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EUNIS: MA12Europäische Rote Liste: Data DeficientFFH-Anhang I: 1170

MA12 – Makaronesische Lebensgemeinschaften der unteren Gezeitenzone auf stark wellenexponiertem Fels

Das Habitat MA12 umfasst makaronesische Lebensgemeinschaften auf felsigen Substraten im unteren Eulitoral, die extremer Wellenkraft ausgesetzt sind. Es wird im Anhang I der FFH-Richtlinie unter „Riffe“ (Code 1170) geführt. Die europäische Rote Liste der Lebensräume bewertet den Typ als „Data Deficient“ (DD), da für eine Gefährdungsbeurteilung nicht genügend Daten vorliegen. Informationen zu typischen Arten, konkreten Bedrohungen oder zum Erhaltungszustand nach Artikel 17 sind in den verfügbaren EEA-Datensätzen nicht enthalten.

Einordnung

Originalbezeichnung
Macaronesian communities of lower eulittoral rock very exposed to wave action
EUNIS
MA12
EU-28
Data Deficient
EU-28+
Data Deficient
FFH-Anhang I
1170 – Reefs

Das Wichtigste in Kürze

  • EUNIS-Code MA12 gehört zur Gruppe der marinen Fels- und Biogenriff-Lebensräume.
  • Er beschreibt makaronesische Lebensgemeinschaften des unteren Eulitorals auf stark wellenexponiertem Hartsubstrat.
  • Die Europäische Rote Liste der Lebensräume (EU28 & EU28+) stuft ihn als „Data Deficient“ – Daten unzureichend – ein.
  • Der Habitattyp ist in Anhang I der FFH-Richtlinie unter 1170 „Riffe“ erfasst, hier als Sonderform mit Fokus auf die Makaronesische Region.
  • Ein Artikel-17-Erhaltungszustand ist in den vorliegenden Quelldaten nicht angegeben.
  • Konkrete typische Arten, Gefährdungen und Wiederherstellungshinweise sind im aktuellen Red-List-Datenbestand nicht gelistet.

Einleitung

Die Küsten der makaronesischen Inseln (Azoren, Madeira, Kanaren, Kap Verde) zählen zu den artenreichsten und zugleich am stärksten ozeanisch geprägten Lebensräumen Europas. Das Habitat MA12 ist Teil der unteren Gezeitenzone – jener Bereich, der bei Ebbe nur kurzzeitig oder kaum freifällt und permanent von starker Brandung geformt wird. Da es kaum Daten zu diesem Lebensraum gibt, soll dieser Artikel transparent aufzeigen, was bekannt ist und wo Wissenslücken bestehen. Er richtet sich an interessierte Bürger, Kommunalplaner und Fachleute der Naturbildung.

EUNIS-Klassifikation und Typisierung

EUNIS (European Nature Information System) ist das zentrale europäische Klassifikationssystem für Lebensräume. MA12 ist dort folgendermaßen eingeordnet:

  • Hauptgruppe: M – Meereslebensräume
  • Ebene 2: MA – Littoral rock and biogenic reef (Felsküsten und biogene Riffe der Gezeitenzone)
  • Ebene 3: MA1 – Littoral rock and other hard substrata (Fels und andere Hartsubstrate des Eulitorals)
  • Code MA12: Macaronesian communities of lower eulittoral rock very exposed to wave action

Das untere Eulitoral umschreibt den unteren Bereich der Gezeitenzone, der nur bei ausgeprägten Springtiden vollständig trockenfällt. Hier herrschen extrem stabile Salinitäts- und Temperaturverhältnisse, gleichzeitig ist mechanische Störung durch Wellenschlag eine alles bestimmende Größe. Der Zusatz „very exposed to wave action“ unterstreicht die Sonderstellung: Nur wenige, besonders widerstandsfähige Organismen können sich dauerhaft halten. Die EUNIS-Datenbank vermerkt für MA12 einen Crosswalk-Qualifier „<“, was auf eine hierarchische Unterordnung unter eine breitere Einheit hindeuten kann.

Geografische Verbreitung

Der Habitattyp ist ausschließlich für die Makaronesische Region definiert. Die offizielle Red-List-Quelle gibt als biogeografische Region „NEA“ an. NEA steht für Northeast Atlantic Ocean, in dem die makaronesischen Inseln als eigene Meeres-Unterregion geführt werden. Länderlisten sind im Datensatz nicht hinterlegt – ein Spiegel der lückenhaften Erfassung. Von der Natur der Sache her sind Vorkommen auf allen geeigneten Felsküsten der Azoren, Madeiras, der Kanarischen Inseln und möglicherweise der Kapverden zu erwarten, sofern Brandungsexposition und Substratbeschaffenheit passen.

Ökologische Charakterisierung – was wir wissen und was nicht

Aufgrund der Einstufung als Data Deficient gibt die Europäische Rote Liste keine repräsentativen Leitarten an. Allgemein gelten für makaronesische Brandungsküsten jedoch folgende Rahmenbedingungen, die auch für MA12 kennzeichnend sein dürfen:

  • Extreme Wellenenergie verhindert die Ansiedlung empfindlicher Algen und Tiere.
  • Die Felsoberfläche wird von Krusten bildenden Rotalgen, Napfschnecken und robusten Seepocken dominiert, die fest haften oder eine flache Wuchsform besitzen.
  • In kleinen Vertiefungen und Spalten finden sich spezialisierte Krebs- und Borstenwurmarten.
  • Die Lebensgemeinschaft unterscheidet sich deutlich von geschützteren Felsufern derselben Inseln.

Da keine konkreten Artnamen aus dem offiziellen Quellmaterial ableitbar sind, müssen alle Aussagen zu typischen Arten unter Vorbehalt stehen. Für fundierte Managementpläne fehlen vor allem quantitative Monitoringdaten – eine typische Situation für schwer zugängliche Meereshabitate.

Gefährdung und Schutzstatus im europäischen Recht

Europäische Rote Liste der Lebensräume

Die aktuelle Bewertung (European Red List of Habitats 2022, verstärkt durch EEA-Daten) stuft MA12 sowohl für EU28 als auch für EU28+ als Data Deficient (DD) ein. Das bedeutet, dass weder ein zuverlässiges Bedrohungsprofil noch eine Einstufung in eine Gefährdungskategorie (z. B. „stark gefährdet“) möglich ist. Die Ursache liegt nicht zwingend in einer geringen Gefährdung, sondern im Fehlen systematisch erhobener Daten.

Anhang I der FFH-Richtlinie

MA12 ist im Annex I unter dem Code 1170 (Riffe) gelistet. Der Crosswalk-Qualifier „#“ zeigt an, dass es sich um eine spezielle Ausprägung dieses weitgefassten Typs handelt. Riffe gemäß Artikel 1170 umfassen sowohl biogene Riffe (z. B. von Kalkröhrenwürmern) als auch geogene Hartsubstrate mit charakteristischer Lebensgemeinschaft. Durch die Anhang-I-Nennung unterliegen Vorkommen in Natura-2000-Gebieten einem strengen Schutz- und Verschlechterungsverbot.

Artikel-17-Berichterstattung

Im Rahmen der Berichtspflicht nach Art. 17 FFH-Richtlinie werden für jeden Anhang-I-Lebensraum die Erhaltungszustände in den Mitgliedstaaten gemeldet. Für MA12 liegen jedoch keine publizierten Artikel-17-Daten im verarbeiteten Datensatz vor. Das ist nicht ungewöhnlich: Oft werden marine Felsufer als Teil des übergeordneten Habitattyps 1170 „Riff“ berichtet, ohne die Subtypen einzeln auszuweisen. In den vorliegenden Quelldaten ist der Erhaltungszustand daher explizit nicht angegeben.

Bedrohungsfaktoren

In den Red-List- und Article-17-Daten findet sich keine Auflistung konkreter Gefährdungen für MA12. Aus allgemeinen Kenntnissen können jedoch potenzielle Stressoren abgeleitet werden, die für makaronesische Brandungsküsten relevant sein dürfen:

  • Globale Erwärmung und Meeresspiegelanstieg
  • Ozeanversauerung (beeinträchtigt kalkbildende Organismen)
  • Lokale Verschmutzung durch Schiffsverkehr und küstennahe Aquakultur
  • Trittschäden und Freizeitfischerei in zugänglichen Bereichen
  • Invasive Arten, die durch den Seeverkehr eingetragen werden

Ohne gezieltes Monitoring bleiben diese Einflüsse jedoch spekulativ und können nicht als bestätigte Gefährdungsliste für MA12 gelten.

Wiederherstellungsmöglichkeiten

Konkrete Anleitungen zur Wiederherstellung dieses Lebensraumtyps sind in den Quelldaten nicht enthalten. Grundsätzlich ist die Renaturierung von Felsküsten, die durch natürliche Brandung geprägt sind, kaum praktikabel. Schutzmaßnahmen konzentrieren sich daher auf den Erhalt der Wasserqualität und die Ausweisung von Meeresschutzgebieten. Kommunen in Makaronesien können indirekt beitragen, indem sie Einleitungen von Abwässern reduzieren, Ankerverbote in sensiblen Zonen durchsetzen und das Küstenmanagement an wissenschaftlichen Leitlinien ausrichten. Für den klassischen Garten- oder Siedlungsbereich ist MA12 nicht nachbildbar. Das Habitat existiert ausschließlich in der unteren Brandungszone natürlicher Felsküsten.

Bedeutung für die Artenvielfalt und den Naturkompass

Trotz der Datenlücken darf die potenzielle Bedeutung von MA12 nicht unterschätzt werden. Makaronesische Felsküsten sind Hotspots der Biodiversität mit vielen Endemiten. Das untere Eulitoral extrem exponierter Standorte filtert eine hochspezialisierte Gemeinschaft heraus, die in engem Austausch mit dem offenen Ozean steht. Für die europäische Naturschutzplanung ist MA12 ein Beispiel dafür, wie selbst innerhalb des gut untersuchten Annex-I-Netzwerks erhebliche Wissensdefizite bestehen. Der Naturkompass möchte dazu anregen, diese Lücken durch bürgerwissenschaftliche Beobachtungen (Citizen Science) und gezielte Forschungsförderung zu schließen.

Zusammenfassende Datentabelle

MerkmalWert / Aussage
EUNIS-CodeMA12
Vollständiger NameMacaronesian communities of lower eulittoral rock very exposed to wave action
Habitatgruppe (EUNIS)Mariner Fels und biogenes Riff
Rote-Liste-Kategorie EU28Data Deficient (Daten unzureichend)
Rote-Liste-Kategorie EU28+Data Deficient
Anhang I FFH-Richtlinie1170 – Riffe
Biogeografische Region (Red List)NEA (Northeast Atlantic)
Typische ArtenIn den vorliegenden Quelldaten nicht angegeben
Bedrohungen (Red List)Keine gelistet
Artikel-17-ErhaltungszustandIn den vorliegenden Quelldaten nicht aufgeführt
WiederherstellungshinweiseKeine in den offiziellen Daten

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

1. Was ist der EUNIS-Code MA12?
MA12 ist die Kennung für makaronesische Lebensgemeinschaften des unteren Eulitorals auf Hartsubstraten, die starker Brandung ausgesetzt sind. Er gehört zur Gruppe „Littoral rock and biogenic reef“ und ist Teil des europäischen Naturinformationssystems.

2. Warum wird MA12 als „Data Deficient“ eingestuft?
In der Europäischen Roten Liste der Lebensräume fehlen ausreichend Daten zur Fläche, zu Bestandstrends oder zu Gefährdungsfaktoren, sodass keine Einstufung in eine Gefährdungskategorie möglich ist. Dies betrifft sowohl die EU28- als auch die erweiterte EU28+-Bewertung.

3. Ist MA12 gesetzlich geschützt?
Ja, als Teil des Anhang-I-Lebensraumtyps 1170 „Riffe“ genießen MA12-Vorkommen in Natura-2000-Gebieten den Schutz der FFH-Richtlinie. Allerdings werden für diesen Subtyp keine separaten Erhaltungszustände berichtet.

4. Wo kommt das Habitat vor?
Das Habitat ist auf die Makaronesische Region beschränkt – also die Inselgruppen der Azoren, Madeiras, Kanaren und Kap Verden. Es besiedelt ausschließlich stark wellenexponierte Felsküsten im unteren Bereich der Gezeitenzone.

5. Welche typischen Arten leben dort?
Das offizielle Datenmaterial nennt keine Leitarten. Allgemein werden solche Standorte von robusten, krustenbildenden Organismen wie Napfschnecken, Seepocken und Kalkrotalgen besiedelt. Genauere Artenlisten existieren bislang nicht für diesen Habitattyp.

Quellen

Häufige Fragen

Was ist der EUNIS-Code MA12?

MA12 ist die Kennung für makaronesische Lebensgemeinschaften des unteren Eulitorals auf Hartsubstraten, die starker Brandung ausgesetzt sind. Er gehört zur Gruppe „Littoral rock and biogenic reef“ und ist Teil des europäischen Naturinformationssystems.

Warum wird MA12 als „Data Deficient“ eingestuft?

In der Europäischen Roten Liste der Lebensräume fehlen ausreichend Daten zur Fläche, zu Bestandstrends oder zu Gefährdungsfaktoren, sodass keine Einstufung in eine Gefährdungskategorie möglich ist. Dies betrifft sowohl die EU28- als auch die erweiterte EU28+-Bewertung.

Ist MA12 gesetzlich geschützt?

Ja, als Teil des Anhang-I-Lebensraumtyps 1170 „Riffe“ genießen MA12-Vorkommen in Natura-2000-Gebieten den Schutz der FFH-Richtlinie. Allerdings werden für diesen Subtyp keine separaten Erhaltungszustände berichtet.

Wo kommt das Habitat vor?

Das Habitat ist auf die Makaronesische Region beschränkt – also die Inselgruppen der Azoren, Madeiras, Kanaren und Kap Verden. Es besiedelt ausschließlich stark wellenexponierte Felsküsten im unteren Bereich der Gezeitenzone.

Welche typischen Arten leben dort?

Das offizielle Datenmaterial nennt keine Leitarten. Allgemein werden solche Standorte von robusten, krustenbildenden Organismen wie Napfschnecken, Seepocken und Kalkrotalgen besiedelt. Genauere Artenlisten existieren bislang nicht für diesen Habitattyp.

Quellen