Bild folgtKI-generierte IllustrationFamilie: Brachionidae
Wenn du einen Gartenteich besitzt, beherbergt das Wasser eine verborgene Welt, die mit dem bloßen Auge kaum zu erfassen ist. Keratella quadrata dispersa gehört zu den Rädertieren. Diese Tiere sind mikroskopisch klein und zeichnen sich durch einen gepanzerten Körper aus, den wir in der Fachsprache als Lorica bezeichnen. Diese feste Hülle ist bei dieser Art mit charakteristischen Dornen bewehrt, die ihr als Schutz dienen. Ihren Namen verdanken sie dem Räderorgan, einem Kranz aus Wimpern am Vorderende. Diese Wimpern erzeugen kleine Wasserwirbel, um Nahrungspartikel wie Bakterien oder kleinste Algen in die Mundöffnung zu befördern. Sie bewegen sich schwimmend durch das freie Wasser, dem sogenannten Pelagial, und sind ein wichtiger Bestandteil der Nahrungskette, da sie selbst als Futter für größere Kleinkrebse oder Fischlarven dienen.
Die Aktivität dieser Rädertiere korreliert stark mit der Wassertemperatur und dem Nahrungsangebot. In den Frühjahrsmonaten, wenn die Algenproduktion in deinem Teich zunimmt, erreicht die Population oft erste Höhepunkte. Die Fortpflanzung erfolgt meist durch Parthenogenese, was bedeutet, dass sich Weibchen ungeschlechtlich aus unbefruchteten Eiern vermehren, um bei günstigen Bedingungen sehr schnell hohe Individuendichten zu erreichen. Erst bei herbstlicher Abkühlung oder eintretender Nahrungsknappheit bilden sie spezielle Dauereier, die am Gewässergrund überwintern können.
Da Rädertiere wie Keratella quadrata dispersa ausschließlich im Wasser leben und auf eine intakte, nährstoffarme bis mäßig belastete Gewässerqualität angewiesen sind, benötigen sie keine besonderen Schutzmaßnahmen durch den Menschen. Der Verzicht auf den Eintrag von Düngemitteln in den Teich und der Verzicht auf chemische Algizide sichert den natürlichen Lebensraum dieser Tiere sowie der gesamten aquatischen Kleinstlebewesen-Gemeinschaft.
Systematisch gehört Keratella quadrata dispersa zur Familie der Brachionidae. Als Rädertiere (Rotatoria) bilden sie einen eigenen Stamm im Tierreich. Die Einordnung in die Unterart dispersa erfolgt über die spezifische Ausprägung der Gehäusefortsätze, insbesondere der Länge und Anordnung der hinteren Dornen, die je nach Umweltbedingungen variieren können – ein Phänomen, das wir als Zyklomorphose, also eine formverändernde Anpassung an saisonale Faktoren, bezeichnen.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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