Erfahre, warum nur wenige Wespenarten an deinen Kuchen gehen und wie du Nützlinge wie die Berg-Feldwespe als natürliche Schädlingsbekämpfer in deinem Garten förderst.
Im Juli erreicht die Aktivität der sozialen Wespen ihren Höhepunkt. Viele Gartenbesitzer verbinden mit dem gelb-schwarzen Summen unmittelbare Störfaktoren am Esstisch. Biologisch betrachtet ist diese Wahrnehmung jedoch einseitig: Die große Mehrheit der in der DACH-Region heimischen Wespenarten sind keine Nahrungsschmarotzer, sondern leisten als Prädatoren (Räuber) einen massiven Beitrag zur ökologischen Schädlingskontrolle.
Die als lästig empfundenen Arten – die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) und die Deutsche Wespe (Vespula germanica) – bilden große Staaten. Nur sie entwickeln im Spätsommer einen hohen Bedarf an leicht verfügbaren Zuckern, um ihren massiven Energiebedarf zu decken. Die restliche, enorme Vielfalt an solitären (allein lebenden) und kleineren sozialen Wespen bleibt von deinem Kuchen völlig unbeeindruckt.
Wespen erfüllen zwei wesentliche Funktionen im naturnahen Garten: Sie fungieren als Bestäuber und als regulatorische Jäger. Während Bienen (Apoidea) für ihre spezialisierten Sammelhaare bekannt sind, besuchen Wespen (Vespidae) vor allem Doldenblütler (Apiaceae) und offen zugängliche Blütenstrukturen, da ihre Mundwerkzeuge für tiefere Blütenformen oft ungeeignet sind. Dabei übertragen sie Pollen und fördern den genetischen Austausch unter Wildpflanzen.
Für ihre Brut benötigen Wespen jedoch Eiweiß. Hierbei leisten sie wertvolle Arbeit bei der Dezimierung von Organismen, die im Garten mitunter als Konkurrenz wahrgenommen werden:
| Beutetier | Nutzen für den Gärtner |
|---|---|
| Raupen | Schutz von Blattwerk und Gemüsekulturen |
| Blattläuse | Reduktion von Saugschäden an Pflanzen |
| Fliegen / Mücken | Reduktion von Lästlingen im Umfeld |
| Spinnen | Aufrechterhaltung des ökologischen Gleichgewichts |
Indem du Wespen als spezialisierte Jäger und Bestäuber in deinem Garten akzeptierst, stärkst du die biologische Resilienz deines privaten Ökosystems. Ein Garten, der Lebensraum für solitäre Grabwespen, Wegwespen und Lehmwespen bietet, zeigt ein gesundes, intaktes Nahrungsgefüge.
Nur die Gemeine und die Deutsche Wespe suchen als soziale Arten im Spätsommer nach Zuckerquellen. Die meisten anderen Wespenarten ignorieren menschliche Nahrung.
Nein, die Berg-Feldwespe ist friedlich und zeigt kein Interesse an menschlichen Speisen. Sie sticht nur zur Verteidigung, wenn das Nest massiv bedrängt wird.
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