Methodik & Datenschutz
Wie funktioniert das Naturkompass Gartenobservatorium? Was wird erfasst, wie werden Daten geschützt, und wo liegen die Grenzen unserer Citizen-Science-Erhebungen?
📌 Einordnung
Das Gartenobservatorium ist ein freiwilliges Citizen-Science-Projekt und kein behördliches Monitoringprogramm. Die Daten sind nicht amtlich, nicht BfN-zertifiziert und ersetzen keine wissenschaftlichen Facherhebungen. Wir legen Wert auf Transparenz über die Grenzen der Daten.
Grundprinzipien
🔐 Opt-in only
Teilnahme ausschließlich freiwillig. Kein Vorbelegen, kein automatisches Teilen.
📍 PLZ2-Aggregation
Standorte werden auf zweistellige PLZ-Präfixe gerundet. Keine Einzeladressen.
👥 k ≥ 5 Schwelle
Datenpunkte erscheinen erst, wenn ≥ 5 unabhängige Beobachtungen aus einer Region vorliegen.
🚫 Keine Rohdaten-Publikation
Veröffentlicht werden nur aggregierte Ergebnisse, nie Einzelbeobachtungen pro Garten.
↩️ Widerruf
Alle eigenen Beobachtungen können jederzeit vollständig gelöscht werden.
📊 Open Data (aggregiert)
Aggregierte Ergebnisse können als Open Data auf Zenodo unter CC-BY erscheinen.
Häufige Fragen zur Methodik
Was wird erfasst?
Freiwillige Gartenbesitzer:innen erfassen Beobachtungen zu Pflanzenarten, Blühzeitpunkten und dem Vorkommen häufiger Tierarten (z.B. Wildbienen, Schmetterlinge). Erfasst werden Artenname, Beobachtungsdatum, Uhrzeit und ein optional gesetzter Gartentyp. Es werden keine GPS-Koordinaten auf Einzelgartenebene gespeichert.
Wie schützt ihr die Privatsphäre der Teilnehmenden?
Standortangaben werden auf Basis des zweistelligen PLZ-Präfixes (PLZ2) zusammengefasst. Alle veröffentlichten Karten und Tabellen zeigen aggregierte Werte pro PLZ2-Region, nie Einzelgarten-Rohdaten. Zusätzlich gilt eine Mindestschwelle: Erst wenn mindestens 5 unabhängige Beobachtungen aus einer Region vorliegen (k ≥ 5), werden die Daten dargestellt.
Was bedeutet "k ≥ 5"?
k-Anonymisierung bedeutet: Ein Datenpunkt ist nur dann öffentlich sichtbar, wenn mindestens 5 voneinander unabhängige Beobachtungen aus derselben PLZ2-Region vorliegen. So kann niemand aus der Karte auf einen einzelnen Garten schließen.
Sind die Daten "vollständig anonym"?
Nein. Wir verwenden den Begriff "pseudonymisiert und aggregiert". Die Daten werden keiner Person direkt zugeordnet, aber die Kombination aus PLZ2-Region, Artenname und Zeitraum ist theoretisch re-identifizierbar, wenn jemand bereits weiß, welche seltene Art nur in einem einzigen Garten in der Region vorkommt. Deshalb wenden wir die k ≥ 5 Schwelle an und veröffentlichen keine Rohdaten.
Ist das ein offizielles Monitoring-Programm?
Nein. Das Gartenobservatorium ist ein freiwilliges Citizen-Science-Projekt ohne behördlichen Auftrag. Die Daten ersetzen kein amtliches Monitoring (z.B. durch die Staatlichen Vogelschutzwarten oder das Bundesamt für Naturschutz). Datenqualität und -tiefe unterscheiden sich von professionellen Erhebungen. Wir weisen in allen Publikationen auf diese Grenzen hin.
Wie kann ich meine Daten widerrufen?
Über den Account-Bereich unter "Datenschutz & Widerruf" können alle gespeicherten Beobachtungen eines Accounts dauerhaft gelöscht werden. Bereits aggregierte Werte, die in PLZ2-Summen eingeflossen sind, können nachträglich rechnerisch nicht mehr herausgerechnet werden — darauf weisen wir beim Opt-in hin.
Werden die Daten an Dritte weitergegeben?
Aggregierte, anonymisierte Ergebnisse (nicht Rohdaten) können zu Forschungszwecken als Open Data bereitgestellt werden — dann auf Zenodo oder ähnlichen Plattformen unter CC-BY-Lizenz. Personenbezogene Rohdaten werden nicht weitergegeben. Dienstleister, die für den Betrieb notwendig sind (Supabase, Vercel), sind per AVV verpflichtet.
⚠️ Grenzen der Erhebung
- Citizen-Science-Daten sind durch Selbstselektion der Teilnehmenden verzerrt (urban, gartenbesitzend, digital affin).
- Artenidentifikation durch Laien kann fehlerhaft sein — wir wenden keine systematische Verifikation an.
- Beobachtungsdichte ist regional sehr unterschiedlich — Aussagen über "ganz Deutschland" sind nicht möglich.
- Die Daten erlauben Trendbeobachtungen, aber keine kausalen Schlussfolgerungen.
- Es liegen keine Vergleichsdaten aus früheren Jahrzehnten vor (kein historisches Baseline-Monitoring).
Fragen zur Methodik oder zum Datenschutz?
Für wissenschaftliche Anfragen, Kooperationsanfragen oder Datenschutzfragen wenden Sie sich bitte an:
daten@naturkompass.de