Erfahre, welche Insekten im Mai von heimischen Wildblumen profitieren. Ein vertiefender Blick auf Bienenweiden, Bestäubungsstrategien und praktische Gartentipps.
Der Mai markiert in der Phänologie – der Lehre von den im Jahresablauf periodisch wiederkehrenden Entwicklungserscheinungen in der Natur – den Übergang zum Vollfrühling. Während die ersten Obstbäume bereits verblühen, entfaltet die Krautschicht im Garten nun ihre volle Vitalität. Für dich als Gartenbesitzer ist dies die entscheidende Phase, um das Überleben spezialisierter Insekten zu sichern. In Ergänzung zum Hauptartikel über die wichtigsten Wildblumen betrachten wir nun die komplexen Wechselbeziehungen zwischen Flora (Pflanzenwelt) und Fauna (Tierwelt).
Im Mai herrscht Hochsaison für die Gruppe der Hautflügler (Hymenoptera), zu der neben der Honigbiene (Apis mellifera) auch hunderte Arten von Wildbienen und Wespen gehören. Besonders auffällig sind nun die Mauerbienen (Osmia). Die Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta) ist bereits seit März aktiv, doch im Mai gesellt sich die Rostrote Mauerbiene (Osmia bicornis) hinzu. Diese Arten sind für die Bestäubung in deinem Garten weitaus effizienter als Honigbienen, da sie bereits bei niedrigeren Temperaturen fliegen.
Ein weiterer wichtiger Gast ist die Schwebfliege (Syrphidae). Viele Gartenbesitzer verwechseln sie aufgrund ihrer gelb-schwarzen Warnfärbung mit Wespen. Schwebfliegen besitzen jedoch nur zwei Flügel und können, wie ihr Name sagt, bewegungslos in der Luft verharren. Sie profitieren massiv von Doldenblütlern wie dem Wiesenkerbel (Anthriscus sylvestris). Ihre Larven sind zudem wertvolle Nützlinge, da sie große Mengen an Blattläusen vertilgen.
Die folgende Tabelle verdeutlicht, welche Wildblumen im Mai für welche Insektengruppen den höchsten ökologischen Wert besitzen. Dabei wird zwischen dem Nektarwert (Energiequelle) und dem Pollenwert (Aufzuchtnahrung) unterschieden, jeweils auf einer Skala von 1 (gering) bis 4 (sehr hoch).
| Pflanze (Botanischer Name) | Hauptprofiteure | Nektarwert | Pollenwert | Ökologische Bedeutung |
|---|---|---|---|---|
| Wiesenkerbel (Anthriscus sylvestris) | Schwebfliegen, Käfer, Wildbienen | 2 | 2 | Wichtige „Tankstelle“ für Kurzrüssler |
| Wiesensalbei (Salvia pratensis) | Hummeln, Holzbienen | 4 | 2 | Komplexer Klappmechanismus zur Bestäubung |
| Kriechender Günsel (Ajuga reptans) | Pelzbienen, Falter | 3 | 2 | Bodendecker mit hoher Nektardichte |
| Zaunwicke (Vicia sepium) | Langrüssel-Hummeln | 3 | 3 | Stickstofffixierer mit hochwertigem Pollen |
| Margerite (Leucanthemum vulgare) | Käfer, Wildbienen, Fliegen | 2 | 3 | Landeplattform für viele Insektenfamilien |
Du solltest verstehen, dass etwa 30 Prozent unserer heimischen Wildbienenarten oligolektisch sind. Das bedeutet, sie sind in ihrer Evolution eine so enge Bindung mit bestimmten Pflanzen eingegangen, dass sie ohne diese nicht überleben können. Wenn du beispielsweise die Glockenblume (Campanula) in deinem Garten ansiedelst, förderst du gezielt die Glockenblumen-Scherenbiene (Chelostoma rapunculi). Ohne diese spezifische Gattung findet das Weibchen keine Nahrung für seine Brut, selbst wenn der restliche Garten in voller Blüte steht. Der Mai ist der ideale Monat, um solche spezialisierten Nischen durch gezielte Pflanzungen zu füllen.
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Durch diese gezielten Maßnahmen verwandelst du deinen Garten in ein Trittsteinbiotop. Ein Trittsteinbiotop ist eine kleine, geschützte Fläche, die es Tieren ermöglicht, zwischen weit entfernten Lebensräumen zu wandern und so den genetischen Austausch innerhalb einer Art zu sichern. Dein Garten im DACH-Raum wird so zu einem aktiven Teil des Naturschutzes.
Oligolektische Bienen sind Spezialisten, die Pollen zur Aufzucht ihrer Larven nur an Pflanzen einer bestimmten Familie oder Gattung sammeln.
Die flachen Blüten des Wiesenkerbels (Anthriscus sylvestris) machen Nektar leicht zugänglich für Insekten mit kurzen Mundwerkzeugen wie Schwebfliegen.
Ein Trittsteinbiotop ist ein kleiner naturnaher Lebensraum, der Tieren die Wanderung und Ausbreitung zwischen größeren Biotopen ermöglicht.
Pollen ist die primäre Eiweißquelle für Insektenlarven. Ohne spezifischen Pollen können viele Wildbienenarten ihre Brut nicht erfolgreich aufziehen.
Hauptartikel: Top 5 heimische Wildblumen im Mai: So stärkst du die Artenvielfalt
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