Erfahre, warum Erdkröten-Kaulquappen im Fischteich überleben. Alles über Bufadienolide, chemische Abwehr und die richtige Pflege deines Gartenteichs im Mai.
Im Mai herrscht in unseren Gartenteichen Hochbetrieb. Während viele Amphibienarten ihre Laichphase bereits beendet haben, zeigen sich nun die Larven der Erdkröte (Bufo bufo) in dichten, schwarzen Schwärmen. Vielleicht hast du dich schon gefragt, warum deine Fische diese scheinbar leichte Beute verschmähen, während die Larven des Grasfrosches (Rana temporaria) oft schnell dezimiert werden. Das Geheimnis liegt in einer hochentwickelten chemischen Verteidigungsstrategie, die die Erdkröte zu einem einzigartigen Bewohner deines Fischteichs macht.
Die Larven der Erdkröte sind von Geburt an mit einem Arsenal an Abwehrstoffen ausgestattet. Bereits im Laichstadium sind Bufadienolide (chemische Verbindungen zur Abwehr von Fressfeinden) vorhanden, die von der Mutterkröte auf die Eier übertragen wurden. Sobald die Kaulquappen schlüpfen, aktivieren sie ihre eigenen Giftdrüsen in der Haut.
Diese Toxine wirken auf das Herz-Kreislauf-System potenzieller Fressfeinde. Wenn ein Fisch, wie etwa der heimische Aland (Leuciscus idus) oder der Dreistachelige Stichling (Gasterosteus aculeatus), versucht, eine Kaulquappe zu fressen, lösen die Wirkstoffe einen sofortigen Reiz der Schleimhäute und einen extrem bitteren Geschmack aus. Nach aktuellen Bestäubungs- und Verzehrdaten lernen Fische sehr schnell: Eine einmalige Berührung reicht meist aus, damit die Tiere die schwarzen Larven künftig meiden. Dies erklärt, warum du in deinem Teich oft beobachten kannst, wie Fische direkt durch Erdkröten-Schwärme schwimmen, ohne zuzuschnappen.
In der naturnahen Gartenplanung stehen wir oft vor dem Konflikt zwischen Fischhaltung und Amphibienschutz. Die meisten Amphibien, wie der Teichmolch (Lissotriton vulgaris) oder der Laubfrosch (Hyla arborea), haben in Teichen mit hohem Fischbesatz kaum eine Chance, da ihr Laich und ihre Larven als Nahrung dienen. Die Erdkröte besetzt hier eine Sonderrolle.
| Merkmal | Erdkröte (Bufo bufo) | Grasfrosch (Rana temporaria) |
|---|---|---|
| Abwehrstrategie | Chemisch (Bufadienolide) | Flucht und Tarnung |
| Fischverträglichkeit | Hoch (Larven sind geschützt) | Gering (Larven werden gefressen) |
| Larvenfarbe | Tiefschwarz | Bräunlich gemustert |
| Gruppenverhalten | Schwarmbildung (soziale Interaktion) | Eher einzelgängerisch |
Die Fähigkeit, in Fischgewässern zu überleben, macht die Erdkröte zu einem wichtigen Stabilisator im Ökosystem Garten. Da die Larven Algen und abgestorbenes Pflanzenmaterial fressen, leisten sie im Mai einen wesentlichen Beitrag zur Wasserreinhaltung.
Ein weiteres faszinierendes Phänomen im Mai ist das Sozialverhalten der Kaulquappen. Während andere Amphibienlarven versuchen, sich im Schlamm oder zwischen Wasserpflanzen zu verstecken, schwimmen Erdkröten-Larven oft im freien Wasser. Diese Schwarmbildung dient nicht nur dem Schutz durch Masse, sondern verstärkt die chemische Signalwirkung. Beobachtungen zeigen, dass die Larven bei Gefahr Schreckstoffe abgeben, die andere Gruppenmitglieder warnen. Dieses Zusammenspiel aus optischer Warnfarbe (Aposematismus) und chemischer Abwehr sichert das Überleben bis zur Metamorphose (Umwandlung vom Wassertier zum Landtier) im Juni oder Juli.
Damit sich die Erdkröte (Bufo bufo) in deinem Garten dauerhaft wohlfühlt und die Larven erfolgreich heranwachsen, kannst du im Mai folgende Maßnahmen ergreifen:
Indem du die natürlichen Abwehrmechanismen der Erdkröte verstehst und respektierst, förderst du eine stabile Biodiversität in deinem Garten. Die Erdkröte dankt es dir, indem sie nach ihrer Umwandlung zum Landtier als fleißiger Nachtjäger Schnecken und Insekten in deinen Beeten reguliert.
Meist nur einmal. Der extrem bittere Geschmack und die Giftstoffe (Bufadienolide) führen zu einem sofortigen Lerneffekt, sodass Fische sie künftig meiden.
Nein, bei normalem Kontakt im Teich besteht keine Gefahr. Man sollte sie jedoch nicht in den Mund nehmen und sich nach Gartenarbeiten die Hände waschen.
Die schwarze Farbe dient als Warnsignal an Fressfeinde (Aposematismus) und hilft den Larven, im flachen Wasser Sonnenwärme schneller zu absorbieren.
Nein, das ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten. Amphibien und ihr Laich sind geschützt und dürfen weder gefangen noch umgesiedelt werden.
Hauptartikel: Erdkröte (Bufo bufo) im Mai: Schutz und Teichpflege
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