Bild folgtKI-generierte IllustrationKein deutscher Name bekannt
Wenn du im Garten genauer hinsiehst, entdeckst du oft Tiere, die aufgrund ihrer geringen Körpergröße leicht übersehen werden. Spheropistha incursa ist eine solche Spezialistin. Sie gehört zur Familie der Kugelspinnen (Theridiidae). Diese Spinnenfamilie zeichnet sich durch ihren meist kugeligen Hinterleib und ihre langen, dünnen Hinterbeine aus, an denen sie spezielle, kammartige Borsten tragen, mit denen sie ihre Beute mit klebrigen Fäden einwickeln. Spheropistha incursa ist in ihrem Verhalten sehr unauffällig und bevorzugt versteckte, bodennahe Bereiche, in denen sie ihre komplexen Fangnetze anlegt. Da diese Art in Europa bisher fast ausschließlich im Vereinigten Königreich nachgewiesen wurde, ist eine Sichtung in unseren Breitengraden eine Besonderheit, die auf ein sehr spezielles, geschütztes Mikroklima hindeutet.
Die Lebensweise folgt dem klassischen Rhythmus heimischer Spinnen. Im Frühjahr schlüpfen die Jungtiere aus den Eikokons, die das Weibchen meist in geschützten Winkeln oder unter organischem Material wie Falllaub platziert hat. Über den Sommer wachsen die Tiere durch mehrfache Häutungen heran, bei denen sie ihre zu eng gewordene Chitinhülle abstreifen. Da die Art klein ist, überwintern meist die adulten, also geschlechtsreifen Tiere oder die letzte Generation des Jahres in geschützten Spalten, um im nächsten Frühjahr den Zyklus erneut zu beginnen.
Wie alle heimischen Spinnenarten ist auch Spheropistha incursa für den Menschen vollkommen harmlos. Ihre Kieferklauen (Cheliceren) sind viel zu klein, um die menschliche Haut zu durchdringen. Als Teil der natürlichen Schädlingsregulation im Garten ist sie ein willkommener Gast, der als Nützling zur biologischen Vielfalt beiträgt. Es sind keine besonderen Schutzmaßnahmen oder Sicherheitsabstände erforderlich.
Systematische Einordnung: Familie Theridiidae (Kugelspinnen), Gattung Spheropistha. Die taxonomische Erfassung, also die wissenschaftliche Klassifizierung, von Arten dieser Gattung ist für Experten oft herausfordernd, da die Tiere nur wenige Millimeter groß sind und für eine sichere Bestimmung oft eine mikroskopische Untersuchung der Geschlechtsorgane (Genitalmorphologie) notwendig ist. Die Art ist Teil der artenreichen Ordnung der Webspinnen (Araneae).
•GBIF Occurrence Database (CC BY 4.0 / CC0)
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