Bild folgtKI-generierte IllustrationUlothrix tenuissima
Auch bekannt als: Ulothrix tenuissima
An ihren extrem feinen, unverzweigten hellgrünen Fäden, die sich wie seidiges Haar im Wasser anfühlen, lässt sich die Zarte Fadenalge (Ulothrix tenuissima) sofort erkennen. Für den Naturgarten ist sie wertvoll, da sie bereits im kühlen Wasser des Spätwinters Sauerstoff produziert und so das biologische Gleichgewicht stützt. Sie dient als wichtiger Weidegrund für Kleinstlebewesen und Wasserschnecken wie die Spitzschlammschnecke (Lymnaea stagnalis). Schau im Februar einmal genau hin, wie sie die Steine mit einem lebendigen Grün überzieht.
Sauerstoffspender und Kinderstube für Kleinstlebewesen im winterlichen Teich.
Nach aktuellen ökologischen Beobachtungen spielt die Zarte Fadenalge eine zentrale Rolle als Primärproduzent in Gewässern. Sie wandelt Lichtenergie in Biomasse um, die von zahlreichen Wirbellosen als Nahrung genutzt wird. In den dichten Fadenmatten finden Amphibienlarven, wie die des Bergmolchs (Ichthyosaura alpestris), sicheren Schutz vor Fressfeinden. Da die Art bereits bei niedrigen Temperaturen im Februar wächst, schließt sie eine wichtige Nahrungslücke für Wasserorganismen, bevor die meisten Wasserpflanzen austreiben. Zudem binden die Algenfäden Schwebstoffe und tragen so zur Klärung des Garten- oder Naturteichs bei.
Die Zarte Fadenalge ist laut Datenbankeinstufung nicht kindersicher. Dies liegt primär an der starken Rutschgefahr, die auf bewachsenen Steinen in Wassernähe entsteht, was zu Unfällen führen kann. Es besteht eine geringe Verwechslungsgefahr mit blaugrünen Cyanobakterien (Blaualgen), die potenziell giftig sein können; die Zarte Fadenalge wirkt jedoch stets rein grün und fädig, niemals schmierig oder blau-schwarz.
Licht
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Feuchtigkeit
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Boden
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Blütezeit
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Die Zarte Fadenalge stellt keine hohen Ansprüche, bevorzugt aber einen kühlen Standort im Wasser mit mäßiger Nährstoffbelastung.
Standort: Idealerweise in bewegtem Wasser wie Bachläufen oder an Quellsteinen.
Lichtbedarf: Hell bis halbschattig, wobei sie direkte Mittagssonne im Hochsommer weniger schätzt.
Untergrund: Sie benötigt raue Oberflächen wie Natursteine oder Holz, um sich festzuheften.
Pflanzzeit: Eine gezielte Ansiedlung erfolgt meist im Frühjahr von März bis Mai durch das Einbringen von besiedelten Steinen.
Pflege: Ein Eingreifen ist selten nötig; bei übermäßigem Wuchs können die Fäden einfach mit einem Holzstock aufgewickelt werden.
Vermehrung: Die Alge vermehrt sich selbstständig über Sporen (winzige Fortpflanzungseinheiten) im Wasser.
Winterpflege: Im Winter sollten die Fäden im Teich verbleiben, um den Sauerstoffgehalt unter einer möglichen Eisdecke zu sichern.
Kombinationsempfehlung: Gute Nachbarin am Ufer ist die Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris) – beide schätzen die kühle Feuchtigkeit im Frühjahr.
Die Zarte Fadenalge (Ulothrix tenuissima) gehört zur Klasse der Grünalgen (Chlorophyceae) und ist in Österreich weit verbreitet. Sie besiedelt bevorzugt kühle, saubere Fließgewässer oder die Uferzonen von Seen auf festem Untergrund. Die morphologische Besonderheit liegt in ihrem Aufbau aus einer einzigen unverzweigten Zellreihe, die lange, schleierartige Strukturen bildet. Da sie keine echten Wurzeln besitzt, verankert sie sich mit speziellen Haltezellen an Steinen oder Totholz im Wasser.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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