Neue Studie belegt: Hitze zerstört den Geruchssinn von Hummeln um bis zu 80%. Erfahre, welche ökologischen Folgen das hat und wie du deinen Garten kühlen kannst.
Der Klimawandel stellt uns und unsere Gärten vor neue Herausforderungen. Während wir oft über Trockenheit sprechen, zeigt eine neue wissenschaftliche Studie ein bisher unterschätztes Problem: Die direkte Auswirkung von Hitzewellen auf die Physiologie unserer wichtigsten Bestäuber. Es geht nicht nur darum, dass Pflanzen vertrocknen – es geht darum, dass Hummeln sie schlichtweg nicht mehr „riechen“ können.
Hummeln verlassen sich nicht nur auf ihre Augen. Ihr Geruchssinn ist essenziell, um nektarreiche Blüten über weite Distanzen zu identifizieren und effizient zu sammeln. In der vorgestellten Studie wurden Hummeln simulierten Hitzewellen ausgesetzt. Die Ergebnisse sind alarmierend.
Die Forscher hielten die Tiere in Glasröhrchen und setzten sie Temperaturen von über 40°C aus. Anschließend testeten sie die Reaktion der Antennen (Fühler) auf verschiedene Duftstoffe. Das Resultat zeigt eine geschlechtsspezifische Beeinträchtigung:
| Gruppe | Verlust der Geruchsleistung bei >40°C |
|---|---|
| Arbeiterinnen (Weibchen) | bis zu 80% |
| Drohnen (Männchen) | bis zu 50% |
Besonders besorgniserregend ist die Regenerationsfähigkeit. Auch nachdem die Hummeln 24 Stunden lang wieder kühleren Temperaturen ausgesetzt waren, zeigte sich keine vollständige Erholung der sensorischen Fähigkeiten. Der Hitzestress hinterlässt also bleibende Schäden am Nervensystem oder den Rezeptoren.




Warum ist das für dich als Naturgärtner relevant? Wenn eine Hummel nicht mehr riechen kann, bricht ein komplexer Kreislauf zusammen.
Es entsteht ein Teufelskreis: Die Hitze schwächt die Bestäuber, die Bestäuber vernachlässigen die Pflanzen, und die Pflanzen können sich genetisch nicht mehr an die Hitze anpassen.
Wir können die globalen Temperaturen nicht sofort senken, aber du kannst das Mikroklima in deinem Garten aktiv beeinflussen. Ziel ist es, Temperaturspitzen von 40°C im direkten Umfeld der Insekten zu vermeiden.
Folge diesen Schritten, um deinen Garten temperatursicher zu machen:
Reduziere versiegelte Flächen Steinwüsten, Schottergärten oder großflächige Pflasterungen speichern Hitze und strahlen sie nachts wieder ab. Entferne unnötige Versiegelungen, damit der Boden „atmen“ und Wasser verdunsten kann (Verdunstungskälte).
Pflanze vertikale Strukturen (Bäume & Sträucher) Schatten ist der effektivste Hitzeschutz. Ein einziger Laubbaum kann die gefühlte Temperatur darunter um mehrere Grad senken. Setze auf heimische Gehölze wie die Felsenbirne oder den Feldahorn, die gleichzeitig Nahrung bieten.
Nutze dichte Unterpflanzungen Offener Boden heizt sich extrem auf und trocknet aus. Etabliere eine Krautschicht unter deinen Bäumen und Sträuchern. Bodendecker und Stauden beschatten das Erdreich, halten die Feuchtigkeit und bieten Hummeln kühle Rückzugsorte nah am Boden.
Indem du diese Strukturen schaffst, hilfst du nicht nur den Hummeln, ihre Orientierung zu behalten, sondern machst deinen Garten insgesamt widerstandsfähiger gegen den Klimawandel.
Ab 40°C werden die Geruchsrezeptoren an den Fühlern geschädigt. Hummeln können Duftmarken der Blüten nicht mehr wahrnehmen und finden ihre Nahrung nicht.
Die Studie zeigt, dass selbst nach 24 Stunden bei kühlen Temperaturen keine vollständige Erholung des Geruchssinns eintritt. Die Schäden sind oft langanhaltend.
Nutzpflanzen wie Tomaten und Beeren sowie Wildblumen, die auf Bestäubung durch Hummeln angewiesen sind, leiden unter dem Ausfall der Bestäuber.
Weibliche Arbeiterinnen sind stärker betroffen. Ihr Geruchssinn nimmt um bis zu 80% ab, während Drohnen (Männchen) etwa 50% Einbußen erleiden.
Senke die Umgebungstemperatur durch Entsiegelung, das Pflanzen von schattenspendenden Bäumen und eine dichte Unterpflanzung (Verdunstungskälte).
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