Erfahre, wie du ein frostfreies Winterquartier für die Erdkröte im Garten anlegst. Totholz und Laub sind essenziell für Amphibien. Jetzt Habitat schaffen!
Der Garten im Winter wirkt auf den ersten Blick ruhig, doch unter der Oberfläche geht es um das nackte Überleben. Für Amphibien wie die Erdkröte (Bufo bufo) ist ein geeignetes Winterquartier für die Erdkröte im Garten keine Frage der Ästhetik, sondern der Existenz. Während wir Gärtner oft dazu neigen, im Herbst "aufzuräumen", entziehen wir damit unseren nützlichsten Verbündeten die Lebensgrundlage.
Dieser Artikel beleuchtet die ökologischen Zusammenhänge zwischen Totholzstrukturen und der Überwinterung von Amphibien und dient als fachliche Vertiefung zu unserem Leitfaden Käferkeller selber bauen: Die Schritt-für-Schritt-Anleitung für mehr Biodiversität.
Um zu verstehen, warum wir Totholz benötigen, müssen wir die Biologie der Erdkröte betrachten. Als poikilotherme (wechselwarme) Tiere passt sich ihre Körpertemperatur der Umgebung an. Sinken die Temperaturen dauerhaft unter 5 Grad Celsius, fallen sie in eine Kältestarre. In diesem Zustand sind Stoffwechsel und Herzschlag auf ein Minimum reduziert.
Das bedeutet für die Gartengestaltung:
Erdkröten graben sich selten selbst tief genug ein. Sie nutzen vorhandene Hohlräume, Mäusegänge oder eben: die Lücken in Totholzhaufen.
Warum lieben Erdkröten ausgerechnet Totholz? Biologisch betrachtet ist verrottendes Holz ein exzellenter Wärmespeicher. Durch den Zersetzungsprozess von Pilzen und Bakterien entsteht mikroskopische Abwärme. Zudem speichert morsches Holz Feuchtigkeit wie ein Schwamm.
Ökologie vor Optik: Ein "aufgeräumter" Holzstapel auf Pflastersteinen bietet kaum Schutz. Ein wilder Haufen aus Wurzelstöcken, Ästen und Laub hingegen schafft ein Mikroklima, das lebensrettend ist. Die Hohlräume zwischen dem Holz dienen als Isolierkammern.
Nicht jeder Haufen ist ein geeignetes Winterquartier. Achte auf folgende Parameter:
| Struktur-Merkmal | Optimal für Erdkröten (Naturgarten) | Ungeeignet / Kritisch |
|---|---|---|
| Bodenkontakt | Direkt auf offenem Boden (ermöglicht Eingraben) | Auf versiegelten Flächen (Beton/Plastikfolie) |
| Füllmaterial | Laub, Moos, lockere Erde in den Zwischenräumen | Leere Zwischenräume (Zugluftgefahr) |
| Standort | Halbschattig bis schattig, feucht | Pralle Südsonne (Austrocknungsgefahr im Frühjahr) |
| Umgebung | Hohe Krautschicht, heimische Wildpflanzen | Englischer Rasen, vegetationsfreie Zone |
Wenn du bereits einen Käferkeller angelegt hast, besitzt du schon eine exzellente Basis. Falls nicht, kannst du gezielt ein Totholz-Winterquartier schaffen, das sowohl Amphibien als auch xylobionten (holzbewohnenden) Käfern dient.
Es erfordert oft ein Umdenken, Totholz und Laub liegenzulassen. Doch genau diese Strukturen sind die "Infrastruktur" der Biodiversität. Ein Totholzhaufen ist nicht nur Schlafplatz, er ist auch das Buffet für das Frühjahr. Wenn die Kröten im März erwachen, finden sie dort Asseln, Schnecken und Käfer direkt vor der "Haustür".
Verzichte in der Nähe dieser Quartiere unbedingt auf den Einsatz von schweren Maschinen oder chemischen Mitteln. Dein Ziel ist ein sicheres Refugium, das über Jahre bestehen bleibt und sich langsam zersetzt – ein natürlicher Kreislauf direkt in deinem Garten.
Sie suchen frostfreie Hohlräume unter Totholzhaufen, in Wurzelbereichen, Komposthaufen oder verlassenen Mäuselöchern.
Meist ab Oktober oder November, sobald die Temperaturen dauerhaft unter 5 Grad fallen. Sie endet im März/April.
Nein, niemals. Das würde die isolierende Schutzschicht zerstören und die Tiere dem sicheren Kältetod aussetzen.
Sie ernähren sich von Schnecken, Asseln, Würmern und Käfern, die sie oft direkt im Totholz-Habitat finden.
Hauptartikel: Käferkeller selber bauen: Die Schritt-für-Schritt-Anleitung für mehr Biodiversität
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