Erfahre, wie du die spezialisierte Glockenblumen-Scherenbiene (*Chelostoma rapunculi*) mit heimischen Glockenblumen-Arten effektiv in deinem Garten unterstützt.
Im Juli erreichen viele spezialisierte Wildbienenarten ihre Aktivitätsphase. Viele Insektenarten sind bei der Nahrungssuche nicht flexibel; sie sind auf bestimmte Pflanzenfamilien oder sogar Gattungen fixiert. Verschwinden diese spezifischen Pflanzen, bricht die Nahrungsgrundlage für die Insekten weg. Ein klassisches Beispiel ist die Glockenblumen-Scherenbiene (Chelostoma rapunculi). Diese Wildbiene nutzt für die Versorgung ihrer Brut nahezu ausschließlich Pollen von Glockenblumen-Arten (Campanula).
Durch das Pflanzen heimischer Arten schaffst du keinen beliebig nutzbaren "Pollen-Supermarkt", sondern einen gezielten Lebensraum. Die Biene ist in ihrer Ausbreitung direkt an das Vorhandensein ihrer Wirtspflanzen gebunden. Mit einer gezielten Auswahl dieser Gewächse sicherst du das Überleben einer spezialisierten Art in deinem unmittelbaren Umfeld.
Die Glockenblumen-Scherenbiene (Chelostoma rapunculi) zeichnet sich durch ein spezielles Verhalten aus: Die Männchen nutzen die Glockenblüten als Schlafquartier. Sie verankern sich dort mit ihren Mundwerkzeugen und verbleiben über Nacht in der Blüte, um vor Witterungseinflüssen geschützt zu sein. Daher ist es essenziell, dass die Blütenstruktur nicht durch Züchtung (sogenannte gefüllte Sorten) verändert wurde, da der Zugang zum Inneren der Blüte sonst physisch blockiert ist.
| Pflanzenart (lateinisch) | Wuchshöhe | Ökologischer Nutzen |
|---|---|---|
| Campanula rapunculus | 40-80 cm | Pollenquelle für Chelostoma rapunculi |
| Campanula trachelium | 60-100 cm | Lebensraum für Wald- und Waldsaumbewohner |
| Campanula persicifolia | 30-80 cm | Wichtige Nektarquelle an sonnigen Standorten |
| Campanula rotundifolia | 15-40 cm | Robust, besiedelt auch nährstoffarme Böden |
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Gefüllte Ziersorten haben durch züchterische Veränderung keinen Zugang zu Pollen und Nektar. Die Scherenbiene kann die Blüte nicht als Nahrungsquelle nutzen.
Ja, heimische Arten wie Campanula rotundifolia gedeihen in Gefäßen, sofern diese ausreichend groß sind und keine chemischen Dünger verwendet werden.
Alle Artendaten stammen aus wissenschaftlichen Quellen (CC BY 4.0 / CC0). Namensnennung gemäß Lizenzbedingungen. Vollständige Quellenübersicht →