Erfahren Sie, warum Bodenverdichtung die Nistplätze heimischer Wildbienen zerstört und wie Sie durch einfache Maßnahmen offene Erdstellen schützen.
Im Juli ist die Aktivität vieler Wildbienenarten auf dem Höhepunkt. Während wir im Garten meist auf das Blütenangebot achten, wird der essenzielle Untergrund oft vernachlässigt. Für bodennistende Arten wie die Seidenbiene (Colletes cunicularius) oder die Sandbiene (Andrena vaga) ist die Bodenbeschaffenheit ein limitierender Faktor. Diese Insekten benötigen eine spezifische physikalische Bodenstruktur: Das Substrat muss grabbar, aber stabil genug sein, um ein Einstürzen der Brutgänge zu verhindern.
Bodenverdichtung entsteht primär durch mechanische Einwirkung – sei es durch das Begehen von Beeträndern, das Abstellen von schweren Töpfen oder den Einsatz von Walzen auf Rasenflächen. Wenn der Boden physikalisch verdichtet wird, nehmen die Porenvolumina ab. Die Folge ist eine mangelnde Durchlüftung und, für die Bienen gravierender, eine unüberwindbare Barriere für die grabenden Weibchen. Eine feste, durch Bodenverdichtung entstandene Kruste blockiert den Zugang zu den bereits angelegten Larvenkammern.
| Bodenstruktur | Eignung für Wildbienen | Ökologische Auswirkung |
|---|---|---|
| Lockere Rohbodenstellen | Exzellent | Ideal für Nestbau, einfache Grabaktivität |
| Kurzrasige Vegetationslücken | Sehr gut | Schutz vor Austrocknung, gute Nestzugänglichkeit |
| Verdichteter Gartenboden | Ungenügend | Verhindert Grabaktivität, zerstört Bruthöhlen |
| Mit Mulch bedeckter Boden | Ungenügend | Blockiert den Zugang, fördert Fäulnisprozesse |
Die Erhaltung von Nistplätzen ist ebenso wichtig wie das Anpflanzen von Nahrungsquellen. Werden die Nistorte zerstört, hilft auch ein reichhaltiges Blütenangebot der Mauerbiene (Osmia bicornis) oder anderen Arten nicht weiter, da der Reproduktionszyklus unterbrochen wird.
Verdichteter Boden ist zu hart zum Graben. Zudem werden bestehende Brutröhren mechanisch zerstört und der Zugang zur Eiablage für die Bienen blockiert.
Viele Arten bevorzugen sonnige, vegetationsarme oder lückig bewachsene Flächen mit lockerer Struktur, in denen sie ihre Nistgänge leicht graben können.
Nein. Auch unter Bäumen nisten spezialisierte Bienen. Verdichtung schadet zudem dem Wurzelbereich und stört das Bodenleben nachhaltig.
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