Erfahre, welche Hummelarten wie die Gartenhummel im Juni dein vertikales Blumenzelt nutzen und wie du die Biodiversität durch gezielte Pflanzenwahl förderst.
Im Juni erreicht die Aktivität in deinem Naturgarten ihren Jahreshöhepunkt. Während viele Bodenpflanzen bereits verblühen, bietet ein vertikales Blumenzelt – eine Konstruktion aus Rankstäben und blühenden Kletterpflanzen – eine lebenswichtige Ressource. In der Höhe finden Wildbienen und Hummeln nicht nur Nahrung, sondern auch Orientierungspunkte in der Landschaft. Um die Biodiversität (Artenvielfalt) gezielt zu fördern, ist es wichtig zu verstehen, welche anatomischen Voraussetzungen die verschiedenen Arten mitbringen.
Nicht jede Hummel kann jede Blüte nutzen. Der entscheidende Faktor ist die Länge des Rüssels (der Saugrüssel zur Aufnahme von Nektar). Das Blumenzelt, oft bestückt mit Schmetterlingsblütlern wie der Breitblättrigen Platterbse (Lathyrus latifolius) oder dem Wald-Geißblatt (Lonicera periclymenum), erfordert Spezialisten.
Sie ist die unangefochtene Königin des Blumenzelts. Mit einer Rüssellänge von bis zu 21 Millimetern bei den Königinnen und etwa 15 Millimetern bei den Arbeiterinnen kann sie Nektar aus Blütenröhren erreichen, die für andere Arten unzugänglich sind. Du erkennst sie an ihrem langgestreckten Gesicht (Pferdekopf-Form) und den drei gelben Querbinden auf dem schwarzen Körper. Nach aktuellen Bestäubungsdaten ist sie im Juni besonders auf Kletterpflanzen angewiesen, da ihre tiefen Blüten oft mehr Nektar produzieren als flache Blütenformen.
Diese Art ist ein wahrer Überlebenskünstler und sehr anpassungsfähig. Sie besitzt einen mittellangen Rüssel und nutzt das Blumenzelt vor allem in den Morgenstunden. Die Ackerhummel ist an ihrer fuchsroten Behaarung auf dem Thorax (dem Brustabschnitt zwischen Kopf und Hinterleib) gut zu identifizieren. Sie profitiert von der Windgeschütztheit, die das Innere eines dicht bewachsenen Blumenzelts bietet.
Obwohl sie keine Hummel ist, gehört sie zu den spektakulärsten Gästen im Juni. Als größte heimische Wildbiene benötigt sie viel Energie. Sie liebt sonnenexponierte vertikale Strukturen. Die Holzbiene nutzt oft den sogenannten „Einbruch“: Wenn ihr Rüssel nicht lang genug ist, beißt sie die Blütenkelche von außen auf, um an den Nektar zu gelangen – ein Verhalten, das man häufig an den kräftigen Blüten der Feuerbohne (Phaseolus coccineus) beobachten kann.
| Art | Erkennungsmerkmal | Bevorzugte Blüte am Zelt | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Gartenhummel (Bombus hortorum) | Drei gelbe Streifen, weißes Hinterleibsende | Wald-Geißblatt (Lonicera periclymenum) | Extrem langer Rüssel |
| Ackerhummel (Bombus pascuorum) | Braun-beige bis fuchsrote Behaarung | Zaun-Wicke (Vicia sepium) | Sehr friedfertig, nistet oft oberirdisch |
| Steinhummel (Bombus lapidarius) | Tiefschwarz mit rotem Hinterleibsende | Breitblättrige Platterbse (Lathyrus latifolius) | Liebt sonnige Standorte |
| Holzbiene (Xylocopa violacea) | Tiefschwarz, bläulich schimmernde Flügel | Blauregen (Wisteria sinensis) | Solitärbiene, kein Staatsbildung |
Damit dein Blumenzelt im Juni zum Magneten für diese Arten wird, solltest du folgende Maßnahmen umsetzen:
Durch die Schaffung dieser vertikalen Lebensräume bietest du den Tieren nicht nur Nahrung, sondern auch einen Schutzraum vor Fressfeinden und extremen Wetterereignissen. Ein gut geplantes Blumenzelt fungiert wie ein vertikaler Trittstein in der Landschaft und hilft, die Populationen der gefährdeten Wildbienen in deiner Region zu stabilisieren.
Die Gartenhummel hat drei gelbe Querbinden und ein längliches Gesicht, während die Erdhummel nur zwei gelbe Binden und ein kurzes, rundes Gesicht aufweist.
Vertikale Strukturen bieten bessere Orientierung, eine höhere Blütendichte auf engem Raum und Schutz vor Bodenfrost oder Staunässe.
Nein, die Blauschwarze Holzbiene ist sehr friedlich. Sie sticht nur bei extremer Bedrängnis, und ihr Fluggeräusch ist lediglich aufgrund ihrer Größe sehr laut.
Das heimische Wald-Geißblatt (Lonicera periclymenum) ist ideal, da es besonders viel Nektar für langrüsselige Arten wie die Gartenhummel produziert.
label_main_article: Naturgarten im Juni: Blumenzelt bauen und Artenvielfalt fördern
Erhältlich bei Gartenexpedition.de

15,00 €
inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten
Zum Shop →

10,00 €
inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten
Zum Shop →
Partnerhinweis: Die verlinkten Produkte stammen von Gartenexpedition.de. Bei einem Kauf unterstützt du unsere Arbeit.
Schlagwörter
Erfahre, wie du im Juni ein biodiverses Blumenzelt baust, Frühblüher richtig pflegst und Sumpfbeete für Libellen und Amphibien im Naturgarten optimierst.
VertiefungBaue ein wachsendes Weidentipi als ökologische Alternative zu Plastik. Schritt-für-Schritt-Anleitung für Deinen Naturgarten im Juni inklusive Artenwahl.
VertiefungErfahre, wie du im Juni durch vertikale Pflanzenstrukturen das Mikroklima im Garten verbesserst und die Artenvielfalt durch gezielte Verdunstungskühlung förderst.
VertiefungErfahre, warum heimische Kletterpflanzen wie Waldrebe und Zaunrübe für Wildbienen und Falter wertvoller sind als Zierpflanzen. Tipps für Dein Blumenzelt im Juni.
VertiefungErfahre, wie Du mit einem Blumenzelt aus Geißblatt und Nachtviolen Nachtfalter fördern kannst. Praxistipps für einen insektenfreundlichen Garten im Juni.
Alle Artendaten stammen aus wissenschaftlichen Quellen (CC BY 4.0 / CC0). Namensnennung gemäß Lizenzbedingungen. Vollständige Quellenübersicht →