Erfahre, wie Du durch gezieltes Mulchen im Juni das Edaphon schützt, die Bodentemperatur regulierst und die Biodiversität in Deinem Naturgarten förderst.
Wenn die Sonneneinstrahlung im Juni ihren Jahreshöchststand erreicht, gerät das Ökosystem Boden unter massiven Stress. Ohne schützende Vegetation oder eine organische Deckschicht heizt sich der Oberboden oberflächlich oft auf über 40 Grad Celsius auf. Dies führt zum Absterben empfindlicher Mikroorganismen und zur Inaktivität des Edaphons. Unter dem Edaphon verstehen wir Biologen die Gesamtheit aller im Boden lebenden Organismen, von mikroskopisch kleinen Bakterien bis hin zu Wirbellosen.
Durch das Mulchen im Naturgarten simulierst Du den natürlichen Bodenaufbau eines Waldes. Die Mulchschicht wirkt wie eine Isolationsschicht. Sie erhöht die Albedo (das Rückstrahlvermögen von Oberflächen) im Vergleich zu dunkler, nackter Erde und verringert die Wärmeleitung in tiefere Schichten. Dies ist essenziell für Arten wie den Gemeinen Regenwurm (Lumbricus terrestris), der bei Trockenheit und Hitze in tiefere, kühlere Erdschichten flieht und somit für die Belüftung der oberen Horizonte ausfällt.
Nicht jedes Material erzielt die gleiche Wirkung. Während holzige Stoffe die Stickstoffverfügbarkeit kurzfristig binden können, liefern krautige Materialien schnelle Energie für das Bodenleben. Besonders wertvoll ist die Kombination mit stickstofffixierenden Pflanzen wie dem Gewöhnlichen Hornklee (Artengruppe) (Lotus corniculatus), der durch seine Symbiose mit Knöllchenbakterien den Boden natürlich anreichert.
| Material | Zersetzungsrate | Kühlungseffekt | Biologische Wirkung |
|---|---|---|---|
| Angetrockneter Rasenschnitt | Hoch | Mittel | Fördert Bakterien und Springschwänze (Collembola) |
| Laub (Vorjahr) | Mittel | Hoch | Idealer Lebensraum für Mauerasseln (Oniscus asellus) |
| Holzhäcksel (heimisch) | Niedrig | Sehr hoch | Fördert Pilzmyzele und räuberische Laufkäfer (Carabidae) |
| Staudenschnitt | Mittel | Mittel | Unterstützt die Ansiedlung von Wildbienen im Bodenbereich |
Mulchen bedeutet nicht zwangsläufig das Ausbringen von Fremdmaterial. Ein lebendiger Mulch aus bodendeckenden Wildpflanzen ist ökologisch am wertvollsten. Der Wiesen-Pippau (Crepis biennis) beispielsweise bietet durch seine Blattrosetten einen natürlichen Schattenwurf für den Boden. In Kombination mit einer dünnen Schicht aus organischem Material entstehen stabile Mikroklimata, die auch in Hitzeperioden die Zersetzungsprozesse aufrechterhalten.
Ein gemulchter Boden ist ein aktiver Boden. Nach aktuellen bodenökologischen Daten beherbergt ein Quadratmeter gesunder Gartenboden mehr Lebewesen als Menschen auf der Erde existieren. Indem Du im Juni die Verdunstung bremst, schützt Du Protisten (Einzeller), Nematoden (Fadenwürmer) und Milben (Acari). Diese wiederum bilden die Nahrungsgrundlage für größere Tiere. Ein stabiles Edaphon sorgt für eine lockere Bodenstruktur, die Starkregen im Sommer besser aufnehmen kann und somit Erosion verhindert.
Verzichte konsequent auf Torf. Torfabbau zerstört Moore, die als Kohlenstoffspeicher wichtiger sind als Wälder. Nutze stattdessen Deinen eigenen Kompost oder den Grünschnitt Deiner Wiesenflächen. So schließt Du Stoffkreisläufe direkt vor Deiner Haustür und schaffst ein Refugium für die heimische Fauna.
Das Edaphon bezeichnet die Gesamtheit aller im Boden lebenden Organismen, wie Bakterien, Pilze, Algen sowie Tiere wie Regenwürmer, Milben und Asseln.
Mulchen senkt die Bodentemperatur, verhindert das Austrocknen (Evapotranspiration) und schützt die Bodenlebewesen vor der intensiven Sonneneinstrahlung.
Ja, holziges Material mit hohem Kohlenstoffanteil bindet bei der Zersetzung Stickstoff. Gleiche dies durch Hornmehl oder stickstofffixierende Pflanzen aus.
Angetrockneter Rasenschnitt, Laub des Vorjahres oder Häcksel heimischer Gehölze sind ideal, um Feuchtigkeit zu halten und das Bodenleben zu füttern.
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