Bild folgtKI-generierte IllustrationAnagallis minima
Auch bekannt als: Kleinling, Acker-Kleinling
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Arten
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dokumentiert
Wer den Zwerg-Gauchheil (Anagallis minima) einmal gesehen hat, vergisst ihn nicht: Mit seinem winzigen Wuchs von oft nur wenigen Zentimetern und den eiförmigen, spitzen Blättern wirkt er wie ein Miniatur-Kunstwerk auf offenem Boden. Da er auf der Roten Liste in der Kategorie 2 (stark gefährdet) steht, holst du dir eine echte botanische Kostbarkeit in den Garten. Besonders wertvoll ist er nach aktuellen Daten als Partner für den Skabiosen-Scheckenfalter (Euphydryas aurinia), der diese seltene Pflanze besucht. Mit der Ansiedlung dieses Primelgewächses förderst du eine Art, die in der freien Natur kaum noch Lebensraum findet. Hast du ein feuchtes Plätzchen in deinem Garten frei, um dieses kleine Juwel zu bewahren?
Rote-Liste-Rarität: Ein winziger Lebensretter für den Skabiosen-Scheckenfalter.
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Der ökologische Wert des Zwerg-Gauchheils ist trotz seiner Größe beachtlich. Nach aktuellen Bestäubungsdaten profitiert insbesondere der Skabiosen-Scheckenfalter (Euphydryas aurinia) von seinem Vorkommen. Da die Pflanze deutschlandweit als stark gefährdet (Rote Liste 2) gilt, dient sie als wichtiger Baustein für die regionale Biodiversität. Durch die Mykorrhiza-Verbindung (AM) trägt sie zur Gesundheit des Bodenökosystems bei. Im Winter bieten die vertrockneten Pflanzenteile mikroskopisch kleinen Lebewesen Schutz. Vögel nutzen die winzigen Samen gelegentlich als Zusatzfutter in der kalten Jahreszeit. Mit dieser Pflanze schützt du ein spezialisiertes Mitglied unserer heimischen Flora.
Achtung: Der Zwerg-Gauchheil ist nicht kindersicher und sollte nicht verzehrt werden. Er enthält Inhaltsstoffe, die als schwach giftig gelten, weshalb Vorsicht bei Haustieren und Kleinkindern geboten ist. Eine Verwechslung mit dem Acker-Gauchheil (Anagallis arvensis) ist möglich, dieser ist jedoch meist kräftiger gewachsen und hat deutlich farbigere Blüten.
Licht
—
Feuchtigkeit
—
Boden
—
Blütezeit
Mai – Sep
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.04 m
Wähle einen Standort mit dauerhaft feuchter Erde, da der Zwerg-Gauchheil Trockenheit schlecht verträgt.
Der Boden sollte eher nährstoffarm und kalkfrei sein, um seinen natürlichen Bedingungen zu entsprechen.
Pflanzzeit ist von März bis Mai oder im Herbst von September bis November, solange der Boden offen ist.
Achte darauf, dass der Boden an der Pflanzstelle nicht verdichtet ist, damit sich die feinen Wurzeln ausbreiten können.
Da er sehr klein bleibt, muss der Standort frei von stark wuchernden Nachbarpflanzen gehalten werden.
Vermehrung erfolgt durch die feinen Samen, die nach der Blüte direkt vor Ort ausreifen sollten.
Gieße bei Trockenperioden ausschließlich mit kalkfreiem Regenwasser.
Dünger ist nicht notwendig und würde die konkurrenzschwache Art eher verdrängen.
Gute Partnerin: Das Sumpf-Vergissmeinnicht (Myosotis scorpioides) - beide teilen die Vorliebe für feuchte Standorte und ergänzen sich optisch hervorragend, ohne den kleinen Gauchheil zu unterdrücken.
Der Zwerg-Gauchheil (Anagallis minima) gehört zur Familie der Primelgewächse (Primulaceae) und wird oft als Archäophyt eingestuft, also als eine Art, die bereits vor der Entdeckung Amerikas 1492 bei uns heimisch war. Er ist in Deutschland und der Schweiz indigen (ursprünglich heimisch) und besiedelt bevorzugt feuchte Pionierstandorte. Morphologisch ist er durch seine ungestielten, winzigen Blüten in den Blattachseln gekennzeichnet. Er lebt in einer Symbiose mit Mykorrhiza-Pilzen vom Typ AM (Arbuskuläre Mykorrhizapilze), die den Stoffaustausch im Boden verbessern.
1 Video zu Zwerg-Gauchheil

•Middleton-Welling_2020
•FloraWeb / BfN
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
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