Bild folgtKI-generierte IllustrationOphioglossum polyphyllum
Du erkennst die Vielfältige Natternzunge (Ophioglossum polyphyllum) an ihrem schlichten, eiförmigen Blatt, aus dessen Mitte ein schmaler Sporenstand wie eine kleine Zunge emporragt. Dieser ungewöhnliche Wuchs macht sie zu einem echten Hingucker für Kenner, auch wenn sie insgesamt eher unauffällig bleibt. Als heimischer Farn ist sie ein wertvoller Beitrag zur Artenvielfalt, da sie spezialisierte Standorte besiedelt, die in modernen Landschaften selten geworden sind. Da sie keine Blüten bildet, liefert sie zwar keinen Nektar, ist aber als Zeigerpflanze für nährstoffarme Böden ein wichtiger Teil eines funktionierenden Ökosystems. Mit dieser Rarität holst du dir ein echtes Urzeit-Relikt in deinen Garten.
Ein urzeitliches Relikt für Kenner: Die seltene Natternzunge bereichert den Garten.
Die Vielfältige Natternzunge nimmt eine besondere ökologische Nische ein. Da sie als Farn keine Blüten besitzt, bietet sie keinen Nektar oder Pollen für Insekten wie Wildbienen an. Ihr ökologischer Wert liegt vielmehr in der Förderung der Bodenbiologie und der botanischen Diversität auf Extremstandorten. Sie lebt oft in einer engen Symbiose (Lebensgemeinschaft zum gegenseitigen Nutzen) mit Bodenpilzen (Mykorrhiza), was das mikrobielle Leben im Garten fördert. In naturnahen Gärten dient das lückige Umfeld der Pflanze zudem als Jagdrevier für bodenbewohnende Laufkäfer (Carabidae). Durch ihre Seltenheit ist jede Ansiedlung ein aktiver Beitrag zum regionalen Artenschutz.
Die Vielfältige Natternzunge wird als nicht kindersicher eingestuft. Da Farne oft sekundäre Pflanzenstoffe enthalten, die bei Verzehr zu Unwohlsein führen können, ist Vorsicht geboten. Achte darauf, dass Kinder oder Haustiere keine Pflanzenteile verschlucken. Im Falle eines versehentlichen Verzehrs kontaktiere bitte den Giftnotruf unter 0228 19 240.
Licht
—
Feuchtigkeit
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Boden
—
Blütezeit
—
Bioregion
Continental
Wuchsform
Farn
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Morphologische Merkmale: TRY ID3 (CC BY 3.0) & TRY ID81 (CC BY)
Wähle einen vollsonnigen bis halbschattigen Platz mit lückiger Vegetation, damit der kleine Farn nicht von Gräsern überwachsen wird.
Der Boden sollte unbedingt mager (nährstoffarm) und sehr gut durchlässig sein, um Staunässe zu vermeiden.
Ideal ist ein sandiger oder steiniger Untergrund, der im Frühjahr ausreichend feucht ist, aber im Sommer abtrocknen darf.
Die beste Pflanzzeit ist im Frühjahr (März bis Mai) oder im Herbst (September bis November), solange der Boden frostfrei ist.
Halte den Bereich um die Pflanze frei von stark wüchsigen Wildkräutern, da sie sehr konkurrenzschwach ist.
Eine Düngung ist nicht erforderlich und wäre für diesen Spezialisten eher schädlich.
Gute Partnerin: Die Heidenelke (Dianthus deltoides) – sie teilt die Vorliebe für magere Standorte und bedrängt den Farn nicht durch zu dichten Wuchs.
Die Vielfältige Natternzunge gehört zur Familie der Natternzungengewächse (Ophioglossaceae) innerhalb der Ordnung der Ophioglossales. In Deutschland ist sie extrem selten und besiedelt vorrangig Pionierstandorte sowie lückige Trockenrasen (warme, nährstoffarme Magerwiesen). Morphologisch zeichnet sie sich durch die Trennung in einen flächigen, sterilen Blattabschnitt und einen ährenförmigen, fertilen Teil aus, der die Sporen trägt. Diese ursprüngliche Form der Vermehrung über Sporen statt Samen ist typisch für Farne. Sie wächst aus einem kurzen, unterirdischen Rhizom (Wurzelstock), das ihr das Überdauern ungünstiger Witterungsperioden ermöglicht.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•TRY Categorical Traits (ID3) — Kattge et al. (2012), DOI: 10.17871/TRY.3 (CC BY 3.0)
•TRY Global Spectrum (ID81) — Díaz et al. (2016/2021), DOI: 10.17871/TRY.81 (CC BY)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
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