Bild folgtKI-generierte IllustrationFamilie: Scolopacidae
Der Alpenstrandläufer (Calidris alpina arctica) ist ein kleiner, hochspezialisierter Watvogel. Im Vergleich zu seinen Artgenossen im Garten begegnet man ihm dort nur, wenn das eigene Grundstück unmittelbar an naturnahe Feuchtgebiete oder weitläufige, nasse Wiesenflächen grenzt. Auffällig ist sein im Sommer markanter, schwarzer Bauchfleck, der im Kontrast zum rostbraunen Gefieder am Rücken steht. Mit seinem leicht nach unten gebogenen Schnabel tastet er den feuchten Boden ab. Als sogenannter Stocherschnäbler nutzt er seinen Tastsinn an der Schnabelspitze, um kleine Wirbellose wie Zuckmückenlarven oder kleine Krebstiere im Schlamm aufzuspüren. Sein Verhalten wirkt stets rastlos und flink, während er in kleinen Gruppen entlang der Wasserlinie auf Nahrungssuche geht.
Der Jahreszyklus ist durch weite Wanderungen geprägt. Die Brutzeit findet in den kurzen arktischen Sommermonaten statt. Nach dem erfolgreichen Aufziehen der Jungen treten die Vögel den sogenannten Herbstzug in ihre Überwinterungsgebiete an, die sich oft entlang der Küsten der Nord- und Ostsee befinden. Während des Frühjahrszuges im April und Mai ziehen sie zurück in ihre nördlichen Brutreviere. In unseren Breiten können wir sie daher vor allem als Durchzügler an geeignetem Gewässer-Ufer beobachten, wo sie kurzzeitig rasten, bevor sie ihre Reise fortsetzen.
Da der Alpenstrandläufer ein spezialisierter Bewohner arktischer Tundren und offener Feuchtgebiete ist, spielt er im Siedlungsbereich keine Rolle als Gartenvogel. Solltest du Exemplare dieser Art in der Nähe eines Teiches oder einer Feuchtwiese beobachten, ist absolute Ruhe das oberste Gebot. Insbesondere während der Rastzeiten benötigen sie ungestörte Flächen, um ihre Energiereserven durch die Nahrungsaufnahme wieder aufzufüllen. Bitte unterlasse jede Form der Annäherung, da eine Störung für diese weit gereisten Vögel lebensbedrohlichen Stress bedeutet. Chemische Dünger oder Pestizide sind in ihrer Nähe ohnehin tabu, da sie das für die Vögel überlebenswichtige Nahrungsangebot an kleinen Bodenlebewesen direkt schädigen.
Der Alpenstrandläufer gehört zur Familie der Schnepfenvögel (Scolopacidae). Die Unterart Calidris alpina arctica brütet vornehmlich in den arktischen Regionen, etwa in Nordostgrönland. Diese Vögel zeichnen sich durch eine ausgeprägte Migration aus, also einen regelmäßigen, jahreszeitlichen Ortswechsel zwischen Brut- und Überwinterungsgebieten. Die Gattung Calidris umfasst zahlreiche Arten von Strandläufern, die sich durch ihre Anpassung an feuchte Lebensräume und ihren ausgeprägten Zugtrieb definieren.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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