Bild folgtKI-generierte IllustrationUtricularia bremii
Auch bekannt als: Bremis Wasserschlauch
Du erkennst den Zierlichen Wasserschlauch (Utricularia bremii) an seinen zierlichen, goldgelben Lippenblüten, die wie kleine Helme an aufrechten Stielen über die Wasseroberfläche ragen. In deinem Garten übernimmt diese seltene Art eine faszinierende Rolle: Als fleischfressende Wasserpflanze fängt sie mit winzigen Fangblasen Kleinstlebewesen wie Wasserflöhe (Daphnia) unter der Oberfläche. Da sie auf der Roten Liste als stark gefährdet geführt wird, leistest du mit ihrer Ansiedlung in einem nährstoffarmen Teich einen echten Beitrag zum regionalen Artenschutz. Sie ist ein Spezialist für sauberes Wasser und zeigt dir an, dass dein Naturteich im ökologischen Gleichgewicht ist. Hast du ein sonniges Plätzchen im Wasser für diese zierliche Jägerin frei?
Gefährdete Schönheit: Die goldgelbe Unterwasser-Jägerin für deinen Naturteich.
In deinem Gartenökosystem agiert der Zierliche Wasserschlauch als natürlicher Regulator. Da er sich von tierischem Plankton ernährt, hält er Bestände von Hüpferlingen (Cyclops) und Wasserflöhen (Daphnia) im Zaum. Nach aktuellen ökologischen Erkenntnissen ist er ein wichtiger Bestandteil spezialisierter Lebensgemeinschaften in Moorgewässern. Da die Art in der freien Natur aufgrund von Düngereinträgen und Entwässerung massiv zurückgegangen ist (Rote Liste 2), fungiert dein Garten als wertvolles Trittsteinbiotop (vernetzender Lebensraum). Er fördert die mikroskopische Vielfalt und stabilisiert die Nahrungskette in deinem Gewässer.
Der Zierliche Wasserschlauch ist als nicht kindersicher eingestuft. Da er bevorzugt in Wasser- oder Sumpfzonen wächst, ist bei kleinen Kindern im Garten aufgrund der generellen Ertrinkungsgefahr an Gewässern Vorsicht geboten. Die Pflanze selbst ist nicht zum Verzehr geeignet.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Feucht
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
Jun – Okt
Bodenreaktion
Mäßig sauer bis neutral
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Morphologische Merkmale: TRY ID3 (CC BY 3.0) & TRY ID81 (CC BY)
Licht (Ellenberg 8): Wähle einen vollsonnigen Platz für deinen Teich oder Kübel, damit die Pflanze ausreichend Energie für die Blüte sammeln kann.
Feuchtigkeit (Ellenberg 12): Die Art muss permanent im Wasser schwimmen oder in einer nassen Sumpfzone untergebracht sein.
Boden und Wasser (Ellenberg 2): Als Schwachzehrer benötigt sie extrem nährstoffarmes Wasser; verwende daher ausschließlich kalkfreies Regenwasser.
Bodenreaktion (Ellenberg 4): Der Standort sollte neutral bis schwach sauer sein, was durch die Beigabe von etwas ungedüngtem Weißtorf im Bodenbereich erreicht werden kann.
Pflanzzeit: Setze den Wasserschlauch im Frühling zwischen März und Mai ein, sobald das Wasser sich leicht erwärmt.
Pflege: Vermeide jeden Nährstoffeintrag durch Dünger oder Fischfutter, da dies zum Absterben der empfindlichen Pflanze führt.
Überwinterung: Die Pflanze bildet im Herbst Winterknospen (Turionen), die auf den Teichgrund sinken und dort frostfrei überdauern.
Gute Partnerin: Der Fieberklee (Menyanthes trifoliata) ist ein idealer Nachbar, da er ähnliche Ansprüche an die Wasserreinheit stellt.
Der Zierliche Wasserschlauch gehört zur Familie der Wasserschlauchgewächse (Lentibulariaceae) und ist in Deutschland, Österreich sowie der Schweiz indigen (einheimisch). Sein natürlicher Lebensraum sind extrem nährstoffarme Stillgewässer und Moortümpel, wo er als Schwachzehrer (Pflanze mit geringem Nährstoffbedarf) perfekt angepasst ist. Die Pflanze besitzt keine echten Wurzeln, sondern schwebt frei im Wasser oder liegt locker auf dem Schlamm auf. Besonders markant sind die fein zerteilten Blätter, an denen sich die hochkomplexen Fangblasen zur Deckung des Stickstoffbedarfs befinden.
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•TRY Categorical Traits (ID3) — Kattge et al. (2012), DOI: 10.17871/TRY.3 (CC BY 3.0)
•TRY Global Spectrum (ID81) — Díaz et al. (2016/2021), DOI: 10.17871/TRY.81 (CC BY)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
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