Der Feldhase ist kein Kaninchen! Entdecke 5 biologische Fakten (inkl. Superfötation) und erfahre, wie du deinen Garten mit Mosaikmahd hasenfreundlich gestaltest.
Viele Gärtner verwechseln ihn immer noch mit dem Wildkaninchen, doch der Feldhase (Lepus europaeus) ist ein völlig anderes Kaliber. Er ist ein Meister der Anpassung an offene Landschaften und besitzt Fähigkeiten, die biologisch faszinierend sind. Hier erfährst du, warum der Hase nicht gräbt, warum er boxt und wie du deinen Naturgarten so gestaltest, dass er sich wohlfühlt.
Im Gegensatz zum Wildkaninchen baut der Feldhase keine unterirdischen Höhlensysteme. Er ist ein Tier der offenen Fläche. Seine Ruhestätte ist die Sasse – eine flache, gescharrte Mulde im Ackerboden oder im hohen Gras.
Da er oberirdisch ruht, muss er sich auf seine Tarnung und seine Sinne verlassen. Die seitlich stehenden Augen ermöglichen ihm ein fast komplettes 360-Grad-Blickfeld. Er sieht Fressfeinde lange bevor sie ihn bemerken.
Wenn Tarnung nicht mehr reicht, schaltet der Feldhase in den Sprintmodus. Er erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 70 km/h. Doch Schnelligkeit allein reicht nicht gegen agile Räuber. Seine Spezialität ist das Haken schlagen: Durch abruptes Richtungswechseln bei vollem Tempo lässt er Verfolger ins Leere laufen.
Siehst du im Frühjahr zwei Hasen auf den Hinterbeinen stehen, die sich wild mit den Vorderpfoten schlagen? Lange Zeit hielt man das für Rangkämpfe unter Männchen (Rammlern).
Die biologische Realität: Meist ist es eine Häsin, die ein zu aufdringliches Männchen in die Schranken weist. Es ist ein Abwehrverhalten des Weibchens, um zu prüfen, ob der Partner fit genug ist, oder um sich Ruhe zu verschaffen.
Das ist wohl der verblüffendste Fakt: Die Häsin besitzt die Fähigkeit der Superfötation. Das bedeutet, sie kann erneut trächtig werden, obwohl sie bereits tragend ist. In ihrer Gebärmutter befinden sich dann Embryonen unterschiedlichen Entwicklungsstadius. Diese Strategie erhöht die Reproduktionsrate in den kurzen Sommermonaten enorm, um die hohen Verluste durch Fressfeinde auszugleichen.
Ein entscheidender Unterschied zum Kaninchen liegt in der Entwicklung der Jungen:
Hasenmütter säugen ihren Nachwuchs nur kurz und selten (oft nur 1-2 Mal nachts). Das ist keine Rabenmutter-Strategie, sondern Schutz: Je seltener die Mutter am Nest ist, desto weniger Geruch hinterlässt sie, der Füchse oder Marder anlocken könnte.
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Um Verwechslungen im Garten auszuschließen, hilft dir diese Übersicht:
| Merkmal | Feldhase (Lepus europaeus) | Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus) |
|---|---|---|
| Wohnort | Oberirdisch (Sasse) | Unterirdischer Bau |
| Körperbau | Groß, schlank, sehr lange Löffel | Kleiner, gedrungener, kürzere Ohren |
| Sozialverhalten | Einzelgänger (außer Paarung) | Lebt in Kolonien |
| Nachwuchs | Nestflüchter (behaart, sehend) | Nesthocker (nackt, blind) |
| Flucht | Ausdauernder Sprinter | Sprintet kurz zum nächsten Loch |
Auch wenn der Feldhase ein Tier der weiten Flur ist, sucht er in strukturreichen Naturgärten oft Zuflucht, besonders wenn die Agrarlandschaft ausgeräumt ist. So machst du deinen Garten attraktiv:
Wichtig: Findest du einen jungen Hasen allein im Gras, fass ihn nicht an. Er ist meist nicht verlassen, sondern wartet gut getarnt auf die Mutter.
Feldhasen schlafen nicht in Höhlen, sondern in einer Sasse. Das ist eine flache Mulde am Boden, die Schutz und Tarnung bietet.
Ein Feldhase kann Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 70 km/h erreichen und dabei blitzschnelle Haken schlagen, um Verfolger abzuschütteln.
Oft handelt es sich nicht um Männchenkämpfe, sondern um Häsinnen, die aufdringliche Männchen abwehren (Boxen als Partnerwahl oder Abwehr).
Superfötation bedeutet, dass eine Häsin erneut trächtig werden kann, während sie bereits Embryonen in der Gebärmutter trägt.
Nein. Im Gegensatz zu Kaninchen sind Feldhasen Nestflüchter. Sie kommen mit Fell und offenen Augen zur Welt.
Nein. Die Mutter lässt die Jungen allein, um keine Fressfeinde anzulocken. Menschengeruch kann dazu führen, dass die Mutter das Junge verstößt.
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