Erfahre, wie du mit einer Brennnesselecke Schmetterlinge wie Tagpfauenauge und Admiral förderst. Tipps zu Standort und Pflege für heimische Biodiversität im Naturgarten.
In vielen Gärten gilt sie als lästiges Unkraut, das so schnell wie möglich entfernt werden muss. Doch für einen echten Naturgarten ist die Brennnessel (Urtica dioica) die wichtigste Pflanze überhaupt. Wer Schmetterlinge nicht nur als flüchtige Gäste bei der Nektarsuche beobachten, sondern ihren gesamten Lebenszyklus fördern möchte, kommt um eine „Brennnesselecke“ nicht herum.
Nachdem wir uns bereits damit beschäftigt haben, wie Sie im Naturgarten im April: Kompost veredeln & Artenvielfalt fördern, legen wir nun den Fokus auf eine der effektivsten Maßnahmen für den Artenschutz: das gezielte Zulassen von Wildnis.
Schmetterlinge sind wählerisch. Während die erwachsenen Falter an vielen verschiedenen Blüten Nektar trinken, sind ihre Raupen oft auf ganz bestimmte Futterpflanzen spezialisiert. Die Brennnessel fungiert hierbei als eine Art „Super-Pflanze“.
| Schmetterlingsart | Bevorzugter Standort der Brennnessel | Besonderheit der Raupen |
|---|---|---|
| Tagpfauenauge | Vollsonnig, eher feucht | Leben gesellig in großen Gespinsten |
| Kleiner Fuchs | Sonnig und warm | Verpuppen sich oft direkt an der Pflanze |
| Admiral | Halbschattig bis sonnig | Raupen rollen sich in Brennnesselblätter ein |
| Landkärtchen | Schattig und luftfeucht (Waldrandcharakter) | Erzeugt zwei völlig unterschiedlich aussehende Generationen |
Damit die Brennnessel im Garten für Schmetterlinge attraktiv wird, reicht ein schattiges Eck hinter dem Schuppen oft nicht aus. Die meisten Falter bevorzugen für ihre Eiablage Pflanzen, die an warmen Plätzen wachsen.
Ökologie geht in diesem Fall vor Optik. Eine Brennnesselecke muss nicht „gepflegt“ aussehen. Im Gegenteil: Je ungestörter die Pflanzen wachsen, desto besser.
Neben den Schmetterlingen profitieren zahlreiche andere Nützlinge. Blattläuse, die sich an Brennnesseln siedeln, locken Marienkäfer und Schwebfliegen an. Diese wiederum halten Ihren restlichen Garten von Schädlingen frei. Zudem ist die Brennnessel ein hervorragender Indikator für einen gesunden Boden. Nutzen Sie den Beischnitt der Pflanzen zudem für eine wertvolle Brennnesseljauche, um Ihre Starkzehrer organisch zu düngen. So schließt sich der Kreislauf im ökologischen Gartenbau.
Wähle einen sonnigen, windgeschützten Platz auf stickstoffreichem Boden. Die meisten Schmetterlingsraupen benötigen Wärme für ihre Entwicklung, daher sind vollsonnige Brennnesseln ideal.
Über 50 Arten nutzen sie. Besonders bekannt sind das Tagpfauenauge, der Kleine Fuchs, der Admiral und das Landkärtchen. Ohne die Brennnessel können diese Arten im Garten nicht überleben.
Lasse die Stängel bis zum Frühjahr stehen. Viele Insekten und Puppen überwintern direkt in oder an den vertrockneten Pflanzen. Ein Rückschnitt erfolgt erst, wenn der Neuaustrieb beginnt.
Nutze Wurzelsperren im Boden oder pflanze sie in große Kübel. Das Entfernen der Blütenstände vor der Samenreife verhindert zudem die unkontrollierte Ausbreitung durch Flugsamen im Wind.
Hauptartikel: Naturgarten im April: Kompost veredeln & Artenvielfalt fördern




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