Erfahre, warum Libellen im Garten plötzlich auftauchen, welche Bedeutung Exuvien für die Artenvielfalt haben und wie du deinen Teich optimal gestaltest.
Wenn im Juli vermehrt Libellen über deinem Garten patrouillieren, handelt es sich nicht um eine plötzliche Zuwanderung aus der Ferne. Die Tiere sind das Resultat einer jahrelangen Entwicklung, die sich meist verborgen unter der Wasseroberfläche vollzogen hat. Als Larven leben Libellen räuberisch und ernähren sich von kleinen Wasserlebewesen. Ihre Anwesenheit im Teich ist ein Indikator für ein funktionierendes Ökosystem. Erst wenn die biologische Entwicklung abgeschlossen ist, verlassen die Larven ihr aquatisches Milieu, um sich in das flugfähige Vollinsekt (Imago) zu verwandeln.
Der Prozess der Umwandlung stellt höchste Anforderungen an die Habitatqualität. Die Larve verlässt das Wasser über vertikale Strukturen wie Binsen (Juncus) oder Schilf (Phragmites australis). Hier findet die Häutung statt. Die alte Haut, die sogenannte Exuvie, bleibt fest verankert am Halm zurück. Da das Tier während des Schlupfes und in der anschließenden Aushärtungsphase mechanisch extrem empfindlich ist, dürfen diese Uferbereiche im Hochsommer nicht gestört werden.
Damit Libellen wie die Blaugrüne Mosaikjungfer (Aeshna cyanea) oder der Vierfleck (Libellula quadrimaculata) deinen Garten als Lebensraum nutzen, muss die räumliche Struktur stimmen. Ein Teich mit steilen, glatten Ufern bietet den Larven keine Aufstiegsmöglichkeiten für den Schlupf. Zudem bilden Fische eine Gefahr, da sie die räuberischen Larven als Nahrung betrachten.
| Element | Ökologische Funktion |
|---|---|
| Flachwasserzone | Temperaturregulierung und Habitat für Beutetiere |
| Röhrichtzone | Aufstiegshilfe für den Schlupf (Exuvien-Standort) |
| Totholz/Steine | Sonnig gelegene Ruheplätze für ausgewachsene Libellen |
| Schwimmblattzone | Schutz vor Fraßfeinden für die Larven |
Die Tiere waren bereits als Larven im Teich. Erst im Hochsommer schlüpfen sie und werden als flugfähige Insekten sichtbar.
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Eine Exuvie ist die leere, abgestreifte Larvenhülle, die nach dem Schlupf an Pflanzen oder Steinen zurückbleibt.
Nein, Fische fressen Libellenlarven. Für eine hohe Insektenvielfalt sollte auf Fischbesatz verzichtet werden.
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