Mediterranes und temperates Vulkanfeld – Lebensraum H6.2 der europäischen Roten Liste
Der Lebensraum H6.2 (EUNIS) „Mediterranean and temperate volcanic field“ beschreibt dauerhafte Standorte auf jungen vulkanischen Ablagerungen im Mittelmeerraum und Makaronesien, mit Pioniervegetation, vielen Endemiten und sehr geringer Vegetationsdeckung. Er ist in Anhang I der FFH-Richtlinie unter Code 8320 gelistet und gilt nach der Europäischen Roten Liste als nicht gefährdet (Least Concern).
Einordnung
- Originalbezeichnung
- Mediterranean and temperate volcanic field
- EUNIS
- H6.2 – Inactive recent volcanic features
- EU-28
- Least Concern
- EU-28+
- Least Concern
- FFH-Anhang I
- 8320 – Fields of lava and natural excavations
Mediterranes und temperates Vulkanfeld – Lebensraum H6.2 der europäischen Roten Liste
Das Wichtigste in Kürze
Der Lebensraumtyp Mediterranes und temperates Vulkanfeld (EUNIS-Code H6.2, Bezeichnung Inactive recent volcanic features) umfasst offene, steinige Flächen auf frischen vulkanischen Ablagerungen wie Schlacken (Tephra), Lavaströmen oder Gasöffnungen. Er kommt vor allem in den Vulkangebieten Italiens (Toskana, Sizilien, Latium, Kampanien) und auf den Kanarischen Inseln vor, sehr vereinzelt auch in temperaten Teilen Europas, etwa in Rumänien. Subarktische Vulkanfelder Islands werden unter einem anderen Code (H5.1c) erfasst. Der Lebensraum ist durch extreme Standortbedingungen – hohe Sonneneinstrahlung, starke Temperaturschwankungen, grobsteiniges Substrat und mechanische Störungen durch Wind – geprägt und wird nur von einer lückenhaften Pioniervegetation besiedelt.
Nach der Europäischen Roten Liste der Lebensraumtypen gilt der Biotop als nicht gefährdet (Least Concern), sowohl innerhalb der EU28 als auch im erweiterten Kreis EU28+. Im Anhang I der FFH-Richtlinie wird er unter dem Code 8320 – Lavafelder und natürliche Höhlungen geführt. Ein aktueller Bericht zum Erhaltungszustand nach Artikel 17 liegt in den ausgewerteten Quelldaten nicht vor.
Die Qualität des Habitats bemisst sich am Vorkommen seltener, endemischer Pflanzenarten und am Fehlen menschlicher Störungen wie Wegebau, Tourismus oder Wintersport. Durch die schwierigen Wuchsbedingungen sind die Böden extrem flachgründig und spiegeln ungewöhnlich genau die chemische Zusammensetzung des vulkanischen Ausgangsgesteins wider. Dies macht das Vulkanfeld zu einem hochwertigen geobotanischen Studienobjekt.
EUNIS-Typologie – H6.2 Inactive recent volcanic features
Das Europäische Naturinformationssystem EUNIS (European Nature Information System) teilt Lebensräume nach ökologischen Kriterien ein. Der Lebensraum H6.2 gehört zur Hauptgruppe H – Inland unvegetated or sparsely vegetated habitats und dort zur Untergruppe H6 – Recent volcanic features. Er umfasst inaktive, aber geologisch noch sehr junge Vulkanstrukturen, die nur gering von Vegetation bedeckt sind.
Die Abgrenzung zu anderen Typen ist klar:
- H5.1c – Subarctic volcanic features (auf Island) werden getrennt betrachtet.
- Aktive Vulkane mit extrem heißen Gasen und ohne jegliche Vegetation fallen nicht unter H6.2, sondern unter andere Typen. H6.2 bezieht sich auf „inaktive“ Formen, die aber erst in jüngster geologischer Vergangenheit entstanden sind und deren Substrate noch kaum verwittert sind.
Der EUNIS-Code wird in der amtlichen Berichterstattung unter der Habitat-Richtlinie als Referenz genutzt. Für Deutschland oder Mitteleuropa ist der Typ ohne Bedeutung – es handelt sich um einen Lebensraum, der an die spezifischen Vulkanlandschaften des Mittelmeerraums und Makaronesiens gebunden ist.
FFH-Anhang I – Code 8320: Fields of lava and natural excavations
Der Lebensraum ist im Anhang I der FFH-Richtlinie (92/43/EWG) unter dem Code 8320 gelistet. Die offizielle Bezeichnung lautet „Fields of lava and natural excavations“. Diese Listung verpflichtet die Mitgliedstaaten, in denen der Lebensraum vorkommt, besondere Schutzgebiete auszuweisen und einen günstigen Erhaltungszustand zu gewährleisten bzw. wiederherzustellen.
Der FFH-Code 8320 ist etwas weiter gefasst als H6.2 und umfasst auch natürliche Höhlungen. In den Interpretationsmanualen wird jedoch klargestellt, dass insbesondere die offenen Lavafelder und vulkanischen Schuttflächen, wie sie für H6.2 typisch sind, unter diesen Code fallen.
Da die Artikel-17-Berichte für diesen Lebensraumtyp nicht in den vorliegenden Quelldaten aggregiert sind, kann zum offiziellen Erhaltungszustand auf europäischer Ebene keine Aussage getroffen werden. Die Rote Liste der Lebensräume bewertet den Typ jedoch als ungefährdet.
Europäische Rote Liste der Lebensraumtypen – Least Concern
Die European Red List of Habitats bewertet das mediterrane und temperate Vulkanfeld für die EU28 sowie für EU28+ einheitlich als Least Concern (LC) – also als nicht gefährdet. Das bedeutet, dass der Lebensraum nach den angewandten Kriterien weder in seinem Bestand stark zurückgegangen noch in naher Zukunft quantitativ bedroht ist. Ausschlaggebend ist die natürliche Stabilität dieses extremen Standorts, der nur sehr langsam von Vegetation erobert wird und kaum von land- oder forstwirtschaftlicher Nutzung betroffen ist.
Die Einstufung als Least Concern darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass lokale Gefährdungen bestehen können, etwa durch touristische Erschließung, Bergstraßen oder Schipistenbau. Der Wert des Habitats liegt vor allem in seiner Unversehrtheit und dem hohen Anteil an Relikt-Endemiten, die bei Störungen rasch verloren gehen können.
Lebensraum: Extreme Standorte als Lebensversicherung für Spezialisten
Die abiotischen Bedingungen auf den jungen Vulkanfeldern sind extrem:
- Substrat: Grobe Tephra, Lavaschlacken, kaum Feinerde. Die chemische Zusammensetzung – oft basisch, aber lokal auch sauer – wird direkt vom Ausgangsgestein bestimmt.
- Wasserhaushalt: Stark wechselfeucht; nach Regenfällen rasch abtrocknend, kaum Wasserspeichervermögen.
- Temperatur: Intensive Sonneneinstrahlung am Tag, starke nächtliche Abkühlung, teils langanhaltende Schneedecke im Winter (in Hochlagen).
- Wind: Mechanische Beanspruchung der Vegetation durch starke Winde, was insbesondere Polsterwuchs begünstigt.
Die Vegetationsbedeckung liegt meist unter 25 %, große Flächen sind völlig vegetationsfrei oder nur von Flechten und Moosen besiedelt. Höhere Pflanzen treten nur vereinzelt auf und wachsen oft in Nischen, wo sich geringe Mengen Feinsubstrat angesammelt haben.
Trotz dieser Widrigkeiten – oder gerade deshalb – bieten die Vulkanfelder einzigartige Konkurrenzbedingungen: Nur wenige Spezialisten können hier überleben, und diese sind häufig endemisch und stammen aus sehr alten Entwicklungslinien. Deshalb wird dieser Lebensraum als Refugium für Reliktarten eingestuft.
Artenvielfalt: Endemiten, Moose und Flechten der Vulkanfelder
Die Pflanzengesellschaften des H6.2 sind floristisch arm, aber reich an endemischen und phytogeographisch bedeutsamen Arten. Moose und Flechten machen oft den Großteil der Biomasse aus. Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über charakteristische Sippen, wie sie in den Quelldaten aufgeführt sind.
Charakteristische Arten des H6.2 (nach European Red List of Habitats)
| Gruppe | Typische Arten (Auswahl) | Besonderheit |
|---|---|---|
| Gefäßpflanzen (Vascular plants) | Cerastium tomentosum, Anthemis aetnensis, Scleranthus vulcanicus, Rumex aetnensis, Senecio aethnensis, Saponaria sicula, Viola cheirantifolia, Silene nocteolens, Argyranthemum tenerifae, Agrostis canina ssp. monteluccii, Agrostis castellana | Überwiegend endemische oder regional begrenzte Arten; oft Polster- oder Rosettenwuchs |
| Moose (Bryophytes) | Isopterygium tenerum, Campylopus pilifer, C. introflexus, Calymperes erosum, Racomitrium lanuginosum, R. canescens, Bryum pallens, Ceratodon purpureus | Pionierarten auf vulkanischem Grobschutt; einige weit verbreitet, andere mediterran-spezifisch |
| Flechten (Lichens) | Stereocaulon vesuvianum, Xanthoparmelia conspersa | Stereocaulon vesuvianum ist eine klassische Vulkanflechte, benannt nach dem Vesuv |
Die große phytogeographische Bedeutung wird durch die Vielzahl von Reliktendemiten unterstrichen, die nur auf diesen speziellen Standorten überdauern konnten. Einige der genannten Arten, wie Silene nocteolens oder Viola cheirantifolia, sind extrem selten und auf eine einzige Insel oder Vulkangruppe beschränkt.
Verbreitung in Europa
Das Hauptverbreitungsgebiet des H6.2 erstreckt sich über die mediterranen und makaronesischen Vulkangebiete. Konkrete Nennungen in den Quelldaten erfolgen für:
- Italien: Toskana, Sizilien (insbesondere Ätna), Latium, Kampanien (z. B. Phlegräische Felder, Vesuv).
- Kanarische Inseln: Insbesondere Teneriffa (Teide-Nationalpark) und weitere Inseln mit jungen Lavafeldern.
Darüber hinaus gibt es laut der Beschreibung marginale, weitgehend vegetationsfreie Vorkommen in temperaten Teilen Europas, ausdrücklich genannt wird Rumänien. Diese Vorkommen sind jedoch sehr kleinflächig und repräsentieren eher Reliktstandorte oder isolierte vulkanische Strukturen.
Die Gesamtfläche des Habitats ist nicht exakt zu beziffern, unterliegt aber natürlichen Schwankungen durch gelegentliche vulkanische Aktivität, die neue Flächen schaffen oder ältere überprägen kann.
Ökologische Qualitätsmerkmale
Die Europäische Rote Liste der Lebensraumtypen definiert klare Qualitätsindikatoren für diesen Lebensraumtyp:
- Natürliche Vegetation in schwer zugänglichen, kaum vom Menschen beeinflussten Lagen.
- Vorkommen seltener, endemischer und phytogeographisch bedeutsamer Pflanzenarten als Schlüsselindikator.
- Keine oder nur sehr geringe Störungen durch Wanderwege, Skipisten, Straßen und touristische Einrichtungen.
- Ökologische Kontinuität zu benachbarten natürlichen Lebensräumen wie Felsfluren, Bergwäldern oder Steilhängen.
Ein qualitativ hochwertiges Vulkanfeld zeigt also eine intakte Pionierbiozönose, die weder durch Trittschäden noch durch Eutrophierung oder invasive Arten beeinträchtigt wird. Da die Böden extrem nährstoffarm sind und das Substrat jede Veränderung der Nährstoffverhältnisse sofort an die Vegetation weitergibt, wirken sich selbst kleine Eingriffe oft nachhaltig aus.
Dynamik und Verbindung zu anderen Lebensräumen
Vulkanfelder sind keine statischen Gebilde. In niedrigeren Lagen oder dort, wo sich im Lauf der Zeit etwas mehr Feinsubstrat ansammeln kann, entwickeln sich allmählich Übergänge zu anderen Vegetationstypen:
- Hemicrypto-chamaephytische Zwergstrauch- und Polsterpflanzen-Gesellschaften: Auf bereits etwas konsolidierten Schlacken stellen sich dornige Polsterpflanzen und Gräser ein.
- Phanaerophytische Gehölzbestände: Unter günstigeren Bedingungen können Kiefern- (Pinus) und Wacholderarten (Juniperus) vordringen. Diese sind aber nicht Teil des H6.2, sondern repräsentieren spätere Sukzessionsstadien.
Diese dynamische Vernetzung mit anderen natürlichen Habitaten ist ein weiteres Qualitätsmerkmal: Wenn angrenzende Wald- oder Felslebensräume intakt sind, können typische Artengemeinschaften des Vulkanfeldes stabil bleiben und ihre Reliktarten bewahren.
Bedrohungen und Schutzstatus
Obwohl der Lebensraum gesamteuropäisch als Least Concern gilt, sind lokale Beeinträchtigungen nicht auszuschließen. Als relevante potenzielle Gefährdungen nennt die Beschreibung:
- Touristische Infrastruktur: Skipisten, Bergstationen, Wanderwege und Aussichtspunkte können die empfindliche Kryptogamenvegetation und die Standorte der Endemiten zerstören.
- Straßen- und Wegebau: Jede Verdichtung oder Versiegelung zerstört die spezielle Oberflächenstruktur.
- Übermäßige Trittbelastung: Insbesondere auf den Kanaren und am Ätna stellt der Wandertourismus eine Herausforderung dar, wenn keine Besucherlenkung erfolgt.
Schutzinstrumente:
- FFH-Richtlinie (Code 8320): Die Mitgliedstaaten müssen für die betroffenen Gebiete Natura-2000-Gebiete ausweisen und Managementpläne aufstellen.
- Nationale Schutzgebiete: Vielfach liegen größere zusammenhängende Vulkanfelder bereits in Nationalparks oder Schutzgebieten, z. B. im Teide-Nationalpark auf Teneriffa oder im Ätna-Regionalpark.
- Monitoring: Für eine belastbare Aussage zum Erhaltungszustand wäre ein Monitoring der endemischen Pflanzenpopulationen und der Flächenveränderungen durch Vulkanaktivität sinnvoll – in den vorliegenden Quelldaten ist dazu jedoch keine zusammengefasste Bewertung verfügbar.
Bedeutung für den Naturschutz und für die Gesellschaft
Mediterrane und temperate Vulkanfelder sind nicht nur geologisch faszinierende Landschaften, sondern auch Hotspots der Biodiversität:
- Sie beherbergen eine überproportional hohe Zahl endemischer Arten, die weltweit nur hier vorkommen.
- Sie dokumentieren evolutionäre Prozesse unter Extrembedingungen.
- Sie dienen als wissenschaftliche Referenzflächen für das Studium von Primärsukzession und Bodenbildung.
Für Kommunen und den Tourismus stellen sie eine besondere Verantwortung dar: Eine sanfte Besucherlenkung, die das Betreten der empfindlichsten Flächen vermeidet, kann den Erhalt dieser einzigartigen Landschaft sichern, ohne die touristische Attraktivität zu schmälern. Das Konzept des „Geotourismus“ kann helfen, Wissen über Vulkanismus und Endemismus zu vermitteln und gleichzeitig Einnahmequellen für die Region zu schaffen.
Im eigenen Garten oder in Mitteleuropa lassen sich diese Bedingungen nicht realitätsnah nachbauen – es handelt sich um einen natürlicherweise an extreme geologische Situationen gebundenen Biotoptyp, der in künstlichen Anlagen nicht reproduziert werden kann. Kennen und schützen kann man ihn jedoch nur in seinen natürlichen Vorkommen.
FAQ – Häufige Fragen zum mediterranen und temperaten Vulkanfeld
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Was genau ist das Habitat H6.2 „Mediterranes und temperates Vulkanfeld“? Es ist ein dauerhafter Lebensraum auf jungen, inaktiven vulkanischen Ablagerungen (Schlacken, Lavaströme, Gasöffnungen) im Mittelmeergebiet und Makaronesien. Er zeichnet sich durch sehr spärliche Pioniervegetation mit vielen endemischen Arten und einem Deckungsgrad meist unter 25 % aus.
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Welcher Gefährdungsstatus wird in der Roten Liste der Lebensraumtypen angegeben? Die Europäische Rote Liste bewertet den Typ sowohl für die EU28 als auch für EU28+ als Least Concern (nicht gefährdet). Lokale Gefährdungen durch Tourismus oder Bauprojekte können dennoch auftreten.
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Unter welchem FFH-Code wird der Lebensraum geschützt? Er ist im Anhang I der FFH-Richtlinie unter Code 8320 – Lavafelder und natürliche Höhlungen gelistet. Dies verpflichtet die Mitgliedstaaten, Schutzgebiete auszuweisen und einen günstigen Erhaltungszustand zu bewahren.
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Welche Pflanzen sind besonders typisch für solche Vulkanfelder? Zu den charakteristischen Gefäßpflanzen zählen endemische Arten wie Cerastium tomentosum, Anthemis aetnensis, Saponaria sicula, Viola cheirantifolia und Argyranthemum tenerifae. Daneben treten zahlreiche Moose (z. B. Campylopus pilifer, Bryum pallens) und Flechten (z. B. Stereocaulon vesuvianum) auf.
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Wo in Europa findet man diesen Lebensraumtyp? Hauptvorkommen liegen in Italien (Toskana, Sizilien inklusive Ätna, Latium, Kampanien) und auf den Kanarischen Inseln (Spanien). Sehr vereinzelt gibt es auch Standorte in temperaten Breiten, namentlich in Rumänien. Subarktische Vulkanfelder Islands werden unter einem eigenen Code (H5.1c) geführt.
Weiterführende Informationen und Quellen
Häufige Fragen
Was genau ist das Habitat H6.2 „Mediterranes und temperates Vulkanfeld“?
Es ist ein dauerhafter Lebensraum auf jungen, inaktiven vulkanischen Ablagerungen (Schlacken, Lavaströme, Gasöffnungen) im Mittelmeergebiet und Makaronesien. Er zeichnet sich durch sehr spärliche Pioniervegetation mit vielen endemischen Arten und einem Deckungsgrad meist unter 25 % aus.
Welcher Gefährdungsstatus wird in der Roten Liste der Lebensraumtypen angegeben?
Die Europäische Rote Liste bewertet den Typ sowohl für die EU28 als auch für EU28+ als Least Concern (nicht gefährdet). Lokale Gefährdungen durch Tourismus oder Bauprojekte können dennoch auftreten.
Unter welchem FFH-Code wird der Lebensraum geschützt?
Er ist im Anhang I der FFH-Richtlinie unter Code 8320 – Lavafelder und natürliche Höhlungen gelistet. Dies verpflichtet die Mitgliedstaaten, Schutzgebiete auszuweisen und einen günstigen Erhaltungszustand zu bewahren.
Welche Pflanzen sind besonders typisch für solche Vulkanfelder?
Zu den charakteristischen Gefäßpflanzen zählen endemische Arten wie Cerastium tomentosum, Anthemis aetnensis, Saponaria sicula, Viola cheirantifolia und Argyranthemum tenerifae. Daneben treten zahlreiche Moose (z. B. Campylopus pilifer, Bryum pallens) und Flechten (z. B. Stereocaulon vesuvianum) auf.
Wo in Europa findet man diesen Lebensraumtyp?
Hauptvorkommen liegen in Italien (Toskana, Sizilien inklusive Ätna, Latium, Kampanien) und auf den Kanarischen Inseln (Spanien). Sehr vereinzelt gibt es auch Standorte in temperaten Breiten, namentlich in Rumänien. Subarktische Vulkanfelder Islands werden unter einem eigenen Code (H5.1c) geführt.