Erfahren Sie, wie Sie ein Sandarium bauen: Eine Anleitung für Bodenbrüter unter den Wildbienen. Warum offene Bodenstellen wichtiger sind als jedes Insektenhotel.
Ein Garten voller Blüten ist ein wunderbarer Anfang. Doch für die meisten Wildbienen endet die Reise dort oft tragisch. Während wir Menschen meist an die klassischen „Bienenhotels“ aus Holz denken, ignorieren wir die Bedürfnisse der Mehrheit. Über drei Viertel der ca. 560 heimischen Wildbienenarten sind Bodenbrüter.
Sie graben ihre Gänge in die Erde. In einem gepflegten Garten finden sie jedoch kaum Platz. Dichte Rasenflächen, Rindenmulch oder Vliese versperren den Zugang zum Boden. Hier kommt das Sandarium ins Spiel. Es ist weit mehr als eine „Sandkiste“. Es ist eine Überlebensstation für Arten wie die Sandbiene oder die Seidenbiene.
Ein Sandarium anzulegen ist ökologisch wertvoller als jedes gekaufte Insektenhotel. Wer bereits im Herbst mit dem Artikel Wildblumenwiese in 1 Jahr: So gelingt die Initialbepflanzung im Herbst die Nahrungsgrundlage geschaffen hat, sollte nun den Wohnraum folgen lassen.
Den richtigen Ort finden
Die Grube ausheben
Dränageschicht einbauen
Das richtige Substrat wählen
Struktur und Schutz hinzufügen
| Sandtyp | Eignung | Grund |
|---|---|---|
| Ungewaschener Grubensand | Exzellent | Hoher Lehmanteil sorgt für Stabilität der Gänge. |
| Spielsand (gewaschen) | Ungeeignet | Körner sind rundgeschliffen; Gänge stürzen sofort ein. |
| Quarzsand | Bedingt | Meist zu fein und nährstoffarm, bietet kaum Halt. |
| Recycling-Sand | Ungeeignet | Kann Schadstoffe oder zu scharfe Kanten enthalten. |
Ein Sandarium muss nicht „ordentlich“ aussehen. Im Gegenteil: Kahle Stellen sind das Ziel.
Kombinieren Sie das Sandarium mit heimischen Wildpflanzen. Bienen benötigen kurze Wege zwischen Nistplatz und Nahrungsquelle. Wenn die Larven im Sand schlüpfen, ist die nahegelegene Wildblumenwiese ihr erster Supermarkt. So schließen Sie den Kreislauf der Biodiversität in Ihrem eigenen Garten.
Das Sandarium ist das fehlende Puzzleteil im Naturgarten. Es braucht wenig Platz, aber rettet ganze Populationen. Mit ungewaschenem Sand und einem sonnigen Standort schaffen Sie einen Lebensraum, der in unserer intensiv genutzten Landschaft fast verschwunden ist. Bauen Sie mit – für die Vielfalt vor Ihrer Haustür.
Nutzen Sie ungewaschenen Grubensand mit Lehmanteil. Dieser ist formstabil, sodass die gegrabenen Gänge der Wildbienen nicht einstürzen. Gewaschener Spielsand ist völlig ungeeignet.
Wählen Sie einen vollsonnigen, windgeschützten Platz mit Südausrichtung. Die Wärme ist für die Entwicklung der Bienenlarven im Boden lebensnotwendig. Schattenplätze funktionieren nicht.
Halten Sie die Fläche weitgehend frei von Pflanzenbewuchs. Entfernen Sie aufkommende Wildkräuter regelmäßig per Hand, damit der Boden für die grabenden Bienen gut zugänglich bleibt.
Hauptartikel: Wildblumenwiese in 1 Jahr: So gelingt die Initialbepflanzung im Herbst
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