Entdecke 5 ökologisch wertvolle Wildblumen für den Juni und warum der gefürchtete Giersch eine wichtige Rolle für die Artenvielfalt spielt.
Der Juni ist ein Übergangsmonat im Naturgarten. Die Frühjahrsblüher ziehen sich zurück, und der Hochsommer steht vor der Tür. Genau jetzt ist es entscheidend, Nahrungslücken für Insekten zu schließen. In diesem Artikel stelle ich dir fünf oft übersehene heimische Pflanzen vor, die echte Biodiversitäts-Booster sind – plus eine Bonuspflanze, die einen schlechten Ruf hat, aber ökologisch unverzichtbar ist.
Im Gegensatz zu gefüllten Zuchtblumen bieten unsere heimischen Arten Pollen und Nektar in einer Form an, die von der Evolution über Jahrtausende auf unsere Insektenwelt abgestimmt wurde. Wer Wildbienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen fördern will, muss auf Regionalität setzen.
In der folgenden Übersicht findest du die fünf Pflanzen, die im Juni besonders wichtig sind, inklusive ihrer Standortansprüche.
| Pflanze | Lateinischer Name | Standort-Präferenz | Ökologischer Hauptnutzen |
|---|---|---|---|
| Wiesenpippau | Crepis biennis | Sonnig, nährstoffreich, frisch | Massentracht für diverse Wildbienenarten |
| Kriechender Hahnenfuß | Ranunculus repens | Feucht, verdichtet, nährstoffreich | Wichtige Pollenquelle, robust |
| Klatschmohn | Papaver rhoeas | Sonnig, gestörter Boden (Ruderal) | Hochwertiger Pollen (kein Nektar) |
| Schöllkraut | Chelidonium majus | Halbschatten, stickstoffreich (Mauern) | Zuverlässiger Pollenspender |
| Hunds-Veilchen | Viola canina | Sauer, mager, sandig-lehmig | Raupenfutterpflanze (Perlmuttfalter) |




Der Wiesenpippau ist eine klassische Wiesenpflanze, die oft mit dem Löwenzahn verwechselt wird, aber im Wuchs deutlich höher und verzweigter ist. Er liebt nährstoffreiche Böden.
Der ökologische Wert: Für Wildbienen ist er eine echte „Massentracht“. Das bedeutet, er liefert Nektar und Pollen in großen Mengen. Sowohl Generalisten als auch auf Korbblütler spezialisierte Bienen finden hier reichlich Nahrung. Lass ihn in deinen Wiesenbereichen stehen, um diese Futterquelle zu sichern.
Viele Gärtner bekämpfen ihn, doch der Kriechende Hahnenfuß ist ein Überlebenskünstler. Er wächst dort, wo andere aufgeben: auf verdichteten, schweren und nassen Böden.
Warum du ihn dulden solltest: Seine leuchtend gelben Blüten sind Magneten für kleine Wildbienenarten und Fliegen. Er schließt den Boden schnell und verhindert Erosion. Betrachte ihn nicht als Feind, sondern als robusten Bodendecker für Problemzonen.
Der Klatschmohn ist der Inbegriff des Sommers. Als Ruderalpflanze besiedelt er offene, gestörte Bodenstellen. Wichtig zu wissen: Mohn produziert keinen Nektar.
Die Funktion: Er ist ein reiner Pollenspender. Beobachte einmal die Insekten in der Blüte: Sie wälzen sich regelrecht im schwarzen Pollen. Dieser ist extrem eiweißreich und essenziell für die Aufzucht der Insektenbrut.
Oft in Mauerritzen oder schattigen Ecken zu finden, ist das Schöllkraut ein Stickstoffzeiger. Früher als Heilpflanze gegen Warzen genutzt, hat es im Naturgarten eine andere Funktion.
Verbreitung durch Ameisen: Die Samen besitzen ein Elaiosom (ein fettreiches Anhängsel), das Ameisen anlockt. Diese tragen die Samen durch den Garten und sorgen für die Verbreitung. Es blüht lange und bietet Pollen, wenn andere Quellen versiegen.
Im Gegensatz zu den vorherigen Arten mag das Hunds-Veilchen eher magere, saure Standorte (z. B. Heidegärten oder sandige Ecken).
Raupenfutter: Während viele Pflanzen Nektar für Falter bieten, ist das Hunds-Veilchen entscheidend für den Nachwuchs. Die Raupen verschiedener Perlmuttfalter-Arten sind auf Veilchengewächse als Futterpflanze angewiesen.
Wahrscheinlich zuckst du beim Namen „Giersch“ zusammen. Er gilt als eines der hartnäckigsten Unkräuter. Doch aus ökologischer Sicht müssen wir umdenken.
Mein Rat: Bekämpfe ihn nicht dort, wo er nicht stört. Ein blühender Giersch-Bestand in einer wilden Ecke ist ein Hotspot für Nützlinge, die wiederum Blattläuse in deinem Garten dezimieren.
Giersch ist ein Doldenblütler und bietet offenen Nektar für Schwebfliegen, Käfer und kleine Wildbienen. Zudem ist er Raupenfutterpflanze.
Nein, Klatschmohn produziert keinen Nektar. Er ist eine reine Pollenpflanze und liefert eiweißreiches Futter für die Brut von Wildbienen.
Der Wiesenpippau bevorzugt sonnige Standorte mit nährstoffreichen, frischen Böden. Er ist typisch für Fettwiesen.
Das Hunds-Veilchen ist essenziell für die Raupen verschiedener Perlmuttfalter-Arten, die auf Veilchengewächse spezialisiert sind.
Biologisch nein. Er ist eine wertvolle heimische Art, die verdichtete Böden besiedelt und Nahrung für diverse Insekten bietet.
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