Anleitung zum Bau einer Trockenmauer als Lebensraum für Reptilien wie Zauneidechsen. Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Fokus auf Heimische Arten und Naturschutz.
In der naturnahen Gartengestaltung nehmen vertikale Elemente eine Sonderrolle ein. Während ebene Flächen oft der Fortbewegung dienen, fungiert eine Trockenmauer als Brennpunkt der Biodiversität (Artenvielfalt). Im Mai, wenn die Sonne bereits intensiv strahlt, erwärmen sich die Steine einer nach Süden ausgerichteten Mauer schnell. Diese Wärme wird bis in die Nachtstunden gespeichert – ein lebensnotwendiger Faktor für wechselwarme Tiere, deren Körpertemperatur von der Umgebung abhängt.
Eine Trockenmauer unterscheidet sich von einer gemörtelten Mauer durch die Durchlässigkeit. Es entstehen keine Barrieren, sondern Korridore. Während große Huftiere wie der Elch (Alces alces) weiträumige Biotopverbünde (vernetzte Lebensräume) benötigen, stellt eine fachgerecht errichtete Mauer für Reptilien bereits ein vollständiges Habitat (Lebensraum) dar, das Winterquartier, Sonnenplatz und Jagdrevier vereint.
| Komponente | Empfohlenes Material | Funktion für die Biodiversität |
|---|---|---|
| Mauersteine | Regionaler Naturstein (z.B. Kalkstein, Sandstein) | Wärmespeicher und Versteck für die Zauneidechse (Lacerta agilis) |
| Fundament | Kies-Sand-Gemisch (Körnung 0/32) | Frostschutz und Entwässerung; Eiablageplatz für Reptilien |
| Hinterfüllung | Schotter oder grober Kies | Verhindert Frostschäden und bietet Durchschlupf für Erdkröten (Bufo bufo) |
| Bepflanzung | Heimische Polsterpflanzen | Nektarquelle für die Mauerbiene (Osmia cornuta) |
Wähle einen vollsonnigen Platz, idealerweise mit Süd-Ausrichtung. Hebe einen Graben von etwa 40 Zentimetern Tiefe aus. Breite eine Schicht aus Kies und Sand aus und verdichte diese. Dies verhindert, dass die Mauer bei Frost angehoben wird und bietet gleichzeitig einen trockenen Überwinterungsplatz für Insekten.
Die schwersten und größten Steine bilden die unterste Schicht. Setze sie leicht unter das Bodenniveau. Achte darauf, dass die Steine ein leichtes Gefälle zum Hang hin aufweisen (etwa 10 bis 15 Prozent Neigung). Dies gibt der Konstruktion Stabilität gegen den Erddruck.
Staple die Steine so, dass keine Kreuzfugen entstehen – die Fugen sollten also immer versetzt sein, wie bei einem Mauerverband. Hinterfülle jede Schicht direkt mit mineralischem Schotter. Nutze keinen Mutterboden zur Hinterfüllung, da dieser Feuchtigkeit speichert und bei Frost die Mauer lockern könnte. In die vorderen Sichtfugen kannst Du gezielt kleine Mengen eines Sand-Lehm-Gemisches geben, um spezialisierte Pflanzen anzusiedeln.
Lasse bewusst einige größere Lücken (sogenannte Durchschlupfe) im unteren Bereich der Mauer. Diese dienen als Eingänge zu den frostsicheren Quartieren im Inneren der Hinterfüllung. Hier finden nicht nur Reptilien, sondern auch die geschützte Erdkröte (Bufo bufo) Schutz vor Trockenheit und Fressfeinden.
Sobald die Mauer steht, kannst Du die Fugen bepflanzen. Im Mai ist die beste Zeit, da die Wurzeln vor der Sommerhitze noch gut anwachsen können. Verwende ausschließlich heimische Arten, die an extreme Trockenheit angepasst sind:
Ohne Mörtel entstehen Fugen, die als Versteck für Reptilien und Insekten dienen. Zudem bleibt die Mauer wasserdurchlässig und ist weniger frostfällig.
Regionale Natursteine wie Kalk- oder Sandstein haben eine raue Oberfläche und speichern Wärme ideal, was wechselwarmen Reptilien zugutekommt.
Nein, Zauneidechsen sind streng geschützt. Eine Umsiedlung ist illegal. Schaffe den Lebensraum, und die Tiere werden ihn auf natürlichem Weg besiedeln.
Verwende keine Herbizide. Entferne unerwünschte Gräser vorsichtig von Hand, um die Wurzeln der heimischen Fugenpflanzen und die Tierwelt nicht zu schädigen.
Hauptartikel: Naturgarten anlegen: Lebensräume durch Mosaik-Strukturen fördern
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