Erfahre, wie du im Mai deinen Naturgarten pflegst. Alles zu Lichtnelke, Goldnessel und dem Schutz von Erdkröte und Grasfrosch. Jetzt Biodiversität fördern!
Im Mai vollzieht der Naturgarten den sogenannten Vegetationssprung. Durch die Kombination aus steigenden Bodentemperaturen und längerer Sonneneinstrahlung explodiert die Photosyntheseleistung heimischer Wildpflanzen. Dies führt zu einer massiven Zunahme der pflanzlichen Biomasse innerhalb weniger Wochen. Für dich als Gartenbesitzer bedeutet dies: Dein Eingreifen sollte nun koordinierend und steuernd sein, um den Lebensraum für spezialisierte Tierarten zu optimieren, ohne das natürliche Gleichgewicht zu stören.
Ökologisch betrachtet bildet dieser Monat die Brücke zwischen den Frühblühern und den Hochsommerarten. Während die Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum) allmählich verblüht, bereiten sich Arten wie der Gelbe Fingerhut (Digitalis lutea) auf ihre Hauptblütezeit vor. Diese zeitliche Abfolge sichert das Überleben von Bestäubern wie der Gartenhummel (Bombus hortorum), die auf ein kontinuierliches Nektarangebot angewiesen ist.
In der Wildblumenwiese markiert die Rote Lichtnelke (Silene dioica) zusammen mit der Weißblühenden Acker-Leimkraut (Silene latifolia) den ersten großen Blüh-Peak. Diese Pflanzen dienen als wichtige Futterquelle für Tagfalter und langrüsselige Hummeln.
Ein besonderes Augenmerk liegt im Mai auf dem Gelben Fingerhut (Digitalis lutea). Im zweiten Standjahr entwickeln die Rosetten oft mehrere Blütentriebe – nach aktuellen Beobachtungen sind bis zu vier Triebe pro Pflanze möglich. Diese Art bevorzugt lichte Schattenplätze und kalkhaltige Böden. Da sie zweijährig wächst, ist die Entwicklung im Mai entscheidend für die Samenbildung im Spätsommer, die den Bestand für die Folgejahre sichert.
Die Goldnessel (Lamium galeobdolon) sowie die Goldnessel (Lamiastrum galeobdolon) zeichnen sich durch eine hohe Ausläuferbildung aus. In einem kleinen Garten kann dieser Expansionsdrang dazu führen, dass lichthungrigere Arten verdrängt werden. Hier ist es fachlich sinnvoll, die Ausläufer mechanisch zu begrenzen oder Teilstücke zu entfernen. Dies fördert die strukturelle Vielfalt (Heterogenität) des Gartens, da kleinräumig unterschiedliche Nischen erhalten bleiben.
Die Wasser- und Sumpfzonen erreichen im Mai ihre höchste biologische Aktivität. Aktuelle Beobachtungen zeigen, dass die Laichentwicklung von Amphibien wie dem Grasfrosch (Rana temporaria Linnaeus, 1758) und der Erdkröte (Bufo bufo (Linnaeus, 1758)) nun in die kritische Phase der Kaulquappenentwicklung übergeht.
Es ist essentiell, in dieser Zeit auf größere Reinigungsarbeiten am Teich zu verzichten. Mulm und Algenpolster bieten den Larven nicht nur Nahrung, sondern auch Schutz vor Prädatoren (Fressfeinden). Sollte die Sumpfzone temporär austrocknen, ist dies oft unproblematisch, sofern der Kernbereich des Teiches wasserführend bleibt. Viele Sumpfpflanzen sind an wechselnde Wasserstände angepasst und profitieren von der kurzzeitigen Sauerstoffzufuhr im Wurzelbereich.
| Pflanzenart | Standortanspruch | Ökologische Bedeutung | Blütezeit |
|---|---|---|---|
| Rote Lichtnelke (Silene dioica) | Halbschattig bis sonnig, frisch | Hauptquelle für Hummeln und Tagfalter | Mai - Juli |
| Gelber Fingerhut (Digitalis lutea) | Halbschattig, kalkliebend | Spezialisierte Bienenweide (Waldrandart) | Juni - August |
| Wiesen-Witwenblume (Knautia arvensis) | Sonnig, mager | Wichtige Nektarpflanze für die Knautien-Sandbiene | Mai - September |
| Goldnessel (Lamium galeobdolon) | Schattig, humos | Bodendecker, Schutzraum für Kleinsäuger | April - Juni |
| Goldnessel (Lamiastrum galeobdolon) | Schattig, waldnah | Nektarquellen für frühe Hummelköniginnen | April - Mai |
Obwohl die Goldnessel eine heimische Art ist, kann sie in nährstoffreichen Gärten ein invasives Verhalten zeigen. Es ist wichtig, den Unterschied zu echten invasiven Neophyten (gebietsfremden Arten) wie dem Japanischen Staudenknöterich (Reynoutria japonica) zu verstehen. Während die Goldnessel Teil des heimischen Ökosystems ist und Insekten Nahrung bietet, verdrängen Neophyten die lokale Flora oft vollständig, ohne einen ökologischen Mehrwert zu bieten. Im Mai solltest du daher besonders darauf achten, Neophyten frühzeitig mechanisch zu entfernen, bevor sie Samen bilden.
Silene dioica bietet eine der ersten verlässlichen Nektarquellen für langrüsselige Insekten wie Hummeln und sichert so deren Energieversorgung im Frühjahr.
Nein, das ist nach BNatSchG verboten. Bufo bufo steht unter Naturschutz; jede Entnahme oder Umsiedlung ist illegal und stört die lokale Population.
Begrenze Lamium galeobdolon rein mechanisch durch Ausreißen der oberirdischen Ausläufer. Nutze keine Herbizide, um die Bodenbiologie nicht zu schädigen.
Solange der Hauptteich Wasser führt, ist dies unbedenklich. Viele Sumpfpflanzen benötigen diese Phasen für den Gasaustausch im Wurzelraum.
Digitalis lutea bereitet sich im Mai vor und erreicht den Blühhöhepunkt meist im Juni. Er benötigt im Mai Ruhe, um kräftige Blütentriebe auszubilden.
Die Mosaikmahd erhält verschiedene Vegetationsstadien gleichzeitig. Das sichert Rückzugsorte für Tiere, während andere Flächen bereits neu austreiben können.
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