Erfahre, welche 5 Wildbienen-Arten im März erwachen und wie du frühe Wildbienen unterstützen kannst. Tipps für einen insektenfreundlichen Naturgarten.
Sobald die ersten Sonnenstrahlen den Boden im März erwärmen, kehrt das Leben in den Naturgarten zurück. Während Honigbienen oft noch in ihren Stöcken verweilen, sind viele Wildbienenarten bereits bei kühlen Temperaturen aktiv. In meinem Artikel Gartenrundgang März: So erwacht dein Naturgarten (Schneeglöckchen, Bärlauch & Boden) haben wir bereits gesehen, wie die Flora erwacht. Doch wer besucht diese Blüten eigentlich?
Viele Wildbienen haben einen extrem kurzen Lebenszyklus. Sie fliegen oft nur wenige Wochen. Finden sie in dieser Zeit keinen Pollen, bricht die nächste Generation zusammen. In aufgeräumten Gärten fehlt es oft an Nahrung. Ökologie muss hier vor Optik gehen: Ein "unordentlicher" Garten mit Laubresten und heimischen Wildkräutern rettet Leben.
Sie ist eine der ersten. Man erkennt sie an ihrem tiefschwarzen Körper und dem rostroten Hinterleib. Sie ist recht groß und pelzig. Das hilft ihr, auch bei kühlerem Wetter die Körpertemperatur zu halten. Sie besiedelt gerne Nisthilfen, sofern die Röhren sauber sind.
Sie sieht auf den ersten Blick aus wie eine kleine Hummel. Ihr Flug ist rasant. Sie kann fast wie ein Kolibri vor Blüten stehen bleiben. Besonders gerne besucht sie den Lungenkraut-Bestand oder die ersten Taubnesseln. Sie gräbt ihre Nester oft in Steilwände oder alte Mauern mit Lehmfugen.
Diese Biene ist eine Spezialistin. Ihr Name ist Programm: Ohne Weiden (vor allem die Sal-Weide) kann sie nicht überleben. Sie hat einen silbrig-grauen Pelz. Man findet sie oft in großen Kolonien an sandigen, spärlich bewachsenen Bodenstellen. Hier ist es wichtig, den Boden nicht zu mulchen, um den Zugang zu den Nestern nicht zu versperren.
Ein echter Hingucker im Märzgarten. Das Weibchen ist leuchtend fuchsrot behaart. Sie gräbt ihre Nester bevorzugt in Rasenflächen oder Beete. Wer im März kleine Erdhaufen im Rasen sieht, sollte nicht zum Rechen greifen. Es sind die Kinderstuben dieser nützlichen Bestäuber.
Sie ist etwas größer als die typische Honigbiene und wirkt recht dunkel. Auch sie ist eng an die Blüte der Weiden gebunden. Sie liebt lockere, sandige Böden in sonniger Lage. Im Naturgarten lassen wir für sie bewusst Kahlstellen im Boden zu.
| Art | Aussehen | Bevorzugte Nahrung | Nistplatz |
|---|---|---|---|
| Gehörnte Mauerbiene | Schwarzer Kopf, roter Bauch | Obstblüten, Lungenkraut | Hohlräume, Röhren |
| Frühlings-Pelzbiene | Hummelartig, graubraun | Taubnesseln, Lerchensporn | Lehmwände, Boden |
| Weiden-Sandbiene | Silbrig-grau behaart | Ausschließlich Weiden | Sandiger Boden |
| Rotpelzige Sandbiene | Leuchtend fuchsrot | Beerensträucher, Ahorn | Rasen, Beete |
| Frühlings-Seidenbiene | Graubraun, groß | Weidenpollen | Lockere Sandböden |
1. Weiden pflanzen (Salix caprea) Die Sal-Weide ist die wichtigste Pflanze im März. Sie bietet hochwertigen Pollen und reichlich Nektar. Achte beim Kauf darauf, keine Zuchtformen wie die Trauerweide zu wählen. Die heimische Wildform hat den höchsten ökologischen Wert.
2. Mut zur Lücke im Boden Über 75 % unserer Wildbienen nisten im Boden. Wer jede freie Stelle mit Rindenmulch abdeckt, nimmt ihnen den Lebensraum. Lass kleine Bereiche im Garten offen. Sandige Ecken in der vollen Sonne sind perfekte Nistplätze.
3. Frühblüher kombinieren Ergänze Schneeglöckchen und Krokusse durch Wildstauden. Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) und der Hohle Lerchensporn sind wertvolle Quellen. Sie blühen genau dann, wenn die Pelzbienen ihre Energie benötigen.
4. Totholz liegen lassen Ein dicker, mürber Baumstamm in einer sonnigen Ecke ist wertvoller als jedes Baumarkt-Insektenhotel. Viele Bienenarten nutzen die Fraßgänge von Käfern im Holz als Kinderstube. Ökologie bedeutet hier: Liegenlassen ist die aktivste Form des Naturschutzes.
Der März ist die Schicksalszeit für unsere Wildbienen. Wer jetzt auf Ordnung verzichtet und gezielt heimische Weiden und Frühblüher fördert, schafft eine Oase der Biodiversität. Frühe Wildbienen unterstützen heißt vor allem: Lebensräume erhalten und Nahrung anbieten, bevor der große Ansturm im Mai beginnt.
Sie übernehmen die Bestäubung, wenn es für Honigbienen noch zu kalt ist. Viele Obstbäume profitieren von ihrem frühen Einsatz ab etwa 10 Grad Celsius.
Die Sal-Weide ist die wichtigste Nahrungsquelle. Auch Schneeglöckchen, Krokusse und Lungenkraut bieten jetzt lebensnotwendigen Nektar und Pollen.
Achte auf kleine Erdhügel mit einem zentralen Loch, die wie Mini-Vulkane aussehen. Bitte nicht betreten oder umgraben, um die Brut zu schützen.
Hauptartikel: Gartenrundgang März: So erwacht dein Naturgarten (Schneeglöckchen, Bärlauch & Boden)
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