Bild folgtKI-generierte IllustrationViscum album subsp. abietis
Du erkennst die Tannen-Mistel (Viscum album subsp. abietis) an ihren gabelig verzweigten, immergrünen Büscheln, die als kugelige Nester hoch oben in den Kronen von Tannen sitzen. Diese Unterart ist eine botanische Besonderheit, da sie als Halbschmarotzer ausschließlich auf der Weiß-Tanne (Abies alba) gedeiht. In der Natur wird sie seltener und steht bereits auf der Vorwarnliste der Roten Liste, weshalb ihr Erhalt in naturnahen Gärten mit altem Baumbestand besonders wertvoll ist. Wenn du eine alte Tanne im Garten hast, kannst du diese faszinierende Lebensgemeinschaft gezielt fördern. Schau doch mal im Winter genauer in die Wipfel deiner Bäume.
Seltener Gast im Tannengipfel: Schütze diese bedrohte Überlebenskünstlerin.
Als indigene (einheimische) Art ist die Tannen-Mistel ein fester Bestandteil unserer Waldökosysteme und wird in der Roten Liste auf der Vorwarnliste (V) geführt. Sie bietet spezialisierten Lebensraum in den oft gleichförmigen Nadelholzkronen. Da sie im Winter ihre grünen Blätter behält, dient sie in der kalten Jahreszeit als wichtiger Strukturgeber. Ihre Ausbreitung erfolgt über die Samen, die durch Vögel von Baum zu Baum getragen werden. Durch den Erhalt dieser Art in deinem Garten trägst du direkt zur Bewahrung einer spezialisierten Unterart bei, die auf das Überleben der Weiß-Tanne angewiesen ist.
Achtung: Die Tannen-Mistel ist nicht kindersicher. Alle Pflanzenteile, insbesondere die weißen Beeren, enthalten Wirkstoffe wie Viscotoxine und gelten als giftig beim Verzehr. Da sie meist sehr hoch in den Bäumen wächst, ist ein direkter Kontakt selten, dennoch sollten herabgefallene Zweige außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren entsorgt werden.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Trocken
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
—
Bodenreaktion
Mäßig sauer bis neutral
Bioregion
Continental
Wuchsform
Strauch
Verholzung
Verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.37 m
Die Ansiedlung gelingt nur an sonnigen Standorten in den oberen Kronenbereichen der Wirtsbäume.
Da sie ein Schwachzehrer (Pflanze mit geringem Nährstoffbedarf) ist, benötigt sie keinerlei zusätzliche Düngung.
Als Untergrund ist zwingend eine heimische Weiß-Tanne (Abies alba) erforderlich.
Die Vermehrung erfolgt durch das Ausstreichen der reifen Beeren auf jungen Zweigen von März bis Mai.
Platziere die klebrigen Samen am besten an der Unterseite von Ästen, um sie vor zu starker Sonne zu schützen.
Ein Rückschnitt ist bei gesundem Baumwuchs nicht notwendig.
Der Standort sollte eher trocken sein, was dem natürlichen Habitat der Tanne entspricht.
Kombinationsempfehlung: Im Wurzelbereich der Tanne eignet sich die Gewöhnliche Akelei (Aquilegia vulgaris), da sie ähnliche Standortansprüche im Halbschatten teilt und die ökologische Gemeinschaft des Tannenwaldes im Garten ergänzt.
Die Tannen-Mistel gehört zur Ordnung der Sandelholzartigen (Santalales) und ist in Deutschland und der Schweiz heimisch. Als Halbschmarotzer (Hemiparasit) entzieht sie ihrem Wirt Wasser und Nährsalze, betreibt aber mit ihren gelbgrünen Blättern selbst Photosynthese. Sie ist streng an die Weiß-Tanne (Abies alba) gebunden und unterscheidet sich dadurch von der bekannteren Laubholz-Mistel. Ihr kugeliger Wuchs entsteht durch eine regelmäßige, zweiastige Verzweigung, die über viele Jahre hinweg kompakte Strukturen bildet.
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
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