Erfahre, wie du Wasserlinsen und Fadenalgen im Mai ökologisch regulierst. Tipps zum Nährstoffaustrag und zum Schutz von Libellenlarven und Amphibien.
Der Mai ist im Gartensteich die Zeit des größten Zuwachses. Steigende Temperaturen und die zunehmende Tageslichtdauer führen oft zu einer explosionsartigen Vermehrung der Kleinen Wasserlinse (Lemna minor) und verschiedener Fadenalgen (Spirogyra sp.). Während diese Pflanzen in moderaten Mengen wichtige Sauerstofflieferanten sind, kann ein Überhandnehmen das ökologische Gleichgewicht gefährden. Als Gartenbesitzer stehst du nun vor der Aufgabe, regulierend einzugreifen, ohne die empfindliche Fauna zu stören.
Algen und Wasserlinsen sind exzellente Bioindikatoren – also Anzeiger für den Zustand der Umwelt. Sie reagieren auf ein hohes Angebot an gelösten Nährstoffen, das oft durch den Eintrag von Blütenpollen oder Zersetzungsprozesse am Teichgrund entsteht. Die Kleine Wasserlinse (Lemna minor) kann unter optimalen Bedingungen ihre Biomasse innerhalb weniger Tage verdoppeln. Eine geschlossene Decke verhindert jedoch den Gasaustausch an der Wasseroberfläche und beschattet untergetauchte Wasserpflanzen.
Fadenalgen hingegen bilden dichte Watten, die zwar tagsüber Sauerstoff produzieren, diesen aber nachts durch ihre eigene Zellatmung wieder verbrauchen. In warmen Mainächten kann dies zu einer Sauerstoffzehrung (kritischer Sauerstoffmangel) führen, die für Tiere lebensbedrohlich wird. Deine Aufgabe bei der Pflege der Wasserpflanzen ist daher der gezielte Nährstoffaustrag: Du entnimmst Biomasse und damit die darin gebundenen Nährstoffe dauerhaft aus dem Kreislauf.
| Pflanzengruppe | Methode der Regulierung | Ökologischer Nutzen |
|---|---|---|
| Kleine Wasserlinse (Lemna minor) | Abschöpfen mit einem feinmaschigen Kescher | Verbessert den Lichteinfall und Gasaustausch |
| Fadenalgen (Spirogyra sp.) | Aufwickeln mit einem rauen Holzstab | Schafft Freiwasserzonen für Amphibien |
| Uferbepflanzung | Ergänzung durch Rote Lichtnelke (Silene dioica) | Konkurrenz um Nährstoffe durch Sumpfzone |
In den Algenwatten und unter den Wasserlinsen verbergen sich im Mai zahlreiche Lebewesen. Besonders die Larven von Libellen, wie der Blaugrünen Mosaikjungfer (Aeshna cyanea), nutzen das dichte Grün als Jagdrevier und Versteck vor Fressfeinden. Auch junge Exemplare der Erdkröte (Bufo bufo (Linnaeus, 1758)) oder des Grasfrosches (Rana temporaria Linnaeus, 1758) halten sich oft unmittelbar unter der Oberfläche auf.
Gehe daher bei der Pflege behutsam vor. Nutze keine scharfen Rechen, sondern stumpfe Holzstäbe oder weiche Kescher. Das wichtigste Gebot ist die „Rückwanderungszeit“: Lege das entnommene Material direkt am Teichrand ab. Nach Beobachtungen zeigt sich, dass Libellenlarven und Wasserkäfer etwa 24 Stunden benötigen, um aus dem trocknenden Pflanzenmaterial zurück in das Wasser zu krabbeln. Erst danach solltest du die Reste auf den Kompost geben.
Um die Wasserpflanzen dauerhaft ökologisch zu pflegen, solltest du die Ursachen für das Wuchern angehen. Oft ist eine zu dicke Schlammschicht am Grund das Problem. Diese darfst du jedoch im Mai auf keinen Fall entfernen, da dies die Hauptfortpflanzungszeit vieler Arten stört. Beschränke dich jetzt auf das Abschöpfen an der Oberfläche. Eine gute Bepflanzung der Flachwasserzone mit Starkzehrern wie der Goldnessel (Lamiastrum galeobdolon) unterstützt die Selbstreinigungskräfte des Gewässers nachhaltig.
Indem du die Algen und Linsen als wertvollen Rohstoff für deinen Kompost betrachtest, schließt du den Nährstoffkreislauf deines Gartens auf natürliche Weise. So bleibt dein Teich ein vitaler Lebensraum für Amphibien und Insekten, der ohne chemische Hilfsmittel auskommt.
Steigende Temperaturen und viel Sonnenlicht fördern die Photosynthese. Gleichzeitig sorgen Blütenpollen für einen hohen Nährstoffeintrag im Wasser.
Nein, lege sie erst 24 Stunden ans Ufer. So können Libellenlarven und kleine Wasserkäfer sicher zurück in den Teich wandern.
In kleinen Mengen ja, da sie Nährstoffe binden. Eine geschlossene Decke verhindert aber den Gasaustausch und schadet dem Sauerstoffgehalt.
Entnehme regelmäßig Biomasse per Hand und pflanze Starkzehrer wie die Rote Lichtnelke oder Seggen in die Uferzone.
Hauptartikel: Naturgarten im Mai: Vegetationssprung und Artenschutz am Teich
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