75% aller Wildbienen nisten im Boden. Erfahre, wie du mit offenen Bodenstellen und Sandarien wertvolle Nistplätze in deinem Naturgarten gestaltest.
Wer an Wildbienenschutz denkt, hat meist das klassische Insektenhotel vor Augen. Doch die Realität in der Natur sieht anders aus: Die große Mehrheit unserer Wildbienen – darunter Sandbienen, Furchenbienen und viele Seidenbienen – sind Erdnister. In einem perfekt aufgeräumten Garten mit dichtem Rasen oder dicker Mulchschicht finden diese ökologisch unverzichtbaren Tiere keinen Platz für ihren Nachwuchs.
Um die Biodiversität effektiv zu steigern, müssen wir den Blick senken. Die Förderung von Wildbienen im Boden und die Schaffung spezieller Nistplätze ist eines der wirkungsvollsten Projekte für das neue Gartenjahr. Der optimale Zeitpunkt für die Standortwahl ist jetzt. In meinem Leitfaden Naturgarten im Januar: Bestandsaufnahme & Planung für das Gartenjahr 2025 erfährst du, wie du diese Maßnahmen in deine gesamte Jahresplanung integrierst.
Wildbienen sind wechselwarme Tiere. Ihre Larven benötigen Wärme, um sich zu entwickeln. Daher ist der Standort das wichtigste Kriterium:
Nicht jeder Sand ist gleich gut geeignet. Spielsand aus dem Baumarkt ist oft gewaschen und „rundgelutscht“. Er bietet keinen Halt, und die Gänge stürzen sofort ein.
| Substrattyp | Eignung | Grund |
|---|---|---|
| Ungewaschener Grubensand | Sehr hoch | Enthält Lehmanteile, die nach dem Trocknen die Gänge stabilisieren. |
| Spielsand (gewaschen) | Gering | Zu locker; die Tunnel der Bienen brechen in sich zusammen. |
| Heimischer Löss/Lehm | Hoch | Natürliches Vorkommen vieler Arten; muss oft nur freigestellt werden. |
| Recycling-Schotter | Nicht geeignet | Zu scharfkantig und bietet kein feines Grabmedium. |
Ein Nistplatz allein reicht nicht aus. Die Bienen benötigen „Tankstellen“ in unmittelbarer Nähe (Radius meist unter 300 Meter). Achte auf eine lückenlose Blühfolge heimischer Pflanzen:
Verwende Totholz als Begrenzung für dein Sandarium. Es dient nicht nur als optische Barriere, sondern bietet zusätzlichen Lebensraum für Käfer und solitäre Wespen. Verzichte im Umfeld der Nistplätze komplett auf Pestizide und mineralische Dünger, um die empfindlichen Sinnesorgane der Tiere nicht zu schädigen.
Ein Sandarium ist kein „Selbstläufer“. Da die Natur zur Sukzession neigt, werden bald die ersten Pionierpflanzen keimen. Greife hier moderat ein. Ein paar Halme stören nicht, aber eine geschlossene Grasnarbe macht den Nistplatz für Wildbienen unbrauchbar. Einmal im Spätwinter (passend zur Januar-Planung) ist der ideale Zeitpunkt, um die Fläche vorsichtig zu säubern und für die erste Generation der Sandbienen im März vorzubereiten.
Nutzen Sie ungewaschenen, lehmhaltigen Sand mit verschiedenen Korngrößen. Dieser ist nach dem Trocknen stabil genug, damit die mühsam gegrabenen Gänge der Wildbienen nicht in sich zusammenfallen.
Idealerweise planen Sie diese Maßnahmen bereits im Winter. Wie im Artikel zur Januar-Planung beschrieben, ist jetzt die beste Zeit für Erdarbeiten, bevor die Bienen im März aktiv werden.
Legen Sie locker einige dornige Zweige von Brombeeren oder Rosen über die offenen Bodenstellen. Das schreckt Katzen ab, ohne die Wildbienen beim Anflug auf ihre wertvollen Nester zu behindern.
Nein, eine komplette Erneuerung ist nicht nötig. Entfernen Sie lediglich regelmäßig aufkommenden Bewuchs, damit die Fläche offen und sonnenexponiert bleibt. So bleibt der Nistplatz attraktiv.
Hauptartikel: Naturgarten im Januar: Bestandsaufnahme & Planung für das Gartenjahr 2025
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