Erfahren Sie, wie Sie Ihren Gartenboden wildbienenfreundlich pflegen, Brutkammern schützen und auf das Umgraben verzichten, um die Artenvielfalt zu fördern.
Im Juli erreichen viele bodennistende Wildbienen ihren Aktivitätshöhepunkt. Arten wie die Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta) oder verschiedene Sandbienen (Andrena-Arten) haben ihre Nester bereits angelegt, während spezialisierte Arten wie die Seidenbiene (Colletes cunicularius) ihre Bruthöhlen aktiv bestücken. Der Boden ist in dieser Phase ein hochsensibler Raum. Wenn wir den Gartenboden wildbienenfreundlich gestalten, bedeutet dies primär den Schutz der sogenannten Brutkammern unter der Oberfläche.
Das klassische Umgraben, das oft als Vorbereitung für die nächste Pflanzsaison angesehen wird, wirkt für diese Insekten wie eine Katastrophe. Die Niströhren werden zerstört, die Larven an die Oberfläche befördert und dort Fressfeinden oder ungünstigen klimatischen Bedingungen ausgesetzt. Stattdessen sollten Sie auf eine naturnahe Bodenpflege setzen, die die natürlichen Strukturen bewahrt.
| Maßnahme | Auswirkung auf Wildbienen | Empfehlung |
|---|---|---|
| Umgraben | Zerstört Niströhren vollständig | Unterlassen |
| Hacken | Beschädigt Eingänge und Larven | Nur oberflächlich |
| Mulchen (offene Stellen) | Deckt Nistplätze unzugänglich ab | Auf Sandstellen verzichten |
| Bodenbedeckung (Pflanzen) | Schützt vor Erosion und Hitze | Fördern |
Die Pflege ohne Umgraben fördert zudem die Bodenfauna, etwa Regenwürmer (Lumbricidae), die den Boden natürlich durchlüften. Ein gesunder Boden ist das Fundament für die Bestäubungsleistung in Ihrem Garten. Wenn Sie im Juli kleine Erdhügel oder kleine Löcher im Boden entdecken, ist dies ein Zeichen für ein funktionierendes, wildbienenfreundliches Ökosystem. Belassen Sie diese Strukturen bis weit in den Herbst hinein, da die Entwicklung der Folgegeneration oft mehrere Monate in Anspruch nimmt.
Umgraben zerstört die unterirdischen Niströhren und Brutkammern, in denen sich die Wildbienenlarven entwickeln, und führt zum Absterben der Population.
Achten Sie auf kleine Löcher im Boden, oft umgeben von feinen Erdhügeln (Kraterchen) an sonnigen, vegetationsarmen Stellen.
Verteilen Sie reifen Kompost nur flächig als dünne Schicht auf der Oberfläche. Das Bodenleben arbeitet den Dünger über Zeit selbst ein.
Hauptartikel: Bodennistende Wildbienen im Garten: Lebensraum schützen
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