Bild folgtKI-generierte IllustrationAnoplolepis gracilipes
Solltest du in deinem Garten oder im Wintergarten eine Ameise beobachten, die sich auffällig hastig, fast schon panisch im Zickzack bewegt, dann hast du es wahrscheinlich mit der Gelben Spinnerameise zu tun. Ihren Namen trägt sie wegen dieses ruckartigen Gangs. Sie ist etwa 4 bis 5 Millimeter lang, wirkt aber durch ihre außergewöhnlich langen Beine und Fühler deutlich graziler als unsere heimischen Wegameisen. Ihre Färbung ist ein helles Gelborange bis Braungelb. Eine Besonderheit dieser Art ist die Bildung von Superkolonien. Das bedeutet, dass sich viele Nester mit hunderten Königinnen zu einem riesigen Netzwerk zusammenschließen, anstatt sich gegenseitig zu bekämpfen. In ihrer tropischen Heimat ist das ein Erfolgsmodell, doch in fremden Ökosystemen führt diese Übermacht oft dazu, dass andere Insekten verdrängt werden.
Als Biologe muss ich dich darauf hinweisen, dass die Gelbe Spinnerameise als eine der weltweit problematischsten invasiven Arten gilt. Invasiv nennt man Arten, die in Gebiete eingebracht werden, in denen sie nicht heimisch sind, und dort die biologische Vielfalt gefährden. Sie kann ganze Ökosysteme verändern, da sie heimische Ameisen verdrängt und sogar kleine Wirbeltiere mit ihrer Säure attackiert. Da sie ursprünglich aus den Tropen stammt, ist sie bei uns meist auf Gewächshäuser oder sehr warme Standorte begrenzt. Bitte verzichte unbedingt auf Insektizide oder Ameisengifte. Diese chemischen Mittel schaden unseren nützlichen Wildbienen und geschützten Waldameisen weitaus mehr als dieser robusten Art. Solltest du einen Befall im Freiland bemerken, ist es ratsam, die zuständige Naturschutzbehörde zu informieren, da die Art auf der Unionsliste der EU für invasive Spezies geführt wird.
Anoplolepis gracilipes gehört zur Unterfamilie der Formicinae, den Schuppenameisen. Ein wichtiges Bestimmungsmerkmal ist, dass sie keinen Stachel besitzt. Zur Verteidigung und Jagd nutzt sie Ameisensäure, die sie aus einer Drüse am Hinterleibsende versprüht. Die Arbeiterinnen sind monomorph, was bedeutet, dass sie innerhalb einer Kolonie alle die gleiche Gestalt und Größe aufweisen, es gibt also keine spezialisierten Soldaten wie bei manchen anderen Arten. Sie leben in einer engen Trophobiose mit Schild- und Schmierläusen. Trophobiose bezeichnet eine wechselseitige Beziehung, bei der die Ameisen den Honigtau – die zuckerhaltigen Ausscheidungen der Läuse – fressen und im Gegenzug die Läuse aktiv vor Fressfeinden wie Marienkäfern schützen.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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