Bild folgtKI-generierte IllustrationOrobanche purpurea
Auch bekannt als: Purpursommerwurz
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Arten
interagieren
3
Interaktionen
dokumentiert
Unverwechselbar ist die Violette Sommerwurz (Orobanche purpurea) durch ihre amethystfarbenen Blütenstände, die ganz ohne Blattgrün aus dem Boden ragen. Da sie als Vollschmarotzer (Pflanze, die ihre Nährstoffe komplett von einer Wirtspflanze bezieht) lebt, wirkt sie fast wie ein botanisches Wunder in deinem Garten. In Deutschland und der Schweiz ist sie bereits gefährdet (Rote Liste 3), weshalb du mit ihrer Förderung einen echten Beitrag zum Artenschutz leistest. Besonders seltene Schmetterlinge wie der Silberscheckenfalter (Melitaea diamina) oder der Wachtelweizen-Scheckenfalter (Melitaea celadussa) profitieren von ihrem Vorkommen. Mit dieser botanischen Rarität holst du dir ein Stück unberührte Natur direkt nach Hause.
Botanische Kostbarkeit: Die violette Lebensretterin für seltene Scheckenfalter.
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Die Violette Sommerwurz ist eine hochspezialisierte Nahrungsquelle für bedrohte Insektenarten. Nach aktuellen Bestäubungsdaten fliegen insbesondere der Silberscheckenfalter (Melitaea diamina), der Wachtelweizen-Scheckenfalter (Melitaea celadussa) und der Östliche Scheckenfalter (Melitaea britomartis) die Blüten an. Diese Falter sind auf eine intakte, heimische Flora angewiesen, die oft nur noch in Naturgärten zu finden ist. Da die Pflanze auf der Roten Liste steht, fungiert sie in deinem Garten als wichtiger Trittstein für den Erhalt der regionalen Artenvielfalt. Im Winter bieten die vertrockneten Samenstände zudem einen potenziellen Rückzugsort für Kleinstlebewesen.
Die Violette Sommerwurz wird als nicht kindersicher eingestuft. Da sie als Schmarotzerpflanze spezielle Inhaltsstoffe besitzt, sollte sie außerhalb der Reichweite von Kleinkindern stehen, um ein Verschlucken zu verhindern. Eine Verwechslungsgefahr mit giftigen Nutzpflanzen besteht aufgrund des blattlosen, violetten Wuchses jedoch kaum.
Licht
—
Feuchtigkeit
—
Boden
—
Blütezeit
Jun – Jul
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.36 m
Hier sind meine Tipps für den Umgang mit dieser besonderen Art:
Standort: Wähle einen vollsonnigen, warmen Platz, der ihren natürlichen Standorten in Mitteleuropa entspricht.
Boden: Die Pflanze benötigt magere Verhältnisse, da sie an nährstoffarme Standorte angepasst ist (Rote Liste 3).
Mykorrhiza: Sie lebt in Symbiose mit Mykorrhiza AM (spezielle Bodenpilze), weshalb ein lebendiger, ungestörter Boden entscheidend ist.
Pflanzzeit Frühjahr: Eine Ansiedlung ist von März bis Mai möglich, sobald der Boden nicht mehr gefroren ist.
Pflanzzeit Herbst: Alternativ kannst du sie von September bis November setzen, solange der Boden offen bleibt.
Wasser: Achte auf einen eher trockenen bis frischen Boden ohne Staunässe.
Düngung: Verwende keinen Dünger, da dies die Pflanze und ihre Lebensgemeinschaften schädigen würde.
Pflege: Lass die Pflanze nach der Blüte unbedingt ungestört stehen, damit die Samen ausreifen können.
Winter: Die trockenen Stängel dienen als Schutz und sollten erst im Frühjahr entfernt werden.
Kombination: Eine ideale Partnerin ist die Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium).
Begründung: Diese heimische Art teilt die gleichen Standortansprüche und ist in der Natur oft in unmittelbarer Nähe zu finden.
Die Violette Sommerwurz gehört zur Familie der Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae) und ist in weiten Teilen Deutschlands und der Schweiz heimisch. Als Indigen (ursprünglich einheimische Art) oder Archäophyt (alteingebürgerte Art) ist sie ein fester Bestandteil unserer Flora. Da sie keine Photosynthese (Energiegewinnung aus Sonnenlicht) betreibt, besitzt sie keine grünen Blätter, sondern lediglich kleine Schuppenblätter am Stängel. Ihr Vorkommen ist ein Indikator für ökologisch wertvolle, meist magere Standorte auf kalkhaltigem Untergrund.
3 Arten interagieren mit dieser Pflanze
•Middleton-Welling_2020
•FloraWeb / BfN
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
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