Bild folgtKI-generierte IllustrationDiphasiastrum zeilleri
Auch bekannt als: Zeiller-Flachbärlapp, Diphasiastrum zeilleri
An ihren fächerförmig verzweigten, flach gedrückten Trieben lässt sich Zeillers Flachbärlapp (Diphasiastrum zeilleri) sofort erkennen. Diese urzeitliche Pflanze ist ein echtes Juwel für den Naturgarten, da sie in Deutschland und Österreich stark gefährdet ist (Rote Liste 2) und hier einen geschützten Rückzugsort findet. Als Bodenfestiger in lichten Bereichen schafft sie ein wichtiges Mikroklima für bodenbewohnende Lebewesen wie Laufkäfer (Carabidae). Mit ihrer Ansiedlung holst du dir ein Stück Erdgeschichte in den Garten und förderst gleichzeitig ein gesundes Bodenleben. Trau dich ruhig an diesen Spezialisten heran, wenn du einen passenden Platz mit saurem Boden hast.
Ein lebendes Fossil im Garten: Schütze den gefährdeten Zeillers Flachbärlapp.
Zeillers Flachbärlapp bietet zwar keinen Nektar für Fluginsekten, ist aber ökologisch höchst wertvoll für die Bodenfauna. Die dichten, flach am Boden anliegenden Sprosse dienen als Versteck und Feuchtigkeitsspeicher für verschiedene Wirbellose. Nach aktuellen Erkenntnissen zur Bodenökologie fördert die Pflanze durch ihre Mykorrhiza-Symbiose ein stabiles Netzwerk aus Bodenpilzen, das auch benachbarten Waldpflanzen zugutekommt. Da sie zur Sporenreife zwischen Juni und September kleine Türmchen ausbildet, bereichert sie die strukturelle Vielfalt im Garten. In der freien Natur ist sie aufgrund von Lebensraumverlust selten geworden, weshalb jeder Gartenstandort zur genetischen Sicherung der Art beiträgt.
Die Pflanze wird als nicht kindersicher eingestuft. Alle Teile des Flachbärlapps enthalten Alkaloide, die bei Verzehr zu Unwohlsein führen können; zudem können die feinen Sporen die Atemwege reizen. Achte darauf, dass Kinder oder Haustiere keine Pflanzenteile in den Mund nehmen. Im Falle eines versehentlichen Verzehrs ist der Giftnotruf unter 0228 19 240 erreichbar.
Licht
—
Feuchtigkeit
—
Boden
—
Blütezeit
Jun – Sep
Bioregion
Continental
Wuchsform
Farn
Blatttyp
Breitblättrig
Blattphänologie
Immergrün
Morphologische Merkmale: TRY ID3 (CC BY 3.0) & TRY ID81 (CC BY)
Wähle einen halbschattigen Standort, der den Bedingungen eines lichten Waldrandes entspricht.
Sorge für einen nährstoffarmen, eher sauren Boden ohne Staunässe.
Nutze das Frühjahr (März bis Mai) oder den Herbst (September bis November) als ideale Pflanzzeit.
Verzichte auf das Umgraben im Wurzelbereich, um die lebensnotwendigen Mykorrhiza-Pilze im Boden nicht zu stören.
Gieße bei anhaltender Trockenheit ausschließlich mit kalkfreiem Regenwasser.
Da die Art empfindlich auf Konkurrenz reagiert, solltest du stark wuchernde Gräser in der direkten Nachbarschaft entfernen.
Eine Düngung ist nicht erforderlich und kann der Pflanze sogar schaden.
Gute Partnerin: Besenheide (Calluna vulgaris) – sie wächst unter identischen Bodenbedingungen und bietet durch ihren Wuchs einen natürlichen Verdunstungsschutz für den Bärlapp.
Zeillers Flachbärlapp gehört zur Familie der Bärlappgewächse (Lycopodiaceae) und zur Ordnung der Bärlappartigen (Lycopodiales). Die Art ist ein Indigen (einheimische Pflanze), die bevorzugt in lichten Nadelwäldern oder auf Heideflächen in Deutschland und Österreich vorkommt. Morphologisch besticht sie durch ihre kriechende Wuchsform (TRY-Klassifizierung: Farn) und die schuppenartig anliegenden Blätter. Eine Besonderheit ist die Bindung an eine AM-Mykorrhiza (arbuskuläre Mykorrhiza), eine Symbiose mit Bodenpilzen, die für die Nährstoffaufnahme der Pflanze essenziell ist.
•FloraWeb / BfN
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•TRY Categorical Traits (ID3) — Kattge et al. (2012), DOI: 10.17871/TRY.3 (CC BY 3.0)
•TRY Global Spectrum (ID81) — Díaz et al. (2016/2021), DOI: 10.17871/TRY.81 (CC BY)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
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