Bild folgtKI-generierte IllustrationFamilie: Pentatomidae
Wenn du im Garten an Kreuzblütengewächsen wie dem Hirtentäschelkraut oder in deinem Gemüsebeet an Radieschen eine kleine, auffällig schwarz-rot gemusterte Wanze entdeckst, hast du es sehr wahrscheinlich mit Eurydema dominulus zu tun. Diese Art gehört zur Familie der Baumwanzen (Pentatomidae). Ihr Körper ist in der Draufsicht fast oval und erreicht eine Länge von etwa sieben bis neun Millimetern. Die Färbung ist ein wichtiger Schutzmechanismus, den man als Aposematismus bezeichnet – eine Warnfärbung, die Fressfeinden wie Vögeln signalisiert, dass das Tier durch pflanzliche Sekrete unangenehm schmeckt. Im Gegensatz zu manchen ihrer Verwandten ist diese Wanze in unseren Gärten jedoch sehr unauffällig und tritt selten in einer Dichte auf, die für den Ertrag relevant wäre.
Der Jahresrhythmus der Wanze beginnt im Frühjahr, wenn die überwinternden erwachsenen Tiere aus ihrer Ruhephase, der sogenannten Diapause, erwachen. Sie suchen sich nun geeignete Wirtspflanzen, um ihre Eier in kleinen Gelegen, meist auf der Blattunterseite, abzulegen. Nach der Entwicklung der Nymphen über den Sommer hinweg schlüpfen die Tiere der neuen Generation etwa ab dem Spätsommer. Die ausgewachsenen Wanzen suchen sich dann im Herbst geschützte Quartiere – etwa unter trockenem Laub, in hohlen Stängeln oder in lockerer Rindenstruktur –, um dort die kalte Jahreszeit zu verbringen, bis der Zyklus im nächsten Frühjahr erneut beginnt.
Als Biologe rate ich dir zu einem gelassenen Umgang mit Eurydema dominulus. Obwohl sie theoretisch an Gemüsepflanzen saugen können, verursachen sie in naturnahen Gärten keine nennenswerten Schäden. Bitte verzichte vollständig auf den Einsatz von Insektiziden – also chemischen Mitteln zur Insektenbekämpfung. Diese Gifte schaden nicht nur der Wanze, sondern töten wahllos auch Nützlinge wie Marienkäfer oder Florfliegen ab. Solltest du den Bestand an Kreuzblütlern in deinem Beet kontrollieren wollen, reicht es völlig aus, die Pflanzen bei Bedarf händisch abzusuchen oder für ein ökologisches Gleichgewicht zu sorgen, in dem sich natürliche Gegenspieler wie Laufkäfer oder Vögel ansiedeln können.
Systematisch ordnen wir diese Art der Ordnung der Schnabelkerfe (Hemiptera) zu. Der wissenschaftliche Name Eurydema dominulus leitet sich aus dem Griechischen und Lateinischen ab und beschreibt ihre markante Zeichnung. Als phytophage Insekten, also solche, die sich ausschließlich von pflanzlicher Nahrung ernähren, nutzen sie ihren Stechrüssel, um Pflanzensäfte aus Stängeln, Blättern oder Früchten aufzunehmen. Ihre Entwicklung erfolgt über eine hemimetabole Metamorphose: Das bedeutet, die jungen Larven, die Nymphen, ähneln bereits den erwachsenen Tieren, sind aber flügellos und häuten sich in mehreren Stadien, bis sie ihre volle Größe und Geschlechtsreife erreicht haben.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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