Bild folgtKI-generierte IllustrationFamilie: Macrobiotidae
Wenn du in deinem Garten ein Stück Moos aus einer feuchten Ecke nimmst und unter ein Mikroskop legst, entdeckst du mit etwas Glück *Macrobiotus echinogenitus*. Diese winzigen Wesen, die wir landläufig als Bärtierchen bezeichnen, sind keine Insekten, sondern gehören zu einem eigenen Tierstamm. Sie wirken wie kleine, plumpfüßige Bären, die gemächlich durch die Wasserfilme zwischen den Moosblättchen wandern. Ihr Körperbau ist faszinierend schlicht: Sie besitzen vier Beinpaare, an deren Enden kleine Krallen sitzen, mit denen sie sich an Moos oder Algen festhalten. In deinem Garten sind sie stille Bewohner, die vor allem von pflanzlichen Säften leben, die sie mit einem speziellen Mundwerkzeug, dem sogenannten Stilettapparat, aus den Zellen saugen.
Ihr Lebenszyklus ist eng an die Feuchtigkeit im Garten gebunden. Im Frühjahr, wenn Tau und Regen die Moospolster durchfeuchten, werden die Tiere aus ihrem Ruhezustand aktiv. Sie vermehren sich meist in den feuchten Monaten des Jahres durch Eierablage. Während trockener Sommerwochen ziehen sie sich in den Tönnchen-Zustand zurück, um die Hitze zu überstehen. Mit den ersten Herbstregen kehrt wieder Leben in ihre Bestände ein. Sie sind somit das ganze Jahr über präsent, solange ihr Lebensraum nicht austrocknet oder durch menschliche Eingriffe zerstört wird.
Bärtierchen wie *Macrobiotus echinogenitus* sind für den Menschen völlig harmlos und ein untrügliches Zeichen für ein gesundes, feuchtes Gartenklima. Da sie auf Feuchtigkeit angewiesen sind, ist der Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel und synthetische Dünger essenziell. Diese Stoffe können das sensible Gleichgewicht der Mikrohabitate, in denen diese Tiere leben, empfindlich stören. Schütze den natürlichen Boden und bewahre feuchte Gartenstellen, um diesen faszinierenden Kleinstlebewesen ihren Lebensraum zu erhalten.
Systematisch gehört die Art zur Familie der Macrobiotidae. *Macrobiotus echinogenitus* zeichnet sich durch seine Widerstandsfähigkeit aus. Die Art ist bekannt für ihre Fähigkeit zur Kryptobiose – einen Zustand nahezu vollständigen Stoffwechselsstillstands bei Trockenheit, in dem sie als sogenanntes Tönnchen überdauern kann. Sobald wieder Feuchtigkeit vorhanden ist, nimmt das Tier seine Aktivitäten innerhalb kurzer Zeit wieder auf. Morphologisch lassen sie sich durch ihre artspezifischen Eiformen bestimmen, die oft feine Auswüchse tragen und für Biologen ein wichtiges Merkmal zur Unterscheidung der Arten sind.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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