Bild folgtKI-generierte IllustrationEubranchipus (Siphonophanes) grubii
heimisch in Deutschland
BfN Rote Liste Deutschland · 95 %
Wenn du im zeitigen Frühjahr an einer Senke im Garten oder am Waldrand vorbeikommst, die sich mit Schmelzwasser gefüllt hat, schau einmal genau hin. Dort kannst du den Feenkrebs entdecken, ein Tier, das wie aus einer anderen Welt wirkt. Er wird etwa zwei bis drei Zentimeter groß und schwimmt auf dem Rücken durch das meist trübe Wasser. Dabei bewegen sich seine elf Beinpaare in einer rhythmischen Welle. Diese Beine werden Phyllopodien genannt, was übersetzt Blattfüße bedeutet, da sie flach geformt sind und dem Krebs gleichzeitig zur Fortbewegung, zur Atmung und zum Filtern von Nahrung dienen. Der Körper ist oft fast durchsichtig mit zarten weißlichen, bläulichen oder rötlichen Tönungen. Es ist faszinierend zu beobachten, wie diese grazilen Wesen scheinbar aus dem Nichts in Gewässern auftauchen, die den Rest des Jahres vollkommen trocken liegen.
Da der Feenkrebs streng geschützt ist und auf der Roten Liste steht, darfst du die Tiere weder fangen noch aus ihrem Lebensraum entnehmen. Ihr Vorkommen ist an ganz spezifische Bedingungen gebunden: Sie brauchen nährstoffarmes, sauberes Wasser und eine Phase der Austrocknung. Wenn du das Glück hast, sie in einer Senke auf deinem Grundstück zu haben, verändere dort bitte nichts. Verfülle solche Senken nicht und bringe auf keinen Fall Dünger oder Pflanzenschutzmittel in der Nähe aus, da die Krebse extrem empfindlich auf chemische Veränderungen reagieren. Auch das Einsetzen von Fischen in solche Tümpel würde die Population sofort vernichten, da Feenkrebse keinerlei Abwehrmöglichkeiten gegen Fressfeinde haben.
Der Feenkrebs gehört zur Ordnung der Anostraca, den sogenannten schalenlosen Kiemenfüßern. Im Gegensatz zu Flusskrebsen besitzen sie keinen schützenden Rückenpanzer (Carapax), weshalb ihr Körper weich und biegsam bleibt. Die Art Eubranchipus grubii ist perfekt an temporäre Gewässer angepasst, also an Tümpel, die nur für wenige Wochen im Jahr Wasser führen. Ein besonderes Merkmal sind die Komplexaugen, die auf kurzen Stielen sitzen und dem Tier eine gute Rundumsicht ermöglichen. Die Männchen erkennst du an ihren vergrößerten zweiten Antennen, die zu Greiforganen umgewandelt sind, um das Weibchen bei der Paarung festzuhalten. Als Filtrierer ernähren sie sich von kleinsten Schwebestoffen, Algen und Bakterien, die sie mit ihren Blattfüßen aus dem Wasser sieben.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•GBIF Occurrence Database (CC BY 4.0 / CC0)
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