichte (Picea abies).
Da sie keine Konkurrenzpflanze im Beet ist, musst du sie weder düngen noch gießen.
Achte darauf, die Baumrinde nicht mit Bürsten zu bearbeiten, um das empfindliche Geflecht nicht zu zerstören.
Vermeide den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln, da Algen sehr sensibel auf Umweltgifte reagieren.
Ein Rückschnitt ist nicht erforderlich und würde die Kolonie lediglich vernichten.
Wer die Alge fördern möchte, sollte für ein windgeschütztes Mikroklima sorgen, in dem sich Feuchtigkeit länger hält.
Gute Partnerin am Stammfuß: Die Gewöhnliche Gelbflechte (Xanthoria parietina) besiedelt oft ähnliche Standorte und ergänzt das optische Bild durch ihre gelben Krusten.
Die Tannen-Trentepohlia (Trentepohlia abietina) ist eine aerophytische Grünalge (an der Luft lebend) aus der Familie der Trentepohliaceae. In Österreich ist sie weit verbreitet und besiedelt typischerweise die Borke von Nadelbäumen, seltener auch glattrindige Laubbäume wie die Rotbuche (Fagus sylvatica). Ihre charakteristische Färbung entsteht durch die Einlagerung von Carotinoiden (orangefarbene Pigmente), die das grüne Chlorophyll (Blattgrün) überlagern und als Schutz gegen UV-Strahlung dienen. Sie bildet keine Wurzeln aus, sondern nimmt Feuchtigkeit und Nährstoffe ausschließlich über die Umgebungsluft und Regenwasser auf.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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