Wildblumen welken bei Hitze trotz feuchter Erde? Erfahre, warum das Transpiration ist und warum du nicht sofort zur Gießkanne greifen solltest.
Im Juli erreichen die Temperaturen in der DACH-Region häufig Höchstwerte. Wenn du in deinem Garten Wildblumen wie die Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea) oder die Wilde Möhre (Daucus carota) betrachtest, fallen dir mittags möglicherweise hängende Blätter auf. Dieser Anblick löst bei vielen Gartenbesitzern den Reflex aus, zur Gießkanne zu greifen. Doch Vorsicht: Dieser Zustand ist häufig keine Folge von Trockenstress, sondern ein physiologischer Vorgang namens Transpiration.
Die Transpiration beschreibt die Wasserabgabe der Pflanze an die Umgebung. Bei starker Sonneneinstrahlung und Wind steigt die Verdunstungsrate über die Spaltöffnungen der Blätter massiv an. Wenn die Wurzeln den Wasserverlust nicht sofort ausgleichen können, verliert das Pflanzengewebe kurzzeitig den sogenannten Turgor – den Innendruck der Zellen, der für Stabilität sorgt. Die Pflanze lässt den Kopf hängen, um die Oberfläche zu verringern und ihre Verdunstung zu reduzieren.
Nicht jede Pflanze reagiert gleich. Besonders frisch gepflanzte Stauden sind anfällig, da ihre Wurzeln noch nicht tief in den gewachsenen Boden eingedrungen sind, um verlässliche Reserven zu erschließen. Dennoch ist eine tägliche Bewässerung in den meisten Fällen kontraproduktiv. Dauerhaft feuchtes Substrat führt zu Sauerstoffmangel im Boden. Dies hemmt das Wurzelwachstum und begünstigt im schlimmsten Fall Fäulnisprozesse.
| Merkmal | Echte Trockenheit | Transpirationsschutz (Welken) |
|---|---|---|
| Bodenbeschaffenheit | Staubtrocken | Deutlich feucht |
| Zeitpunkt | Ganztägig | Meist mittags/nachmittags |
| Erholung | Keine ohne Wasser | Über Nacht oder am Morgen |
| Blattrand | Braune, spröde Ränder | Grün, aber schlaff |
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Gehe bei der Bewässerung strategisch vor, um die Bodenökologie nicht zu stören:
Meist nein. Welken ist oft ein temporärer Transpirationsschutz. Führe erst einen Fingertest in 5 cm Tiefe durch. Ist der Boden feucht, benötigt die Pflanze nichts.
Dauerhaft nasser Boden verdrängt Sauerstoff. Dies schwächt die Wurzelentwicklung und kann bei heimischen Wildpflanzen zu Wurzelfäule führen.
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