Bild folgtKI-generierte IllustrationFamilie: Acaridae
Wenn du im Garten verrottendes organisches Material untersuchst, begegnest du mitunter der Tyrophagus perniciosus, einer Art aus der Familie der Acaridae, also der mehlmilbenartigen Milben. Diese Tiere sind für das bloße Auge kaum wahrnehmbar, da sie nur einen Bruchteil eines Millimeters groß sind. Sie besitzen einen hellen, oft glasig wirkenden Körper und bewegen sich eher gemächlich fort. In unseren Gärten erfüllen sie eine wichtige ökologische Funktion: Sie sind Saprophagen – das bedeutet, sie ernähren sich von abgestorbenen Pflanzenteilen, Pilzen oder organischem Detritus. Sie tragen so aktiv zur Humusbildung und damit zur Bodengesundheit bei.
Der Lebenszyklus von Tyrophagus perniciosus ist eng an die klimatischen Bedingungen und das Angebot an organischer Substanz geknüpft. Bei feucht-warmen Temperaturen im Frühjahr und Sommer findet eine rasche Vermehrung statt. Die Eier werden direkt in das Substrat gelegt, von dem sich die Larven und späteren Nymphenstadien ernähren. Bei ungünstigen Lebensbedingungen, wie extremer Trockenheit oder Nahrungsmangel, können einige Milbenarten innerhalb dieser Gruppe ein sogenanntes Hypopus-Stadium ausbilden – ein Dauerstadium, in dem das Tier in einer Art Ruhezustand verharrt, bis sich die Umweltbedingungen wieder verbessern. Im Winter ziehen sie sich in geschützte Bodenbereiche oder unter pflanzliche Überreste zurück.
Da diese Milben zur natürlichen Bodenfauna gehören und primär an bereits zersetztem Material leben, stellen sie für die lebende, gesunde Vegetation in deinem Garten keine Gefahr dar. Es ist nicht notwendig, gegen diese Tiere vorzugehen. Ein gesunder Gartenboden mit einer aktiven Mikrofauna reguliert die Bestände dieser Milben von selbst. Solltest du sie in gelagertem Saatgut oder Vorräten finden, deutet dies lediglich auf eine zu hohe Feuchtigkeit bei der Lagerung hin, die den Verderb fördert. Sorge in solchen Fällen für eine trockene, luftige Aufbewahrung, statt chemische Mittel einzusetzen.
Die Gattung Tyrophagus gehört zur Gruppe der Astigmata, den sogenannten hornmilbenartigen Milben. Ein charakteristisches Merkmal dieser Gruppe ist das Fehlen von Stigmen, das sind die Atemöffnungen, die bei anderen Milbenarten normalerweise vorhanden sind. Stattdessen findet der Gasaustausch bei diesen Tieren direkt über die Kutikula, also die äußere Körperhülle, statt. Tyrophagus perniciosus ist weltweit verbreitet und zeigt eine hohe Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Umgebungen, solange eine ausreichende Feuchtigkeit und ein Nahrungsangebot aus zersetzendem Material vorhanden sind.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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