Bild folgtKI-generierte IllustrationWoodwardia radicans
Auch bekannt als: Wurzelnder Kettenfarn
An seinen imposanten, bogenfoermig ueberhaengenden Wedeln, die eine Laenge von ueber zwei Metern erreichen koennen, laesst sich der Wurzelnde Riesenfarn (Woodwardia radicans) sofort erkennen. Er ist eine architektonische Bereicherung fuer jeden schattigen Gartenbereich und fungiert als wichtiger Feuchtigkeitsspeicher im Oekosystem. Da er dichte, schuetzende Strukturen bildet, finden Amphibien wie der Feuersalamander (Salamandra salamandra) hier ideale Tagesverstecke vor. Auch fuer das Kleinklima ist er wertvoll, da er ueber seine grossen Blattflaechen Wasser verdunstet und so die Umgebung kuehlt. Wenn du eine feuchte, schattige Mauerecke oder einen Nordhang hast, bietet dieser Farn dir eine beeindruckende Moeglichkeit, Struktur in den Garten zu bringen. Schau dir im spaeten Sommer unbedingt die Blattspitzen an, dort entwickeln sich oft kleine Ableger.
Urzeitlicher Schattenriese: Schafft kuehle Lebensraeume fuer Amphibien.
Als Farn bildet diese Art keine Blueten und somit weder Nektar noch Pollen, weshalb sie fuer klassische Bestaeuberinsekten keine Nahrungsquelle darstellt. Dennoch ist ihr oekologischer Wert als Lebensraumgestalter hoch, da die massiven Wedel einen geschuetzten Raum fuer die Bodenfauna bieten. Zwischen den Blaettern finden Wirbellose wie der Hain-Laufkaefer (Carabus nemoralis) Schutz vor Austrocknung und Praedatoren. Die dichten Bestaende schaffen ein feuchtes Mikroklima, das besonders fuer die Erdkroete (Bufo bufo) waehrend der Sommermonate als Rueckzugsort lebensnotwendig ist. Zudem unterstuetzt die hohe Transpirationsrate der Blaetter die Ansiedlung von spezialisierten Moosen und Flechten in der direkten Umgebung. Im Naturgarten ist er somit ein wichtiger Baustein fuer die strukturelle Diversitaet.
Die Pflanze wird als nicht kindersicher eingestuft. Da viele Farne Inhaltsstoffe enthalten, die bei Verzehr zu Magen-Darm-Beschwerden fuehren koennen, sollten Kinder im Garten darauf hingewiesen werden, keine Pflanzenteile in den Mund zu nehmen. Eine Verwechslungsgefahr mit stark giftigen Doppelgaengern besteht aufgrund der charakteristischen Wuchsform und der einzigartigen Brutknospen praktisch nicht.
Licht
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Feuchtigkeit
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Boden
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Blütezeit
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Bioregion
Continental
Fuer ein gesundes Wachstum benoetigt der Wurzelnde Riesenfarn einen Standort, der seinen natuerlichen Waldstandorten entspricht.
Waehle einen Platz im Halbschatten oder Vollschatten, der gut vor austrocknenden Winden geschuetzt ist.
Der Boden sollte humos, locker und kalkarm sein.
Achte auf eine gleichmaessige Bodenfeuchte, da die Pflanze keine laengeren Trockenperioden vertraegt.
Vermeide jedoch Staunaesse (stehendes Wasser), da dies die Wurzeln schaedigen kann.
Die ideale Pflanzzeit ist im Fruehjahr von Maerz bis Mai oder im Herbst bis Ende November, solange der Boden frostfrei ist.
Im Winter solltest du das Herz der Pflanze mit einer dicken Schicht aus Reisig oder trockenem Laub vor strengem Frost schuetzen.
Eine Vermehrung ist leicht moeglich, indem du die bewurzelten Brutknospen an den Wedelspitzen vorsichtig abtrennst und neu einpflanzt.
Ein Rueckschnitt ist nicht erforderlich; entferne verbraunte Wedel erst im Fruehjahr, um das Herz zu schuetzen.
Gute Partnerin: Gewoehnliche Haselwurz (Asarum europaeum) – beide Arten bevorzugen schattige, frische Boeden und bilden gemeinsam eine dichte, oekologisch wertvolle Bodenbedeckung.
Der Wurzelnde Riesenfarn ist ein Vertreter der Farngewaechse und wird gemaess aktueller Daten als in Deutschland heimisch gefuehrt. Er besiedelt bevorzugt Standorte mit hoher Luftfeuchtigkeit, wie sie in tief eingeschnittenen Taelern oder in der Nahe von Quellaustritten vorkommen. Ein morphologisches Alleinstellungsmerkmal ist die Bildung von Brutknospen an den Wedelspitzen, die der vegetativen Vermehrung dienen. Die Sporenlager (Sori) auf der Blattunterseite sind laenglich und kettenartig angeordnet, was der Pflanzengruppe ihren Namen gab. Er waechst ausdauernd und bildet mit der Zeit maechtige Horste.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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