Bild folgtKI-generierte IllustrationKein deutscher Name bekannt
Wenn du in deinem Garten mit offenen Augen unterwegs bist, wirst du feststellen, dass der Boden eine eigene Welt beherbergt. Zodarion rhodiense gehört zur Familie der Ameisenspinnen, den Zodariidae. Der Name ist dabei Programm: Diese Spinnen haben sich auf die Jagd nach Ameisen spezialisiert. Im Gegensatz zu vielen anderen Spinnen bauen sie keine Fangnetze. Stattdessen sind sie aktive Jäger, die sich flink am Boden zwischen Laub und Steinen bewegen. Mit ihren kräftigen Vorderbeinen und einer speziellen Taktik überwältigen sie ihre Beutetiere. Ihre Färbung ist eher unauffällig in Brauntönen gehalten, was ihnen eine gute Tarnung in ihrem Lebensraum bietet. Wenn du sie entdeckst, wirst du eine sehr kompakte, robuste Spinne sehen, die sich fast ein wenig wie eine Ameise selbst durch das Geäst bewegt.
Das Leben von Zodarion rhodiense ist stark an die Aktivitätszeiten ihrer Beutetiere gebunden. In den wärmeren Monaten, wenn die Ameisen in deinem Garten besonders rege sind, ist auch diese Spinnenart am aktivsten bei der Jagd zu beobachten. Die Paarungszeit findet typischerweise im Frühjahr und Frühsommer statt. Die Weibchen legen ihre Eier meist in geschützten Bereichen am Boden ab, etwa unter Steinen oder in verrottendem Totholz, die als Kokon – also eine schützende Hülle für den Nachwuchs – dienen. Den Winter überdauern sie in einer Art Winterstarre, versteckt in frostgeschützten Ritzen oder tieferen Bodenschichten.
Wie fast alle Spinnenarten besitzen Ameisenspinnen Giftdrüsen, um ihre Beute, in diesem Fall Ameisen, schnell bewegungsunfähig zu machen. Für den Menschen ist Zodarion rhodiense jedoch völlig harmlos. Die Kieferklauen, fachsprachlich Cheliceren genannt, sind viel zu fein, um die menschliche Haut zu durchdringen, und die Spinne ist ohnehin nicht darauf ausgerichtet, Wirbeltiere anzugreifen. Du kannst sie also völlig entspannt beobachten, wenn sie durch dein Gartenbeet huscht.
Systematisch ordnen wir Zodarion rhodiense der Familie der Zodariidae (Ameisenspinnen) zu. Ein wesentliches Merkmal dieser Familie ist die Spezialisierung auf Ameisen als Nahrungsquelle, eine sogenannte myrmecophage (ameisenfressende) Lebensweise. Die Gattung Zodarion ist in Europa weit verbreitet, wobei Zodarion rhodiense, wie der Artname bereits andeutet, ursprünglich in Griechenland beschrieben wurde. Die taxonomische Einordnung erfolgt innerhalb der Ordnung der Araneae (Webspinnen), wobei diese spezifische Gruppe keine typischen Radnetze zur Jagd nutzt.
•TraitCH — CC BY 4.0TraitCH 2.0 contributors; imported as source-preserving NaturKompass taxon evidence.
•GBIF Occurrence Database (CC BY 4.0 / CC0)
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