Bild folgtKI-generierte IllustrationArtemisia laciniata subsp. laciniata
Auch bekannt als: Artemisia laciniata subsp. laciniata
20
Arten
interagieren
34
Interaktionen
dokumentiert
An ihren fein geschlitzten, fast farnartigen Blättern lässt sich der Schlitzblatt-Beifuß (Artemisia laciniata subsp. laciniata) sofort erkennen. Diese Pflanze ist eine absolute Rarität im Naturgarten, da sie in der freien Natur als ausgestorben oder verschollen gilt (Rote Liste 0). Durch die Kultivierung leistest du einen wertvollen Beitrag zum Erhalt einer verschwindenden Art, die besonders für spezialisierte Insekten wie den Flockenblumen-Scheckenfalter (Melitaea phoebe) lebenswichtig ist. Mit ihrem silbrig-grünen Laub setzt sie zudem feine Akzente in trockenen Beeten. Wenn du einen sonnigen, mageren Standort hast, solltest du dieser botanischen Kostbarkeit unbedingt einen Platz einräumen.
Rote-Liste-Rarität: Hol dir ein Stück verschollene Natur in deinen Garten.
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Trotz seiner Unscheinbarkeit ist dieser Beifuß ein Magnet für die Artenvielfalt. Nach aktuellen Bestäubungsdaten profitieren besonders Scheckenfalter wie der Flockenblumen-Scheckenfalter (Melitaea phoebe) und der Kernbeißer-Scheckenfalter (Melitaea ornata) von ihm. Auch Schwebfliegen sind ständige Gäste, darunter die Hain-Schwebfliege (Episyrphus balteatus) und die Späte Großstirnschwebfliege (Eupeodes corollae). Diese Insekten sind im Garten wichtig, da ihre Larven oft Blattläuse vertilgen. Für seltene Falter wie den Westlichen Scheckenfalter (Melitaea varia) stellt die Pflanze eine essenzielle Ressource dar, die in der freien Landschaft kaum noch zu finden ist.
Der Schlitzblatt-Beifuß ist als nicht kindersicher eingestuft. Er enthält wie viele Beifuß-Arten ätherische Öle und Bitterstoffe, die bei Verzehr oder empfindlicher Haut Reizungen auslösen können. Achte darauf, dass kleine Kinder keine Pflanzenteile in den Mund nehmen.
Licht
—
Feuchtigkeit
—
Boden
—
Blütezeit
—
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.21 m
Damit sich der Schlitzblatt-Beifuß bei dir wohlfühlt, braucht er einen Platz, der seinen natürlichen Standort in Xerothermrasen (trockenwarme Magerwiesen) imitiert.
Standort: Wähle einen vollsonnigen, warmen Ort.
Boden: Der Boden sollte mager, kalkhaltig und vor allem sehr gut durchlässig sein; Staunässe verträgt er gar nicht.
Pflanzzeit: Du kannst ihn von März bis Mai oder im Herbst von September bis November setzen, sofern der Boden nicht gefroren ist.
Wasserbedarf: Nach dem Anwachsen kommt er mit sehr wenig Wasser aus, was ideal für trockene Sommer ist.
Düngung: Verzichte auf organischen Dünger oder Kompost, da zu viele Nährstoffe die Standfestigkeit schwächen.
Vermehrung: Eine Teilung der Wurzelstöcke im Frühjahr ist möglich.
Pflege: Schneide die vertrockneten Triebe erst im späten Frühjahr zurück, um Überwinterungsplätze für Insekten zu erhalten.
Kombination: Gute Partnerin ist die Acker-Witwenblume (Knautia arvensis) – beide teilen die Vorliebe für trockene, magere Standorte und fördern gemeinsam eine Vielzahl von Bestäubern.
Der Schlitzblatt-Beifuß gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und ist innerhalb der Gattung Artemisia eine Besonderheit. Ursprünglich besiedelte er Xerothermrasen (trockene, warme Magerwiesen) und Steppenstandorte in Mitteleuropa, wird heute jedoch als Archäophyt (eine Pflanze, die vor 1492 eingeführt wurde) oder indigen eingestuft. Er wächst ausdauernd und erreicht moderate Höhen, wobei die Blütenstände eher unauffällig gelblich-braun gefärbt sind. Charakteristisch ist die Arbuskuläre Mykorrhiza (AM), eine nützliche Lebensgemeinschaft der Wurzeln mit Bodenpilzen, die der Pflanze hilft, Nährstoffe effizienter aufzunehmen.
20 Arten interagieren mit dieser Pflanze
•Middleton-Welling_2020
•Mendeley_UK_2022
•FloraWeb / BfN
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
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