Anleitung für Versickerungsmulden im Naturgarten: So setzen Sie das Schwammstadt-Prinzip um, schützen vor Starkregen und fördern die Biodiversität mit heimischen Pflanzen.
Der Klimawandel stellt unsere Gärten vor extreme Herausforderungen. Während wir uns in einem vorherigen Artikel bereits mit dem Naturgarten nach der Dürre: Strategien für Resilienz im Klimawandel beschäftigt haben, widmen wir uns heute dem direkten Gegenspieler der Trockenheit: dem Starkregen. Das Ziel ist die Verwandlung Ihres Grundstücks in eine „Schwammstadt“ im Miniaturformat.
In konventionellen Gärten wird Regenwasser oft direkt in die Kanalisation geleitet. Das ist ökologisch fatal. Es entzieht dem Boden Feuchtigkeit und belastet bei Unwettern die Kläranlagen. Das Schwammstadt-Prinzip kehrt dies um. Hier fungiert das Gelände als Speicher.
| Merkmal | Konventionelle Entwässerung | Schwammstadt-Prinzip (Versickerung) |
|---|---|---|
| Wasserziel | Schnellstmöglich in die Kanalisation | Rückhalt und Versickerung vor Ort |
| Bodenfeuchte | Trocknet schnell aus | Langfristige Hydrierung des Bodens |
| Ökologie | Toter Raum (Rohre) | Lebendige, wechselfeuchte Biotope |
| Kosten | Abwassergebühren steigen | Einsparung von Niederschlagsgebühren |
Eine Versickerungsmulde ist eine flache, bepflanzte Bodenvertiefung. Sie fängt das Wasser von Dachflächen oder Wegen auf und lässt es langsam versickern.
Das Geheimnis einer funktionierenden Mulde liegt in der Pflanzwahl. Diese müssen „wechselfeucht“ vertragen – also sowohl zeitweise Überflutung als auch trockene Phasen.
Eine Versickerungsmulde ist kein klassisches Beet. Sie ist ein dynamisches System.
Durch das Anlegen solcher Mulden leisten Sie einen aktiven Beitrag zum Hochwasserschutz. Gleichzeitig schaffen Sie ein Mikroklima, das Ihren Garten in Hitzeperioden kühl hält. Es ist die konsequente Fortführung der Strategien aus dem Artikel „Naturgarten nach der Dürre: Strategien für Resilienz im Klimawandel“: Wasser ist Leben – wir müssen es im Garten halten.
Sandige Böden sind ideal, da sie Wasser schnell leiten. Lehmige Böden benötigen eine tiefere Bauweise mit Sand- oder Kiesunterfütterung, um Staunässe im Wurzelbereich zu vermeiden.
Nein, eine fachgerecht angelegte Mulde ist nach spätestens 24 Stunden leer. Das reicht für die Entwicklung von Mückenlarven nicht aus, lockt aber natürliche Fressfeinde wie Libellen an.
Planen Sie etwa 10 bis 20 Prozent der Dachfläche als Muldenfläche ein. Bei 50 m² Dachfläche sollte die Mulde also etwa 5 bis 10 m² groß sein, um auch Starkregen sicher zu bewältigen.
Ja, das ist möglich. Wählen Sie dann schattenliebende, wechselfeuchte Pflanzen wie die Bach-Nelkenwurz, verschiedene Seggen-Arten oder den Wald-Geißbart für die ökologische Gestaltung.
Hauptartikel: Naturgarten nach der Dürre: Strategien für Resilienz im Klimawandel




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