Extensive Getreideäcker mit unvermischten Kulturen und bedrohten Wildkräutern – EUNIS I1.3
EUNIS I1.3 umfasst extensiv bewirtschaftete Äcker, meist Getreidefelder, die ohne Herbizide, Mineraldünger und Bewässerung auskommen und eine artenreiche, aus neolithischer Zeit stammende Wildkrautflora beherbergen. Der Lebensraum gilt europaweit als stark gefährdet (Endangered).
Einordnung
- Originalbezeichnung
- Arable land with unmixed crops grown by low-intensity agricultural methods
- EUNIS
- I1.3 – Arable land with unmixed crops grown by low-intensity agricultural methods
- EU-28
- Endangered
- EU-28+
- Endangered
Das Wichtigste in Kürze
Ackerland, das mit traditionellen, niedrig-intensiven Methoden bewirtschaftet wird, gehört zu den am stärksten bedrohten Lebensräumen Europas. Der Biotoptyp EUNIS I1.3 („Arable land with unmixed crops grown by low-intensity agricultural methods“) umfasst Getreidefelder, die ohne mineralische Dünger, meist ohne Herbizide und oft ohne künstliche Bewässerung auskommen. Auf diesen Flächen überleben bis heute seltene Wildkräuter, die schon in der Jungsteinzeit mit dem Ackerbau nach Europa kamen.
Der Lebensraum wird in der Europäischen Roten Liste der Habitate als stark gefährdet (Endangered) geführt. Er ist nicht im Anhang I der FFH-Richtlinie gelistet, sodass für ihn keine eigenen EU-weiten Schutzgebietsausweisungen existieren. Dennoch ist er von immensem Wert für die Artenvielfalt, denn er bietet Charakterarten wie Kornblume, Adonisröschen, Frauenspiegel oder Rittersporn letzte Rückzugsorte. Viele dieser Arten sind vom Aussterben bedroht oder bereits regional verschwunden.
Extensive Äcker finden sich heute v. a. in den Bergregionen des Mittelmeerraums und auf unproduktiven Standorten wie Kalkhängen oder Sandböden außerhalb des Mediterrans. Ihre Erhaltung ist eine drängende Naturschutzaufgabe, die nur mit angepasster Bewirtschaftung und gezielten Förderprogrammen gelingen kann.
EUNIS-Code I1.3: Extensive Ackerflächen mit traditionellem Getreideanbau
Der Lebensraumtyp I1.3 im europäischen Klassifikationssystem EUNIS beschreibt Äcker, die mit unvermischten Kulturen – fast immer Getreide – bestellt werden und deren Bewirtschaftung einer extensiven, vorindustriellen Logik folgt. Die typischen Früchte sind Saathafer (Avena sativa), Gerste (Hordeum vulgare), Weichweizen (Triticum aestivum), Hartweizen (T. turgidum) und Roggen (Secale cereale).
Anders als moderne High-Tech-Äcker werden diese Flächen
- ohne oder mit minimalem Herbizideinsatz,
- ohne Zufuhr mineralischer Düngemittel,
- häufig ohne Bewässerung und
- in manchen Fällen mit verunreinigtem Saatgut (das Wildkrautsamen enthielt) bewirtschaftet. Früher säte man von Hand – was für eine lückige Verteilung der Kulturpflanzen sorgte und den Wildkräutern Raum zur Keimung ließ.
Diese traditionelle Anbauweise hat sich in einigen Bergregionen des Mittelmeergebiets noch erhalten, insbesondere auf kleinen Terrassenfeldern, die im Herbst gepflügt und eingesät werden. Im Frühjahr, wenn die Biomasse ihren Höhepunkt erreicht, werden die Felder entweder abgeweidet oder zu Heu gemäht. Sie dienen somit nicht allein der Kornproduktion, sondern auch als Viehfutter.
Außerhalb des mediterranen Raums sind solche Felder viel seltener. Sie kommen vor allem auf Grenzstandorten mit geringer Wasserspeicherfähigkeit vor (z. B. auf kalkhaltigen Hängen oder Sandebenen), doch die meisten dieser unproduktiven Ackerstandorte wurden in den letzten Jahrzehnten aufgegeben.
Rote Liste – Europa: Gefährdungskategorie „Endangered“
Die Europäische Rote Liste der Habitate (EU28 und EU28+-Bewertung) stuft EUNIS I1.3 als stark gefährdet (Endangered) ein. Ein Lebensraum, der als „Endangered“ eingestuft wird, steht vor einem hohen Risiko, in naher Zukunft in die Kategorie „Vom Aussterben bedroht“ (Critically Endangered) überzugehen, wenn die Gefährdungsursachen nicht abgewendet werden.
Die Hauptursachen für diese dramatische Einordnung sind:
- die flächendeckende Intensivierung der Landwirtschaft seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts,
- der breite Einsatz von Herbiziden und mineralischen Düngern,
- veränderte Saatgutreinigung,
- die Aussaat hochwüchsiger, konkurrenzstarker Getreidesorten,
- die Zusammenlegung kleiner Felder zu großen Schlägen und
- die Aufgabe unproduktiver Flächen in Grenzlagen.
In vielen Regionen Europas kommen die typischen Ackerwildkraut-Gesellschaften heute nur noch in den nicht mit Herbiziden behandelten Randstreifen der Felder vor – oder in eigens angelegten Schutzäckern.
FFH-Richtlinie und Schutzstatus: Kein eigener Lebensraumtyp im Anhang I
Der Lebensraumtyp I1.3 ist nicht im Anhang I der FFH-Richtlinie gelistet. Das bedeutet, es gibt keinen spezifischen EU-Schutzgebietsstatus für extensive Getreideäcker mit ihrer charakteristischen Wildkrautflora. Trotzdem können Arten dieser Äcker indirekt von Schutzmaßnahmen profitieren, etwa wenn sie in Natura-2000-Gebieten vorkommen oder über Agrarumweltprogramme gefördert werden.
Da keine offizielle Zuordnung zu einem Lebensraumtyp des Anhang I vorliegt, wird dieser Habitattyp auch nicht im nationalen FFH-Monitoring nach Artikel 17 der Habitatrichtlinie bewertet.
Erhaltungszustand nach Artikel 17: Keine spezifischen Daten
Der Erhaltungszustand des EUNIS-Typs I1.3 wird nach Artikel 17 der FFH-Richtlinie nicht erfasst, da er keinem offiziellen Anhang-I-Lebensraumtyp entspricht. In den vorliegenden Quelldaten ist der Artikel-17-Status daher nicht angegeben. Aussagen über einen günstigen oder ungünstigen Erhaltungszustand auf europäischer Ebene lassen sich für diesen spezifischen Typ nicht treffen.
Lebensraum und Artenvielfalt: Archäophyten als Zeugen alter Kulturlandschaft
Die ökologische Bedeutung extensiver Getreideäcker liegt in ihren konkurrenzschwachen, oft nur hier überlebenden Ackerwildkräutern. Viele dieser Pflanzen sind Archäophyten – sie wurden vermutlich schon in der Jungsteinzeit mit dem Ackerbau aus dem östlichen Mittelmeerraum und dem Nahen Osten eingeführt. Manche waren bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts noch verbreitet, sind aber durch die landwirtschaftliche Intensivierung stark zurückgegangen.
Indikatoren für eine hohe Qualität des Lebensraums sind:
- Vorkommen seltener oder stark zurückgehender, heimischer oder archäophytischer Unkrautarten,
- geringer Anteil an neophytischen (neu eingebürgerten) Wildkräutern,
- kein Einsatz mineralischer Dünger,
- kein oder nur sehr begrenzter Herbizideinsatz und
- keine künstliche Bewässerung in Trockengebieten.
Die folgende Tabelle zeigt eine Auswahl charakteristischer Gefäßpflanzenarten, die in den Datenquellen für diesen Lebensraumtyp genannt werden:
| Wissenschaftlicher Name | Deutscher Name (wo gebräuchlich) | Besonderheit |
|---|---|---|
| Adonis aestivalis | Sommer-Adonisröschen | Charakterart extensiver Kalkäcker |
| Adonis flammea | Flammen-Adonisröschen | Stark gefährdet, selten |
| Agrostemma githago | Kornrade | Früher häufiges, heute vom Aussterben bedrohtes Ackerunkraut |
| Centaurea cyanus | Kornblume | Symbolart extensiver Äcker, Bestände stark rückläufig |
| Legousia speculum-veneris | Echter Frauenspiegel | Typisch für lückige Getreidebestände |
| Nigella arvensis | Acker-Schwarzkümmel | Sehr selten, Relikt alter Anbauweisen |
| Papaver rhoeas | Klatschmohn | Noch verbreitet, aber Charakterart |
| Ranunculus arvensis | Acker-Hahnenfuß | Wärmeliebend, an kalkhaltige Böden angepasst |
| Scandix pecten-veneris | Venuskamm | Alteingeführter, empfindlicher Frühjahrskeimer |
| Teesdalia nudicaulis | Bauernsenf | Auf Sandböden, Pionierart |
Je nach Region, Klima und Boden kommen unterschiedliche Vergesellschaftungen dieser Arten vor. Gemeinsam ist ihnen die Abhängigkeit von offenen, nährstoffarmen und nicht mit Herbiziden behandelten Böden.
Warum ist dieser Lebensraum gefährdet?
Das Verschwinden der extensiven Getreideäcker ist eine direkte Folge der Industrialisierung der Landwirtschaft. Die dringendsten Gefährdungsfaktoren sind:
- Herbizideinsatz: Schon geringe Mengen führen zum Zusammenbruch der hochspezialisierten Wildkrautgesellschaften.
- Mineraldünger: Erhöht den Nährstoffgehalt so stark, dass konkurrenzschwache Spezialisten verdrängt werden.
- Saatgutreinigung: Moderne Verfahren trennen den Großteil der Unkrautsamen ab; die natürlichen Ausbreitungsmechanismen werden unterbrochen.
- Hochleistungssorten: Dichte, hohe Kulturpflanzenbestände lassen kaum Lücken und Licht für die Begleitflora.
- Flurbereinigung: Die Zusammenlegung kleiner strukturierter Felder zu großen Schlägen eliminiert Randlinien und Restflächen, die als Rückzugsgebiete dienten.
- Aufgabe von Grenzstandorten: Auf ausgesprochen nährstoffarmen oder trockenen Flächen lohnt sich die Bewirtschaftung nicht mehr – die Flächen verbuschen oder werden aufgeforstet, womit die konkurrenzschwachen Arten verschwinden.
Durch diese Entwicklungen sind viele der einst alltäglichen Ackerwildkräuter regional ausgestorben oder auf winzige Restvorkommen zurückgedrängt.
Was machen extensive Äcker so wertvoll?
Extensiv bewirtschaftete Felder sind nicht nur Lebensraum für gefährdete Pflanzen, sondern erfüllen weitere wichtige Funktionen:
- Artenvielfalt auf zweiter Ebene: Sie bilden die Nahrungsgrundlage für zahlreiche Insekten, Vögel und Kleinsäuger – darunter viele Bestäuber und Feldvögel, die ebenfalls im Bestand bedroht sind (z. B. Rebhuhn, Feldlerche).
- Kulturhistorisches Erbe: Die Ackerwildkrautgesellschaften sind Begleiter der menschlichen Zivilisation und dokumentieren eine jahrtausendealte Kulturlandschaft.
- Genetische Ressourcen: In den Populationen alter Wildkräuter können Eigenschaften (z. B. Trockentoleranz) schlummern, die für künftige Züchtungen von Nutzen sind.
- Bodenschutz: Ohne schweren Maschineneinsatz und chemische Belastung bleibt die Bodenstruktur erhalten, und die Humusbildung wird gefördert.
Aus diesen Gründen fördern einige Agrarumweltprogramme extensiven Getreideanbau oder spezielle Ackerwildkraut-Blühstreifen. Eine echte Wiederherstellung des Lebensraumtyps I1.3 ist jedoch nur möglich, wenn die ursprüngliche Bewirtschaftungsform auf ganzer Fläche wiederauflebt.
Hinweise für den Naturgarten und Kommunen
Auch wenn ein privater Garten oder ein kommunales Grün den Lebensraum EUNIS I1.3 nicht 1:1 abbilden kann, lassen sich Elemente der extensiven Ackerwirtschaft und die dazugehörigen Wildpflanzen in städtischen und privaten Grünflächen fördern:
- Verzicht auf Herbizide und Mineraldünger: Dies ist die Grundvoraussetzung, um konkurrenzschwachen Wildkräutern eine Chance zu geben.
- Offene Bodenstellen: Im Staudenbeet oder auf sogenannten Ackerwildkraut-Äckern (Schauflächen) kann man durch lückige Aussaat oder einmaliges Hacken den Keimprozess der Archäophyten anregen.
- Gezielte Ansaat: In einigen Fällen ist regionales Saatgut von Kornblume, Klatschmohn, Frauenspiegel oder Adonisröschen erhältlich. Achten Sie auf gebietseigene Herkünfte und eine legale Bezugsquelle. Nicht alle Arten sind einfach auszusäen – viele brauchen eine winterliche Kältephase (Stratifikation).
- Kommunale Gestaltung von Ackersäumen: Städte können auf Randstreifen, Gemeinschaftsäckern oder in Parks kleine Parzellen mit Wintergetreide einsäen und einen Teil des Jahres bewusst stehenlassen. So entstehen Trittsteinbiotope für Insekten und Pflanzen.
- Pflege wie früher: Wenn Sie ein Beet als „Getreideacker“ anlegen, mähen oder ernten Sie es erst spät im Jahr und lassen Sie das Stroh kurz liegen, damit eventuell vorhandene Samen ausfallen können. Ohne tiefgehende Bodenbearbeitung und Düngung nähern Sie sich den mageren, lückigen Verhältnissen des Lebensraumtyps an.
Wichtig: Die typischen Kennarten (z. B. Kornrade, Acker-Schwarzkümmel) sind selten und oft streng geschützt. Das Ausgraben oder Sammeln aus der Natur ist nicht erlaubt. Nutzen Sie zertifiziertes Saatgut aus Fachbetrieben oder treten Sie mit regionalen Naturschutzverbänden in Kontakt.
FAQ – Häufige Fragen zu EUNIS I1.3
1. Was ist das Besondere an extensiv bewirtschafteten Äckern?
Extensive Getreideäcker des Typs EUNIS I1.3 beherbergen eine einzigartige, oft vom Aussterben bedrohte Wildkrautflora aus Archäophyten – Arten, die mit der menschlichen Landwirtschaft seit der Jungsteinzeit verbunden sind. Sie sind an nährstoffarme, nicht mit Herbiziden behandelte Böden gebunden und können in der modernen Agrarlandschaft kaum überleben.
2. Welche seltenen Arten kommen auf solchen Flächen vor?
Zu den Charakterarten zählen unter anderem Sommer-Adonisröschen (Adonis aestivalis), Kornrade (Agrostemma githago), Echter Frauenspiegel (Legousia speculum-veneris), Acker-Schwarzkümmel (Nigella arvensis), Acker-Hahnenfuß (Ranunculus arvensis) und Venuskamm (Scandix pecten-veneris). Viele dieser Arten sind national oder regional bereits verschollen.
3. Warum ist der Lebensraum gefährdet?
Die hauptsächlichen Ursachen sind die Intensivierung der Landwirtschaft: flächendeckender Herbizideinsatz, mineralische Düngung, Saatgutreinigung, Hochleistungssorten und die Zusammenlegung von Kleinparzellen. Hinzu kommt die Aufgabe unproduktiver Standorte, auf denen sich die traditionelle Bewirtschaftung nicht mehr lohnt.
4. Gibt es Schutzmaßnahmen für extensive Getreideäcker?
Der Lebensraumtyp ist kein eigener FFH-Lebensraumtyp, aber Agrarumweltprogramme fördern extensiven Getreideanbau oder Ackerwildkraut-Blühstreifen. Solche Maßnahmen können den typischen Arten helfen, wenn sie konsequent ohne Dünger und Herbizide und mit standortheimischem Saatgut umgesetzt werden.
5. Kann man im eigenen Garten einen extensiven Ackerstreifen anlegen?
Ein privater Garten kann den Lebensraum nicht 1:1 nachbilden, aber durch Verzicht auf Herbizide und Dünger, lückige Aussaat und Verwendung gebietsheimischer Saatgutmischungen lassen sich Ackerelemente mit Kornblume, Klatschmohn und Frauenspiegel integrieren. Fördermöglichkeiten bestehen auch über gezielte Beet-Anlagen mit Wintergetreide, die jahreszeitlich extensiv behandelt werden.
Quellen
- Europäische Umweltagentur (EEA). European Red List of Habitats – Terrestrial Habitats. https://www.eea.europa.eu/data-and-maps/data/european-red-list-of-habitats
- EUNIS Habitats Classification. I1.3 – Arable land with unmixed crops grown by low-intensity agricultural methods. https://eunis.eea.europa.eu/habitats.jsp
- EUNIS Code Browser mit Roter Liste. https://eunis.eea.europa.eu/habitats-code-browser-redlist.jsp
- EEA-Datenpaket (2022) zu EUNIS I1.3. https://sdi.eea.europa.eu/datashare/s/x4Fy8dEbAdNPna8/download
- Europäische Kommission, Habitats Directive. https://environment.ec.europa.eu/topics/nature-and-biodiversity/habitats-directive_en
- EEA-Datenbank zu Artikel-17-Berichten. https://www.eea.europa.eu/data-and-maps/data/article-17-database-habitats-directive-92-43-eec-2
Häufige Fragen
Was ist das Besondere an extensiv bewirtschafteten Äckern?
Extensive Getreideäcker des Typs EUNIS I1.3 beherbergen eine einzigartige, oft vom Aussterben bedrohte Wildkrautflora aus Archäophyten – Arten, die mit der menschlichen Landwirtschaft seit der Jungsteinzeit verbunden sind. Sie sind an nährstoffarme, nicht mit Herbiziden behandelte Böden gebunden und können in der modernen Agrarlandschaft kaum überleben.
Welche seltenen Arten kommen auf solchen Flächen vor?
Zu den Charakterarten zählen unter anderem Sommer-Adonisröschen (Adonis aestivalis), Kornrade (Agrostemma githago), Echter Frauenspiegel (Legousia speculum-veneris), Acker-Schwarzkümmel (Nigella arvensis), Acker-Hahnenfuß (Ranunculus arvensis) und Venuskamm (Scandix pecten-veneris). Viele dieser Arten sind national oder regional bereits verschollen.
Warum ist der Lebensraum gefährdet?
Die hauptsächlichen Ursachen sind die Intensivierung der Landwirtschaft: flächendeckender Herbizideinsatz, mineralische Düngung, Saatgutreinigung, Hochleistungssorten und die Zusammenlegung von Kleinparzellen. Hinzu kommt die Aufgabe unproduktiver Standorte, auf denen sich die traditionelle Bewirtschaftung nicht mehr lohnt.
Gibt es Schutzmaßnahmen für extensive Getreideäcker?
Der Lebensraumtyp ist kein eigener FFH-Lebensraumtyp, aber Agrarumweltprogramme fördern extensiven Getreideanbau oder Ackerwildkraut-Blühstreifen. Solche Maßnahmen können den typischen Arten helfen, wenn sie konsequent ohne Dünger und Herbizide und mit standortheimischem Saatgut umgesetzt werden.
Kann man im eigenen Garten einen extensiven Ackerstreifen anlegen?
Ein privater Garten kann den Lebensraum nicht 1:1 nachbilden, aber durch Verzicht auf Herbizide und Dünger, lückige Aussaat und Verwendung gebietsheimischer Saatgutmischungen lassen sich Ackerelemente mit Kornblume, Klatschmohn und Frauenspiegel integrieren.