Bild folgtKI-generierte IllustrationOrobanche coerulescens
Kaum zu übersehen: Die Bläuliche Sommerwurz (Orobanche coerulescens) zeigt sich mit markanten bläulich-violetten Blütenständen, die völlig ohne grünes Laub aus der Erde brechen. Da sie als Vollschmarotzer (Pflanze ohne eigenes Blattgrün) lebt, bezieht sie ihre gesamte Energie von den Wurzeln ihrer Wirtspflanzen. Für deinen Garten ist sie ein hochkarätiger Beitrag zum Artenschutz, da sie in Deutschland auf der Roten Liste als vom Aussterben bedroht geführt wird. Mit ihrer Ansiedlung förderst du die hochspezialisierte Flora unserer trockensten Standorte. Traust du dich an diese botanische Seltenheit heran?
Blaues Juwel für Kenner: Schütze eine der seltensten Pflanzen unserer Heimat.
Als eine der seltensten Pflanzenarten in Mitteleuropa ist die Bläuliche Sommerwurz ein biologisches Juwel. Da sie auf der Roten Liste als vom Aussterben bedroht (Kategorie 1) markiert ist, stellt jeder Standort einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der genetischen Vielfalt dar. Sie ist eng an spezifische Pflanzengesellschaften der Trockenrasen gebunden. Da für diese Art keine spezifischen Bestäubungsdaten vorliegen, liegt ihre ökologische Bedeutung primär in ihrer Rolle als hochspezialisierter Bestandteil komplexer, bedrohter Ökosysteme auf kalkreichen Magerböden.
Die Bläuliche Sommerwurz ist als nicht kindersicher eingestuft. Da sie keine essbaren Teile besitzt und ihre Inhaltsstoffe für den Laien schwer einzuschätzen sind, sollte sie außerhalb der Reichweite von kleinen Kindern gepflanzt werden. Bei versehentlichem Verzehr kontaktiere bitte umgehend den Giftnotruf 0228 19 240.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Trocken
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
Jun – Jul
Bodenreaktion
Basisch / Kalkhold
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.215 m
Morphologische Merkmale: TRY ID3 (CC BY 3.0) & TRY ID81 (CC BY)
Lichtwert 8: Wähle einen vollsonnigen Platz, der mindestens 6 bis 8 Stunden direkte Sonne am Tag bietet.
Feuchte 3: Der Boden muss dauerhaft trocken sein; achte unbedingt auf eine gute Drainage, um Staunässe zu vermeiden.
Boden: Ein extrem magerer (nährstoffarmer) Boden ist zwingend erforderlich (Schwachzehrer).
Reaktionswert 8: Der Standort sollte kalkhaltig / basisch sein; ein hoher pH-Wert ist für die Entwicklung entscheidend.
Wuchshöhe: Mit 0,22 m bleibt die Pflanze sehr kompakt.
Pflanzzeit: Setze die Samen oder Jungpflanzen im Frühling (März bis Mai) oder Herbst (September bis November) aus.
Besonderheit: Da sie ein Parasit ist, kann sie nur in unmittelbarer Nähe zu ihrer Wirtspflanze überleben.
Gute Partnerin: Feld-Beifuß (Artemisia campestris) — er dient als lebensnotwendige Wirtspflanze, da die Sommerwurz auf seine Wurzeln angewiesen ist.
Die Bläuliche Sommerwurz gehört zur Familie der Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae). In Deutschland und Österreich ist sie einheimisch, besiedelt jedoch fast ausschließlich Xerothermrasen (trockene, warme Magerwiesen) auf kalkreichen Standorten. Als krautige Pflanze erreicht sie eine exakte Wuchshöhe von 0,22 m. Eine morphologische Besonderheit ist das völlige Fehlen von Chlorophyll (Blattgrün), da sie ihre Nährstoffe parasitär von anderen Pflanzen bezieht. Die Pflanze ist nicht verholzt und bildet breitblättrige Schuppen anstelle echter Laubblätter aus.
1 Video zu Bläuliche Sommerwurz
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•TRY Categorical Traits (ID3) — Kattge et al. (2012), DOI: 10.17871/TRY.3 (CC BY 3.0)
•TRY Global Spectrum (ID81) — Díaz et al. (2016/2021), DOI: 10.17871/TRY.81 (CC BY)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
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