Bild folgtKI-generierte IllustrationFamilie: Aphididae
Wenn du im Frühjahr an deinem Weißdorn rötlich verfärbte, stark eingerollte Blätter bemerkst, hast du wahrscheinlich die Bekanntschaft mit dieser speziellen Unterart der Mehligen Weißdornblattlaus gemacht. Die Tiere sind meist gräulich-grün bis bräunlich gefärbt, wirken aber durch eine feine Wachsschicht wie mit Mehl bestäubt. Diese Wachsausscheidung schützt sie vor Feuchtigkeit und Feinden. Es ist faszinierend zu beobachten, wie sie das Blattwachstum so beeinflussen, dass sogenannte Pseudogallen entstehen – das sind die typischen Blattverformungen, in denen die Kolonien geschützt leben. In deinem Garten ist sie ein Spezialist, der für seine Entwicklung zwingend zwei unterschiedliche Pflanzengruppen benötigt.
Der Kreislauf beginnt im zeitigen Frühjahr, wenn die Stammmütter aus den Wintereiern schlüpfen, die in den Rindenritzen des Weißdorns überdauert haben. Sie bringen ohne Befruchtung lebende Junge zur Welt, wodurch schnell große Kolonien entstehen. Im Juni entwickeln sich geflügelte Tiere, die den Weißdorn verlassen und auf die Hundspetersilie im Garten oder am Wegesrand übersiedeln. Dort verbringen sie den Sommer an den Wurzelhälsen oder unteren Stängelteilen. Erst im Herbst kehren geflügelte Rückwanderer zum Weißdorn zurück. Dort werden dann die Wintereier abgelegt, womit der Zyklus der nächsten Generation gesichert ist.
Obwohl die eingerollten Blätter am Weißdorn optisch auffallen, besteht kein Grund zur Sorge um die Gesundheit deines Baumes. Du solltest auf keinen Fall zu chemischen Spritzmitteln greifen, da du damit auch die natürlichen Gegenspieler ausschaltest. In einem ökologisch geführten Garten regelt sich der Bestand meist von selbst: Schwebfliegenlarven, Marienkäfer und Florfliegen finden sich schnell ein, um die Blattläuse zu fressen. Oft entdeckst du auch Ameisen bei den Kolonien. Sie pflegen die Läuse, um deren Honigtau zu ernten – das ist eine zuckerhaltige Ausscheidung der Läuse. Wenn dich die Verformungen stören, kannst du die betroffenen Triebspitzen im Frühsommer einfach von Hand ausbrechen, bevor die Läuse zu ihren Sommerquartieren abwandern.
Dysaphis crataegi aethusae gehört zur Familie der Aphididae (Röhrenblattläuse). Das Besondere an dieser Unterart ist ihr obligatorischer Wirtswechsel, also der Wechsel zwischen verschiedenen Pflanzenarten während ihres Lebenszyklus. Ihr Primärwirt, auf dem die Überwinterung stattfindet, ist der Weißdorn (Crataegus). Als Sekundärwirt für die Sommermonate nutzt diese Form speziell die Hundspetersilie (Aethusa cynapium), ein heimisches Doldengewächs. Innerhalb der Gattung Dysaphis gibt es mehrere sehr ähnliche Arten, die sich oft nur durch ihre Vorliebe für bestimmte Sommerwirtspflanzen unterscheiden lassen.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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