Schütze Deinen Garten ökologisch vor Schnecken. Erfahre, wie Du mit Brettfallen und Köderecken die Spanische Wegschnecke ohne Gift kontrollierst.
Der Juni markiert im Gartenjahr oft den Höhepunkt der Schneckenaktivität. Warme Regenschauer und üppiges Pflanzenwachstum bieten ideale Bedingungen für Saprophage (Organismen, die sich von totem oder lebendem organischem Material ernähren). Während Schnecken im Ökosystem eine wichtige Rolle als „Gesundheitspolizei“ einnehmen, indem sie abgestorbene Pflanzenteile und Aas verwerten, stellt insbesondere die Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris) Gartenbesitzer vor grosse Herausforderungen. Diese invasive Art wurde in den 1960er Jahren eingeschleppt und verdrängt seither zunehmend die heimische Rote Wegschnecke (Arion rufus).
In einem naturnah gestalteten Garten ist das Ziel nicht die vollständige Ausrottung, sondern die Regulierung der Bestände auf ein erträgliches Mass. Der Einsatz von chemischen Mitteln wie Schneckenkorn (oft auf Basis von Metaldehyd) verbietet sich hierbei von selbst, da diese Gifte nicht nur die Zielarten, sondern auch geschützte Arten wie die Weinbergschnecke (Helix pomatia) oder Prädatoren (Fressfeinde) wie den Igel (Erinaceus europaeus) und die Erdkröte (Bufo bufo) schädigen können. Ein ökologisches Management setzt stattdessen auf physikalische Barrieren, gezielte Entnahme und die Förderung der Biodiversität.
Bevor Du Massnahmen ergreifst, ist eine Differenzierung der Arten notwendig. Nicht jede Schnecke ist ein Schädling. Der Tigerschnegel (Limax maximus) beispielsweise ist ein wertvoller Verbündeter, da er räuberisch lebt und unter anderem die Eier der Wegschnecken frisst. Auch die geschützte Weinbergschnecke (Helix pomatia) richtet selten nennenswerten Schaden an, da sie vorwiegend welkes Pflanzenmaterial konsumiert.
| Artname (Wissenschaftlich) | Deutsche Bezeichnung | Ökologische Rolle |
|---|---|---|
| Arion vulgaris | Spanische Wegschnecke | Invasiv, frisst lebende Pflanzen, hohe Reproduktionsrate |
| Limax maximus | Tigerschnegel | Nützling, frisst Gelege von Wegschnecken und Pilze |
| Helix pomatia | Weinbergschnecke | Geschützt, frisst meist welkes Material und Algen |
| Deroceras reticulatum | Genetzte Ackerschnecke | Frisst junge Keimlinge und Wurzeln im Boden |
| Anguis fragilis | Blindschleiche | Wichtiger Fressfeind von Nacktschnecken |
Nachfolgend findest Du bewährte Strategien, die nach aktuellen ökologischen Erkenntnissen die Population der Spanischen Wegschnecke (Arion vulgaris) reduzieren, ohne das biologische Gleichgewicht zu stören.
Schnecken sind primär nachtaktiv, da ihre weiche Körperhülle kaum Schutz vor Evaporation (Verdunstung) bietet. Nutze eine Stirnlampe, um nach Einbruch der Dunkelheit oder nach einem warmen Sommerregen Deine Beete zu kontrollieren. Konzentriere Dich dabei besonders auf empfindliche Kulturen wie Kopfsalat (Lactuca sativa) oder junge Rittersporne (Delphinium). Das manuelle Absammeln ist die präziseste Methode, um gezielt nur die invasiven Arten zu entnehmen.
Lege mehrere breite Holzbretter zwischen Deine Beetreihen. Die Tiere suchen diese dunklen, feuchten Orte auf, um den Tag geschützt vor der Sonne zu verbringen. Wende die Bretter am frühen Morgen und sammle die darunter festsitzenden Schnecken ab. Diese Methode nutzt das natürliche Verhalten der Tiere, sich bei Lichtmangel und Feuchtigkeit zu sammeln.
Ähnlich wie das Brett fungiert ein umgedrehter Tontopf, der mit einem kleinen Stein leicht angehoben wird, als ideales Versteck. Auch alte Dachziegel, die schräg gegeneinander gelehnt werden, bieten durch den entstehenden Hohlraum ein attraktives Mikroklima. Kontrolliere diese Stellen täglich. Der Vorteil hierbei ist, dass Du die Standorte permanent beibehalten kannst, ohne das Gartenbild zu stören.
Ausgelegte Hälften von ausgepressten Orangen wirken stark anziehend auf viele Nacktschneckenarten. Die ätherischen Öle und die verbleibende Feuchtigkeit fungieren als Lockmittel. Platziere die Schalen am Abend im Beet und sammle sie samt der darin befindlichen Tiere am nächsten Morgen ein. Beachte jedoch, dass dies eine kurzfristige Massnahme ist und die Schalen regelmässig erneuert werden müssen.
Statt die Schnecken nur zu bekämpfen, kannst Du sie aktiv umleiten. Schaffe in einer abgelegenen Ecke Deines Gartens, idealerweise in der Nähe eines Komposthaufens, eine Zone mit Pflanzenabfällen, welken Salatblättern oder etwas feuchtem Mulch. Kombiniere dies mit einer Brett-Falle. Die Tiere werden den Weg des geringsten Widerstands wählen und die dort angebotene Nahrung Deinen Jungpflanzen vorziehen. Von dort aus kannst Du sie gesammelt in eine naturnahe Hecke oder in den Wald umsiedeln.
Um den Druck durch die Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris) dauerhaft zu senken, solltest Du Deine Gartenpflege anpassen:
Durch diese Kombination aus unmittelbarer Intervention und ökologischer Gestaltung verwandelst Du Deinen Garten in ein stabiles Ökosystem, in dem Schneckenschäden auf ein natürliches Minimum reduziert werden.
Der Tigerschnegel (Limax maximus) frisst Gelege von Wegschnecken. Auch die geschützte Weinbergschnecke (Helix pomatia) ist als Zersetzer nützlich.
Salz verursacht einen grausamen Tod durch Osmose und schädigt langfristig die Bodenstruktur sowie das Mikroleben in Deinem Garten.
Koffein wirkt in hohen Dosen als Nervengift auf Schnecken. Die im Garten üblichen Mengen reichen jedoch meist nur für eine kurzzeitige Abschreckung aus.
Siedle sie in ein entferntes Waldstück oder eine Brachfläche um. In Deinem Garten kannst Du sie in eine Köder-Ecke abseits der Beete bringen.
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