Laub ist Lebensraum! Neue Daten zeigen: Entfernen schadet Schmetterlingen massiv. Erfahre, warum der Laubbläser tabu ist und wie du richtig mulchst.
Herbstzeit ist oft Aufräumzeit. Doch während der Griff zum Laubbläser verlockend einfach scheint, entfernst du damit weit mehr als nur "störende" Blätter. Als ökologisch orientierte Gärtner betrachten wir Laub nicht als Abfall, sondern als wertvolle Ressource für die Biodiversität.
Ein klinisch reiner Garten ist im Winter eine biologische Wüste. Die Laubschicht am Boden erfüllt zwei essenzielle Funktionen, die wir technisch kaum ersetzen können:
Diese Kleinstlebewesen sind im Winter überlebenswichtig für Vögel wie Amseln oder Rotkehlchen, die die Laubschicht gezielt nach Nahrung absuchen. Entfernst du das Laub, nimmst du den Vögeln das Buffet und verhinderst die natürliche Schädlingskontrolle im kommenden Frühjahr.
Dass Aufräumen schadet, ist nicht nur eine Vermutung, sondern wissenschaftlich belegt. Eine aktuelle Studie (2025) liefert alarmierende Zahlen: Die Entfernung von Laub senkte die Zahl der schlüpfenden Gliederfüßer im Frühjahr signifikant. Besonders drastisch traf es Schmetterlinge (speziell Bläulinge) mit einem Rückgang von 45 % und Käfer mit 24 %. (Quelle: DOI 10.1016/j.scitotenv.2025.178821).
Warum ist der Laubbläser oder Laubsauger so viel problematischer als der Rechen? Die Geräte arbeiten mit enormen Luftgeschwindigkeiten. Sie zerstören die Struktur der Laubschicht, trocknen den Boden aus und töten Kleintiere direkt durch den Sog oder den Aufprall.
| Eigenschaft | Laubbläser / -sauger | Rechen / Liegen lassen |
|---|---|---|
| Auswirkung auf Tiere | Tötet Insekten, zerstört Winterquartiere | Schont Tiere, erhält Lebensraum |
| Bodenqualität | Entfernt Humusbasis, trocknet aus | Fördert Humusaufbau, hält Feuchte |
| Gesundheit | Wirbelt Feinstaub, Pilzsporen & Kot auf | Keine Feinstaubbelastung |
| Lärmbelastung | Hoch (Stress für Mensch & Tier) | Lautlos |
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Du musst nicht im Laub versinken. Es geht darum, es an den richtigen Stellen zu nutzen. Plane etwa 2 bis 5 Minuten pro Bereich ein.
Wege sichern (Verkehrssicherungspflicht) Auf gepflasterten Wegen und Treppen besteht Rutschgefahr. Hier musst du räumen. Nutze dafür einen Rechen oder Besen und schiebe das Laub direkt in die angrenzenden Beete.
Mulchen statt entsorgen Verteile eine 5–7 cm dicke Laubschicht locker auf deinen Beeten und unter Gehölzen. Das schützt die Wurzeln deiner Stauden vor Frost und füttert das Bodenleben (Regenwürmer ziehen die Blätter in die Erde).
Laubhaufen bauen (Der Hotspot) Schichte überschüssiges Laub in einer ruhigen Gartenecke auf. Baue unten eine Basis aus Reisig oder Ästen für die Durchlüftung (Drainage). Darauf kommt das Laub. Fixiere es oben locker mit Zweigen, damit es nicht wegweht. Das ist das perfekte Winterquartier für Igel und Insekten.
Ruhe bewahren bis April Das ist der wichtigste Schritt: Fasse die Laubhaufen und Mulchschichten im Winter nicht an. Warte mit dem "Frühjahrsputz" bis April, wenn die Temperaturen konstant über 10 Grad liegen, damit die Überwinterer sicher geschlüpft sind.
Fazit: Wenn du das Laub liegen lässt oder gezielt verteilst, schaffst du ein Winterquartier, ein Vogelbuffet und kostenlosen Dünger (Humus) in einem. Halte die Wege frei, aber überlasse den Rest dem Leben in deinem Garten – ganz ohne Lärm und Abgase.
Sie zerstören Lebensräume, töten Kleintiere durch Sog/Druck und wirbeln gesundheitsschädlichen Feinstaub und Sporen auf.
Kehre es unter Hecken, Sträucher oder auf Blumenbeete. Dort dient es als Frostschutz und Winterquartier für Insekten.
In der Laubschicht überwintern Insekten, Larven und Würmer. Diese sind die primäre Nahrungsquelle für Vögel wie Amseln.
Warte idealerweise bis April oder konstante Plusgrade herrschen, damit überwinternde Insekten und Larven sicher schlüpfen können.
Lege unten Äste als Drainage, schichte Laub darauf und fixiere es oben mit Zweigen. Platziere ihn in einer ruhigen Ecke.
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