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EUNIS: G3.9Europäische Rote Liste: VulnerableFFH-Anhang I: 9560

Makaronesische Juniperus-Wälder – endemische Wacholdergehölze der Azoren, Madeira und Kanaren (EUNIS G3.9c)

Die Makaronesischen Juniperus-Wälder (EUNIS G3.9c) sind bis zu 10 m hohe Gehölzformationen, die von endemischen Wacholderarten (Juniperus) der makaronesischen Archipele dominiert werden. Sie kommen in fünf klar unterscheidbaren Subtypen auf den Kanaren, Madeira und den Azoren vor. Der Lebensraum ist auf der Europäischen Roten Liste der Biotoptypen als „Vulnerable“ (gefährdet) eingestuft und fällt unter den FFH-Lebensraumtyp 9560 (*Endemische Wälder mit Juniperus spp.). Hauptgefährdungen sind historische Abholzung, Beweidung und Brände. Einige Bestände umfassen nur noch wenige Dutzend Individuen.

Einordnung

Originalbezeichnung
Macaronesian Juniperus woodland
EUNIS
G3.9 – Coniferous woodland dominated by ([Cupressaceae]) or ([Taxaceae])
EU-28
Vulnerable
EU-28+
Vulnerable
FFH-Anhang I
9560 – * Endemic forests with Juniperus spp

Das Wichtigste in Kürze

  • EUNIS-Code: G3.9c (Teil von G3.9 – Coniferous woodland dominated by Cupressaceae or Taxaceae)
  • Name: Macaronesian Juniperus woodland
  • Gesamteinstufung Rote Liste (EU28/EU28+): Vulnerable (gefährdet)
  • Vorkommen: ausschließlich auf den Kanarischen Inseln (Spanien), Madeira (Portugal) und den Azoren (Portugal), also in der biogeografischen Region Makaronesien.
  • FFH-Anhang-I-Code: 9560 – * Endemic forests with Juniperus spp. (prioritärer Lebensraum)
  • Erhaltungszustand nach Art. 17 FFH-RL: in den vorliegenden Quelldaten nicht angegeben
  • Besonderheit: Der Lebensraum umfasst fünf geografisch und floristisch eigenständige Subtypen mit vier endemischen Wacholder-Taxa; viele der Bestände sind reliktär und auf wenige unzugängliche Standorte beschränkt.

Was ist die EUNIS-Klassifikation G3.9?

Die Europäische Naturinformationssystem-Klassifikation (EUNIS) ordnet Lebensräume hierarchisch. Unter dem Code G3.9 werden Nadelgehölze zusammengefasst, die von Arten der Familien Cupressaceae oder Taxaceae beherrscht werden. In diese Kategorie fallen auch die hier behandelten makaronesischen Wacholderwälder, die als G3.9c präzisiert werden. Es handelt sich um „Mikro-Wälder“ aus kleinen Bäumen oder hohen Sträuchern (bis ca. 10 m), die endemische Juniperus-Arten der Inselgruppen der Kanaren, Madeira und der Azoren dominieren oder ko-dominieren.

Der EUNIS-Code ist hierarchisch: G = „Wälder und Forste“, 3 = „Nadelwälder“, 9 = „von Cupressaceae/Taxaceae dominierte Wälder“. Das angehängte „c“ kennzeichnet die spezielle Ausprägung Makaronesiens, die in fünf Subtypen gegliedert wird. Diese Feingliederung ist notwendig, weil jeder Archipel und teilweise jede Insel eigene Vegetationseinheiten mit unterschiedlichen Pflanzengesellschaften und Standortbedingungen aufweist.

Rote-Liste-Gefährdung und Schutzstatus

Die Europäische Rote Liste der Biotoptypen (EU28 und EU28+) bewertet die Makaronesischen Juniperus-Wälder als „Vulnerable“ (VU). Die Gefährdung ist vor allem historisch begründet: Jahrhunderte der Abholzung für Bau- und Brennholz, Köhlerei, Beweidung und landwirtschaftliche Umwandlung haben die einst ausgedehnteren Bestände stark dezimiert. Einige Subtypen sind nur noch in kleinsten Reliktvorkommen mit teils unter zehn Individuen erhalten.

Obwohl keine Detailkriterien der Roten Liste im Quellmaterial einzeln ausgewiesen sind, geht aus der Beschreibung hervor, dass der Lebensraum unter einem anhaltenden Druck durch invasive Arten, Verinselung und Störungen leidet. Vor allem die seltenen Hochlagen-Subtypen (Subtyp 3 und 4) gelten als hochgradig fragmentiert. Wiederaufforstungs- oder Restaurierungsmaßnahmen sind möglich, aber in den unzugänglichen Steillagen oft technisch schwierig.

FFH-Richtlinie und Annex I

Der Lebensraum ist unter Code 9560 im Anhang I der FFH-Richtlinie gelistet. Der vollständige Name lautet: Endemic forests with Juniperus spp.“* Der Stern kennzeichnet einen prioritären Lebensraum, für den die EU-Mitgliedsstaaten besondere Verantwortung tragen. Für Spanien (Kanaren) und Portugal (Azoren, Madeira) bedeutet dies die Verpflichtung, geeignete Schutz- und Managementmaßnahmen zu ergreifen, um einen günstigen Erhaltungszustand zu erreichen.

Die aktuelle Berichtspflicht nach Artikel 17 der FFH-Richtlinie umfasst die Bewertung des Erhaltungszustands für jede biogeografische Region. Im bereitgestellten Quelldatenpaket ist dieser Zustand jedoch nicht angegeben. Üblicherweise werden für die makaronesische Region Berichte erstellt; neuere Daten müssten bei den nationalen Behörden abgefragt werden.

Verbreitung und biogeografische Regionen

Die Makaronesischen Juniperus-Wälder sind auf die biogeografische Region Makaronesien beschränkt. Diese umfasst die Inselgruppen der Kanaren, Madeira und der Azoren im Atlantik westlich von Nordafrika und der Iberischen Halbinsel. Innerhalb dieser Region sind die Vorkommen wie folgt verteilt:

  • Kanarische Inseln (Spanien): Teneriffa, La Gomera, La Palma, El Hierro und vereinzelt Gran Canaria (Subtypen 1 und 3).
  • Madeira-Archipel (Portugal): Madeira-Hauptinsel (Subtypen 2 und 4).
  • Azoren (Portugal): alle neun bewohnten Inseln (Subtyp 5).

Die Lebensräume liegen oft in schwer zugänglichen Lagen – in tief eingeschnittenen Tälern, an Felswänden, in Vulkankratern oder oberhalb der Waldgrenze. Diese Isolation hat zur Ausbildung eines außergewöhnlich hohen Anteils endemischer Pflanzenarten geführt.

Die fünf Subtypen der Makaronesischen Juniperus-Wälder

Die nachfolgende Tabelle fasst die Hauptmerkmale der fünf pflanzensoziologisch definierten Subtypen zusammen. Jeder Subtyp wird durch eine eigene Kombination aus Wacholder-Art, Begleitflora und Standort geprägt.

SubtypArchipel / InselnDominante(r) WacholderWichtige BegleitartenHöhenlageBioklimaBesonderheiten
1. J. turbinata subsp. canariensis – Tieflagen (Kanaren)Teneriffa, La Gomera, La Palma, El Hierro, sporadisch Gran CanariaJuniperus turbinata subsp. canariensisOlea europaea subsp. cerasiformis, Rhamnus crenulata, Maytenus canariensis, Hypericum canariense, Euphorbia-Arten0–300 m, bis max. 1900 m in Felsstandorteninfrathermo- bis thermomediterran, semiarid bis trockenBildet oft parkartige Bestände oder Dickichte; Kontakt zu Phoenix canariensis-Palmenhainen; tiefere Lagen meist überformt.
2. J. turbinata c.f. canariensis – Madeira-TieflageMadeira (einziger Standort)Juniperus (taxonomisch unsicher, wahrscheinlich turbinata subsp. canariensis)Maytenus umbellata, Globularia salicina, Erica arborea subsp. arborea, Helichrysum melaleucumNordosthang, Lage nicht präzise dokumentiertExtrem selten; nur einige Dutzend Individuen an unzugänglichem Steilhang; taxonomische Zuordnung noch unsicher.
3. J. cedrus subsp. cedrus – Hochlagen (Kanaren)Teneriffa (Cañadas del Teide), La Palma (Caldera de Taburiente); Reste auf Gran Canaria, La GomeraJuniperus cedrus subsp. cedrusAdenocarpus viscosus, Echium wildpretii, Pterocephalus lasiospermus, Pinus canariensis (Strauchform)1900–2200 m (Teneriffa)meso- bis supramediterran, trocken bis humidOberhalb der Kiefernwaldgrenze; xerophytische Felsheiden; historisch innerhalb der Kiefernwälder häufiger, heute nur noch Reliktgebüsche.
4. J. cedrus subsp. maderensis – Hochlagen MadeirasMadeira (Pico Ruivo, 1862 m)Juniperus cedrus subsp. maderensisErica arborea subsp. canariensis, Erica platycodon subsp. maderincola, Polystichum falcinellum, Teucrium francoium 1800 mfeucht, temperatWeniger als 10 Individuen; früher großer Bestand, durch Köhlerei und Feuer fast ausgelöscht; Vorkommen nach 2011-Waldbrand fraglich.
5. J. brevifolia – Azorenalle Azoren-InselnJuniperus brevifoliaMyrsine retusa, Viburnum treleasi, Vaccinium cylindraceum, Hypericum foliosum, Erica azorica, Sphagnum-Artenstark humid, hyperhumidmeso- bis supratemperatEigene Nadel-Mikrowälder auf Torf- und Andosolböden mit Ortstein; im Unterwuchs dicke Moos- und Torfmoosdecken; degradierte Formen mit Honiggras und Straußgras.

Merkmale und charakteristische Arten

Gemeinsame Struktur

Alle Subtypen sind durch ein geschlossenes oder parkartiges Kronendach aus immergrünen, kleinblättrigen oder nadelblättrigen Gehölzen gekennzeichnet. Die Wuchshöhen reichen von 3 bis 10 m, dabei dominieren je nach Standort strauchförmige niedrige Wuchsformen (Subtyp 3) oder baumförmige Exemplare (Subtyp 5). Im Optimalzustand ist die Strauchschicht dicht, die Krautschicht artenreich mit vielen Endemiten. Degradierte Flächen zeigen lückige Bestände und Einwanderung von Störungszeigern wie Cistus monspeliensis und nicht heimischen Gräsern (Neophyten).

Charakteristisches Arteninventar

Die vollständige Liste der kennzeichnenden Gefäßpflanzen umfasst über 80 endemische Arten. Die wichtigsten taxonomischen Gruppen sind:

  • Wacholder (Juniperus): die vier endemischen Taxa J. turbinata subsp. canariensis, J. cedrus subsp. cedrus, J. cedrus subsp. maderensis und J. brevifolia.
  • Azoren-Endemiten (Subtyp 5): Myrsine retusa (endemische Heidelbeergewächs-Art), Viburnum treleasi, Rubia agostinhoi (strikter Azoren-Endemit), Euphorbia stygiana, Bellis azorica.
  • Kanaren-Endemiten: Echium wildpretii (Teide-Natternkopf), Argyranthemum escarrei, Sideritis oroteneriffae, Spartocytisus filipes.
  • Madeira-Endemiten: Maytenus umbellata, Teucrium francoi, Erica platycodon subsp. maderincola.

Die Böden sind in der Regel flachgründige Leptosole oder dünne Cambisole über vulkanischem Gestein; auf den Azoren auch tiefgründige Andosole mit wasserstauendem Placic-Horizont. Die Wasser- und Nährstoffversorgung ist extrem, was die Konkurrenzkraft der Wacholder fördert.

Qualitätsindikatoren

Ein intakter Lebensraum zeichnet sich aus durch:

  • Hohe Deckung und Vitalität der charakteristischen Wacholder.
  • Präsenz der typischen Begleitflora (siehe Tabelle Subtypen).
  • Fehlen oder sehr geringer Anteil von Störungszeigern wie Cistus monspeliensis, Holcus- und Agrostis-Arten (ausgenommen einheimische Agrostis azorica).
  • Intakte Bodenstruktur ohne Erosionsspuren.

Degradierte Stadien sind geprägt von lückigen Juniperus-Beständen, Dominanz von Gebüschen aus Sukzessionspionieren und flächig vorkommenden Neophyten. Diese weisen ein hohes Renaturierungspotential auf, sind aber aktuell weniger wertvoll.

Gefährdungen und Erhaltungszustand

Im Quelldatenpaket sind keine Einzelbedrohungen aufgelistet. Aus dem Beschreibungstext und allgemeinem Wissen lassen sich jedoch folgende Hauptfaktoren ableiten:

  • Historische Nutzung: Abholzung (Bauholz, Holzkohle), gezieltes Schneiteln, Rodung für Landwirtschaft.
  • Beweidung: Durch Ziegen und Schafe, die besonders auf den Kanaren und Madeira die Verjüngung verhindern.
  • Brände: Vor allem auf Madeira (z.B. Brand 2011 im Gebiet Pico Ruivo) und den Kanaren; die ohnehin kleinen Populationen werden direkt vernichtet.
  • Invasive Pflanzen: Konkurrenz durch eingeführte Gräser (Holcus, Agrostis) und Sträucher (Cistus monspeliensis auf den Kanaren), die von Störungen profitieren.
  • Fragmentierung: Viele Vorkommen sind extrem isoliert; genetischer Austausch ist kaum möglich, besonders bei den Madeira-Subtypen mit weniger als zehn Individuen.

Der Erhaltungszustand nach Art. 17 FFH-Richtlinie wird in den europäischen Berichten bewertet, ist aber in dem hier genutzten Datensatz (European Red List of Habitats enhanced by EEA 2022) nicht angegeben. Für belastbare Aussagen müssten die nationalen Berichte Spaniens und Portugals konsultiert werden.

Renaturierungspotential

Die Beschreibung des Lebensraums hebt ausdrücklich hervor, dass viele Bestände degradiert sind, aber ein hohes ökologisches Restaurationspotenzial besitzen. Insbesondere die tiefergelegenen Subtypen 1 und 5 sind von Natur aus regenerationsfähig, sofern Störfaktoren wie Beweidung und Neophyten zurückgedrängt werden. Erste Erfolge in der Wiederherstellung von Juniperus-Lebensräumen gibt es auf den Kanaren durch Ziegen-Ausschluss und Pflanzungen mit lokalem Saatgut. Bei den hochgradig gefährdeten Hochlagen-Subtypen (3 und 4) sind aktive Schutzmaßnahmen (Beweidungsverbot, Brandschutz, Ex-situ-Vermehrung) vordringlich, um das Aussterben der Restpopulationen zu verhindern.

Bedeutung für Garten und Kommune?

Der Lebensraum Makaronesische Juniperus-Wälder kann nicht 1:1 im mitteleuropäischen Garten nachgebaut werden – schon allein wegen der empfindlichen endemischen Arten und der klimatischen Ansprüche. In den Herkunftsregionen (Kanaren, Madeira, Azoren) können jedoch einige Wacholderarten wie Juniperus turbinata subsp. canariensis oder Juniperus brevifolia in großen Gärten oder Parks mit makaronesischem Flair Verwendung finden. Werden solche Gehölze gepflanzt, sollte ausschließlich zertifiziertes Pflanzenmaterial aus lokaler Vermehrung genutzt werden, um genetische Einträge zu vermeiden. Eine naturnahe Bepflanzung mit endemischen Begleitsträuchern (Myrsine, Viburnum, Erica azorica) kann in Wohngebieten der Azoren oder Kanaren die heimische Biodiversität fördern und gleichzeitig die Verbindung zu einem der seltensten europäischen Waldbiotope herstellen.

FAQ

Was sind Makaronesische Juniperus-Wälder?

Es sind bis zu 10 Meter hohe Gehölzformationen, die von endemischen Wacholderarten der Gattung Juniperus dominiert werden. Sie kommen ausschließlich auf den Kanaren, Madeira und den Azoren vor und gliedern sich in fünf floristisch und standörtlich unterschiedliche Subtypen. Der EUNIS-Code lautet G3.9c.

Warum sind diese Wälder gefährdet?

Die Bestände wurden über Jahrhunderte durch Abholzung, Köhlerei, Beweidung und landwirtschaftliche Umwandlung stark dezimiert. Heute sind zusätzlich invasive Pflanzen, Brände und die extreme Isolation vieler Reliktvorkommen die Hauptgefährdungen. Die Europäische Rote Liste stuft den Lebensraum als „Vulnerable“ ein.

Welche Wacholderarten kommen in diesem Lebensraum vor?

Es gibt vier endemische Taxa: Juniperus turbinata subsp. canariensis (Kanaren, selten Madeira), Juniperus cedrus subsp. cedrus (Kanaren), Juniperus cedrus subsp. maderensis (Madeira) und Juniperus brevifolia (Azoren). Jedes Taxon ist für einen oder mehrere der fünf Subtypen prägend.

Wo findet man diese Wälder?

Der Lebensraum ist auf die makaronesische biogeografische Region beschränkt. Hauptvorkommen liegen auf den Kanarischen Inseln (Teneriffa, La Palma, La Gomera, El Hierro und Gran Canaria), auf Madeira (nur ein Standort in tiefer Lage sowie nahe Pico Ruivo) und auf allen Azoren-Inseln. Die Standorte sind häufig abgelegen und schwer zugänglich.

Welchen Schutzstatus haben die Juniperus-Wälder?

Sie sind auf der Europäischen Roten Liste als „Vulnerable“ geführt und fallen unter den prioritären FFH-Lebensraumtyp 9560 (*Endemic forests with Juniperus spp.). Damit unterliegen sie den Schutzbestimmungen der FFH-Richtlinie; Spanien und Portugal müssen für einen günstigen Erhaltungszustand sorgen.

Quellen

Alle Inhalte basieren auf dem EEA-erweiterten Datensatz der Europäischen Roten Liste der Lebensräume 2022 und den genannten offiziellen Quellen.

Häufige Fragen

Was sind Makaronesische Juniperus-Wälder?

Es sind bis zu 10 Meter hohe Gehölzformationen, die von endemischen Wacholderarten der Gattung Juniperus dominiert werden. Sie kommen ausschließlich auf den Kanaren, Madeira und den Azoren vor und gliedern sich in fünf floristisch und standörtlich unterschiedliche Subtypen. Der EUNIS-Code lautet G3.9c.

Warum sind diese Wälder gefährdet?

Die Bestände wurden über Jahrhunderte durch Abholzung, Köhlerei, Beweidung und landwirtschaftliche Umwandlung stark dezimiert. Heute sind zusätzlich invasive Pflanzen, Brände und die extreme Isolation vieler Reliktvorkommen die Hauptgefährdungen. Die Europäische Rote Liste stuft den Lebensraum als ‚Vulnerable‘ ein.

Welche Wacholderarten kommen in diesem Lebensraum vor?

Es gibt vier endemische Taxa: Juniperus turbinata subsp. canariensis (Kanaren, selten Madeira), Juniperus cedrus subsp. cedrus (Kanaren), Juniperus cedrus subsp. maderensis (Madeira) und Juniperus brevifolia (Azoren). Jedes Taxon ist für einen oder mehrere der fünf Subtypen prägend.

Wo findet man diese Wälder?

Der Lebensraum ist auf die makaronesische biogeografische Region beschränkt. Hauptvorkommen liegen auf den Kanarischen Inseln (Teneriffa, La Palma, La Gomera, El Hierro und Gran Canaria), auf Madeira (nur ein Standort in tiefer Lage sowie nahe Pico Ruivo) und auf allen Azoren-Inseln. Die Standorte sind häufig abgelegen und schwer zugänglich.

Welchen Schutzstatus haben die Juniperus-Wälder?

Sie sind auf der Europäischen Roten Liste als ‚Vulnerable‘ geführt und fallen unter den prioritären FFH-Lebensraumtyp 9560 (*Endemic forests with Juniperus spp.). Damit unterliegen sie den Schutzbestimmungen der FFH-Richtlinie; Spanien und Portugal müssen für einen günstigen Erhaltungszustand sorgen.

Quellen